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Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Altstadt

„Es wurde ordentlich Staub in Burghausen aufgewirbelt“

Burghauser Altstadt im Fokus der Bürgerbeteiligung
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Die Burghauser Altstadt ist schön, aber eng.

Am 12. Mai fand im Burghauser Stadtsaal die Abschlussveranstaltung des Bürgerbeteiligungsprozesses statt. Was die Burghauser sich für ihre Altstadt wünschen wurde dort ausgewertet und präsentiert

Burghausen – „Die Teilnahme der Burghauser war hervorragend“, fasste Eva Beham, Architektin vom Büro nonconform am 12. Mai zusammen. „Im Vergleich zu Beteiligungsprozessen in anderen Städten fanden die Themenabend und Workshops sehr großen Zulauf.“ Nonconform besteht aus einem Experten-Team, welches Ideen-Prozesse begleitet. Die Stadt Burghausen hatte es beauftragt um über mehrere Wochen Ideen von den Bürgern für die Gestaltung ihrer Altstadt zu sammeln und auszuwerten. „Ich möchte keine falschen Hoffnungen wecken“, sagte der Burghauser Bürgermeister gleich zu Beginn der Schlusspräsentation im Stadtsaal. „Ich bin überzeugt, dass die Bürgerbeteiligung der richtige Weg ist, doch am Ende entscheidet der Stadtrat.“

Ideen der Burghauser für ihre Altstadt

Seit Februar hatte das Büro nonconform schon mit der Stadt zusammengearbeitet. Von Treffen mit der Stadtverwaltung bis hin zur Verteilung von Ideenboxen in der Stadt und den Themenabenden. „Alle gesammelten Ideen wurden von uns thematisch sortiert und an der „Ideenwand“ aufgehängt“, erklärte Beham den Auswertungsprozess. „Unsere Aufgabe ist nicht nur, möglichst viele Meinungen einzufangen, sondern auch die eigentlichen Bedürfnisse hinter konkreten Ideen herauszufiltern. Die herauskristallisierten fünf Fokusthemen – die Aufenthaltsqualität, ein Nutzungsmix in den Grüben, Mobilität, Bauen, Sanieren und Raum für Kultur – konnten wir in den Abendveranstaltungen vertiefen. Dabei wurde auch an konkreten Lösungen gefeilt.“

Wichtiges Thema: Verkehr und Parkplätze

Besonders wichtig war den Burghausern der Verkehr und die Parkplätze in der Altstadt. Dicht gefolgt von dem Wunsch nach einem autofreien Stadtplatz und einer Einbahnregelung auf der Alten Brücke, waren hierzu die meisten Ideen von Bürgern eingegangen. Die Verbindung von Neu- und Altstadt mit einem Burgaufzug sowie dem Citybus lagen den Burghausern auch stark am Herzen. Auch über die Grenze nach Österreich wünsche man sich ebenso eine stärkere Verknüpfung. Beim Themenkomplex „Gestaltung“ war vorrangig der Wunsch nach mehr Grün und Kinderfreundlichkeit vertreten. Wichtig waren den Bürgern aber auch die Themen Nah- und Energie versorgung in der Altstadt.

Entschärfung der „Scharfen Ecken“ und Umsonst & Draußen stärken

„Nicht alle Themen können gelöst werden“, sagte Korbinian Kroiß vom Büro nonconform und wies auf das Verkehrskonzept von Burghausen hin, das nun angepasst werden müsse. Architekt Christof Isopp betonte, dass es wichtig sei ins Tun zu kommen und Dinge einfach ausprobieren. „Die Zugangspunkte zu den Grüben sollten gestärkt werden und Anziehungspunkte geschaffen werden. Impulsgeber-Projekte wie PopUp-Stores oder CoWorking-Spaces könnten sich dort ansiedeln.“ Isopp betonte die hohe Qualität des Burghauser Stadtplatzes und schlug einen Konzepte-Wettbewerb dafür vor.

„Das Ergebnis sollte ein AHA-Erlebnis sein. Etwas das Pausenhof, Begegnung, Arbeiten und Leben an einem Platz vereint.“ Aber auch die Entschärfung des Verkehrs am „Scharfen Eck“ (Beginn Ludwigsberg) und an der Bruckgasse (zur Alten Brücke) sei wichtig. Die Planer sollten sich über Temporeduktion durch Gestaltungsmaßnahmen, Parkplatzordnung und eine Fußgängerpriorisierung Gedanken machen. „Der Charakter des Stadtplatzes muss aber bewahrt werden“, betont er. Hausbänke, mehr Grün sowie eine Umsonst & Draußen-Möglichkeit wären seiner Meinung nach gute Ideen.

Christina Kragl ist die Geschäftsführerin des Büro nonconform.

Christina Kragl, Chefin des Büro nonconform fasste am Ende der Veranstaltung zusammen, dass es ein guter Beteiligungsprozess war, auch wenn es in Burghausen an der Kommunikation hapere. „Umso wichtiger ist es, möglichst schnell einen Altstadt-Manager einzusetzen, der sich um Leerstände, deren Zwischennutzung, den Nutzungsmix und die Beratung von Eigentümern und Bewohnern kümmert.“ „Im Tun liegt die Kunst“, schloss Schneider die Präsentation. „Wenn es nicht Wirklichkeit wird, bringt die schönste Idee nichts.“