Am Mittwochabend in Burghausen

Wacker Chemie AG trainiert Ernstfall: So lief die jährliche Großübung ab

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Was, wenn es mal keine Übung ist? Wacker Chemie AG trainierte den Ernstfall.
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Stadt Burghausen – Lärm und Rauchentwicklung in der Nähe des Werkgeländes der Wacker Chemie AG am Standort in Burghausen am Mittwochabend: „Da wird doch drinnen nichts passiert sein!“ Darauf mit „Nein“ zu antworten, ist so nicht ganz korrekt. So zufrieden war der Werkleiter nach der Großübung:

Update, 11. April, 11.40 Uhr, So verlief die Großübung:

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Einmal im Jahr probt die Wacker-Werkfeuerwehr gemeinsam mit internen und externen Einsatzkräften den Ernstfall. Bei der Jahreshauptübung gilt es, die Zusammenarbeit aller Gefahrenabwehr- und Rettungskräfte sowie die reibungslose Kooperation mit den Behörden zu trainieren sowie die Melde- und Alarmierungswege und die Gefahrenabwehrpläne zu überprüfen.

In diesem Jahr erfolgte die Alarmierung am 10. April gegen 17.45 Uhr.

Ein umfangreiches dreiteiliges Notfallszenario wurde geprobt. Die Wacker-Werkfeuerwehr und zahlreiche eingebundene externe Hilfskräfte sahen sich zum Teil gleichzeitig mit einem schweren Unfall, Brandszenarien und einem größeren Stoffaustritt konfrontiert. Auch die Information der Bürger über das Wacker- Bürgertelefon wurde geprobt.

Wacker Chemie AG trainiert Ernstfall anhand drei Szenarien

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf einer Kreuzung im Werkgelände mit zahlreichen Verletzten stand die Rettung eingeklemmter Personen aus den schwer beschädigten Fahrzeugen im Fokus. Hier kam es auf das reibungslose Zusammenspiel zwischen dem Wacker-werkeigenen Gesundheitsdienst und den Rettungskräften des BRK Burghausen an, welche die medizinische Erstversorgung übernahmen.

Fast zeitgleich brach, in einem zweiten Szenario,ein Brand in einem mit Rückständen aus der chemischen Produktion beladenen Tankwagen aus, der schließlich eine umfangreiche Stofffreisetzung mit Gaswolkenbildung auslöste, die es wirksam zu bekämpfen galt. Die Werkfeuerwehr löschte mit der Unterstützung der alarmierten externen Feuerwehren den Brand und bekämpfte die Stofffreisetzung. Dabei kam auch der neue Wacker-Messbus im Bereich Haiming zum Einsatz, um die Konzentration der angenommenen Stofffreisetzung zu überprüfen und zu messen.

Nur wenig später wurden die Feuerwehrmänner und -frauen im Rahmen der Übung zu einem dritten Einsatzort gerufen. Hier geriet bei Dacharbeiten ein Gebäudekomplex in Brand, der sich schnell ausbreitete, schwarze Rauchwolken waren weithin sichtbar. Mehreren Mitarbeitern war der Fluchtweg aus dem dritten Stock abgeschnitten. Mit Drehleitern konnten die eingeschlossenen Personen schließlich aus den Büros gerettet und in Sicherheit gebracht werden. Die alarmierten Hilfskräfte bekämpften währenddessen den Brand mit Hilfe spezieller Löschfahrzeuge.

Im diesjährigen Alarmierungskonzept der Integrierten Leitstelle Traunstein wurde die höchste Alarmierungsstufe 3 geprobt. Aufgrund des aufwendigen und personalintensiven Alarmszenarios waren neben der Burghauser Feuerwehr auch die Hilfskräfte anderer freiwilliger Feuerwehren aus dem Umkreis (Burgkirchen, Garching, Altötting, Mehring, Piesing, Raitenhaslach) sowie die Werkfeuerwehr des Chemieparks Gendorf beteiligt.

