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Landkreis Altötting gegen Wasserkraftwerk

„Nicht unser Thema“: Burghauser Bürgermeister kritisch gegenüber Söders „Go“ für Wasserkraft

Nach einem Unwetter kann der Wasserpegel richtig hoch werden. Im Sommer war der Pegel aber sehr niedrig.
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Die Salzach ist selten so stark mit Wasser gefüllt wie auf diesem Foto.

Im Burghauser Stadtrat wurden Möglichkeiten für Wasserkraft in und um Burghausen vorgestellt. Dabei äußerte sich der Bürgermeister kritisch bezüglich Söders „Go“ für Wasserkraft in Tittmoning.

Burghausen – Erst am 10. Oktober war Markus Söder (CSU) in Tittmoning und gab sein „grundsätzliches Go“ für ein Leuchtturmprojekt in Tittmoning. Es könnten dort 100 Millionen Euro in die Wasserkraft investiert werden. Doch der Burghauser Bürgermeister Florian Schneider (SPD) ist anderer Meinung. „Meine Position dazu ist: Ich glaube, dass die Salzach nicht das richtige ist für die Wasserkraft. Ich glaube jetzt auch nicht, dass es unser Thema ist, als Stadt Burghausen bei einem 100 Millionen Projekt dabei zu sein. Die Staatsregierung ist ja schon sehr schwankend in ihrem Meinungsbild“, sagte er am 12. Oktober bei der Burghauser Stadtratssitzung.

Landräte von Traunstein und Altötting verschiedener Meinung

Die österreichische Verbund AG betreibt bereits zehn Wasserkraftwerke an der Salzach. Geschäftsführer Karl Heinz Gruber hatte bei seinem Treffen mit Söder und Traunsteins Landrat Siegfried Walch (CSU) die Pläne für das Kraftwerk in Tittmoning vorgestellt. „Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass die Salzach wasserkraftfähig ist“, sagte Walch bereits im Juli-Kreistag. Etwa zehn Prozent des Strombedarfs des Landkreises Traunstein – also rund 100 Gigawattstunden – könnten an der Salzach erzeugt werden. Im Landkreis Altötting sei Landrat Erwin Schneider (CSU) aber gegen Wasserkraft an der Salzach, so der Burghauser Bürgermeister Florian Schneider.

„Für momentane Situation nützt es sowieso nichts“

„Ich glaube für unsere momentane Situation nützt es sowieso nichts“, sagte der Burghauser Bürgermeister seinem Stadtrat. Burghausen gewinne aktuell 33 Prozent seines Strombedarfs aus Sonnenenergie. Die solle weiterhin ausgebaut werden. Dennoch lauschte man aufmerksam, als Ingenieur Peter Raunecker seine Analyse zu den Möglichkeiten der Wasserkraft in und um Burghausen vorstellte. Das Ergebnis war jedoch ernüchternd: nur etwa 2 Prozent des städtischen Strombedarfs (30 kWh) werden aktuell aus Wasserkraft gewonnen und weitere mögliche Projekte seien nicht wirtschaftlich.

Wasserkraftanlagen unter 100 kWh unrentabel

Das vorrangige Problem sieht Raunecker darin, dass die Kosten für Stromerzeugung und Unterhalt kleiner Kraftwerke höher sind als die möglichen Einnahmen. Wasserkraftanlagen, die unter 100 kWh erzeugen, seien auch mit Förderungen unrentabel. Zwar habe die Energiekrise zu steigenden Strompreisen und mehr Einnahmen geführt, aber dies ändere sich ständig. Rauneckers Fazit für Wasserkraft aus der Salzach: „Denkbar ist eine schwimmende Wasserkraftanlage. Problem hier ist das Treibgut und, dass die Salzach ist nicht tief genug ist.“ Der Ingenieur habe ein Projekt der Firma Powerfluxx gefunden, an dem man sich orientieren könne. „Ich habe bereits mit den Herstellern telefoniert sie entwickeln auch kleinere Turbinen. Allerdings muss man langfristig denke: Wenn man in zehn Jahren ein Ersatzteil braucht, muss es den Hersteller auch noch geben.“

Bestehende Wasserkraftwerke in Burghausen:

Mühlenstraße: Leistung 2 KWh.

Hammerschmiede: Leistung 1 KWh

Kupferhammer: Leistung 5 KWh.

Eisenhammer: Leistung 20 KW; Modernisierung kürzlich abgeschlossen.

Marienberg: Leistung 30 KWhh; Modernisierung nötig.

Unterhadermark: Leistung 2 KWh.

Mögliche Standorte für neue Wasserkraftwerke in Burghausen

Stacherl: Mögliche Leistung 8 - 9 kWh; im Landschaftsschutzgebiet - > nicht wirtschaftlich.

Fischteich-Abfluss Raitenhaslach: Mögliche Leistung 6 - 7 kWh, im Landschaftsschutzgebiet -> nicht wirtschaftlich.

Quellfassung Moosbrunn: Mögliche Leistung 2 kW -> nicht wirtschaftlich.

Scheuerhof: Mögliche Leistung 1 - 2 kWh -> nicht wirtschaftlich.

Ablauf Wöhrsee: Mögliche Leistung bis 1 kWh -> nicht wirtschaftlich.

Druckablauf Wöhrsee: Mögliche Leistung 2 - 4 kWh -> nicht wirtschaftlich.

Ablauf Stacherquelle: Mögliche Leistung 2 - 3 kWh -> nicht wirtschaftlich.

Flusskraftwerk Salzach: Mögliche Leistung bis 5 kWh je Floss -> Problem Wirtschaftlichkeit.

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