Rund 200 Aktive und Beobachter, darunter auch Einsatzkräfte der Polizei und des Bayerischen Roten Kreuzes, arbeiteten im Wacker-Werk bei dieser Übung zusammen. Über das Bürgertelefon standen Wacker- Fachkräfte im Rahmen der Übung als Ansprechpartner für Auskünfte und Verhaltenshinweise zur Verfügung.

Werkleiter Dr. Dieter Gilles zeigte sich mit dem Ablauf der diesjährigen Großübung sehr zufrieden und dankte nach Abschluss der Übung allen Mitwirkenden für ihr großes Engagement, das die freiwilligen Feuerwehrleute überwiegend in ihrer Freizeit leisten: „Im Falle eines Einsatzes hier am Standort bildet sich jedes Mal ein neues Team in einer unbekannten Gefahrensituation. Trotzdem müssen die Abläufe des Notfallmanagements jedes Mal von Anfang an reibungslos funktionieren. Deshalb sind unsere jährlichen Großübungen seit vielen Jahren fester und wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzepts am Standort Burghausen“. Nach Auswertung der erfolgreich abgeschlossenen Großübung wurde schließlich noch mit allen beteiligten Organisationen eine Nachbesprechung durchgeführt.

Pressemeldung Wacker Chemie AG

Die Erstmeldung:

Am Mittwochabend hat die Werkfeuerwehr der Wacker Chemie AG ihre alljährliche Großübung am Standort in Burghausen durchgeführt. Bereits im Vorfeld war die Bevölkerung darüber informiert worden, dass es in diesem Zusammenhang am Mittwochabend zu Lärm und Rauchentwicklung außerhalb des Werksgeländes kommen könne. Die Werksfeuerwehren von Wacker, OMV Deutschland (Standort Burghausen) und dem Chemiepark Gendorf waren dabei ebenso wie die Freiwilligen Feuerwehren aus Burghausen, Burgkirchen, Garching, Altötting, Mehring, Piesing sowie Raitenhaslach.

Drei Szenarien und eine wirklich wichtige Aufgabe

Drei Szenarien standen (nur auf den ersten Blick) im Mittelpunkt der Großübung 2019:

  • der Brand eines Rückstandswagens,
Was, wenn es mal keine Übung ist? Wacker Chemie AG trainierte den Ernstfall.
  • ein Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten
Personenrettung und Notfallversorgung nach Verkehrsunfall; Notfallsanitäter und Werkärzte vom WACKER-Gesundheitsdienst und Rettungssanitäter des Roten Kreuzes im Einsatz bei der Notfall-Großübung 2019 beim WACKER-Standort in Burghausen
  • sowie der Brand eines Gebäudes und die damit verbundene Menschenrettung.
Brand im Dachbereich eines Gebäudes mit starker Rauchentwicklung. Übung mit Personenrettung, mehrere Drehleiterfahrzeuge von Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz bei der Notfall-Großübung 2019 beim WACKER-Standort in Burghausen

Worum es bei der jährlichen Großübung eigentlich geht, ist laut einer Sprecherin der Wacker Chemie AG aber etwas viel Wichtigeres, nämlich das Zusammenspiel der unterschiedlichen Einsatzkräfte und zuständigen Behörden. Im Ernstfall wäre so ein Einsatz wohl etwas unkontrollierter: Niemand weiß dann vorher davon Bescheid, niemand kann sich darauf vorbereiten. Worauf es dann ankomme, sei das Zusammenspiel.

Es geht um das Zusammenspiel der Einsatzkräfte

Für den Ernstfall gibt es im Chem Delta Bavaria die Werkfeuerwehren, speziell ausgebildete Fachleute. Wenn die nicht reichen, kommen die Freiwilligen Feuerwehren aus der Region dazu. Damit alle das Werk kennen, wissen worauf es bei den möglichen Szenarien ankommt, sich zurecht finden, werden sie laut Pressestelle der Wacker Chemie AG in Burghausen bei jeder jährlichen Großübung ausgetauscht. Kurz: Jede Freiwillige Feuerwehr soll regelmäßig dabei sein können.

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