Eine umstrittene Entscheidung im Stadtrat

Wie Burghausen neue Parkplätze in der Altstadt schafft

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Modell für die neue Parkgarage in der Zaglau in Burghausen: rechts in Braun die Parkgarage, links Studienkirche und Gymnasium
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Stadt Burghausen – Auch bei der noch so akribischen Ausnutzung jedes freien Quadratzentimeters: Das Parkplatzproblem in der historischen Altstadt ist auf die Fläche gesehen nicht zu lösen. Für die Parkfläche in der Zaglau hat der Stadtrat auf seiner Sitzung am Mittwochnachmittag eine andere Lösung beschlossen.

Bei der Sitzung des Stadtrates am Nachmittag des 10. Aprils hat das Gremium nach langer Aussprache mit zwei Gegenstimmen den Realisierungsbeschluss für die Parkgarage in der Zaglau gefasst. Damit kommen zu den bisherigen 72 Parkplätzen gegenüber vom Gymnasium 80 weitere hinzu. „2021 muss da hinten Ruhe sein“, hatte der Erste Bürgermeister Hans Steindl (SPD) zuvor noch dazu ausgeführt.

72 Parkplätze in der Fläche gibt es derzeit in der Zaglau in der Altstadt in Burghausen. 80 kommen demnächst in der neuen Parkgarage dazu.

Eine lange Diskussion

Zu den bisherigen 72 Stellplätzen in der Fläche kommen also 80 weitere in der Höhe. Insgesamt fünf Parkebenen wird die Parkgarage in der Zaglau haben. Kostenpunkt für jeden der 80 neu hinzugewonnen Parkplätze: rund 50.000 Euro. Die Kosten für die Parkgarage in der Zaglau sind nämlich mit rund vier Millionen Euro veranschlagt. Zum Vergleich: 2017 hatte der Erste Bürgermeister der Stadt Burghausen zur Kostensteigerung für das Parkdeck nebenan in der Zaglau ausgeführt, dass ein Tiefgaragen-Stellplatz in Deutschland zwischen 32 und 35.000 Euro koste.

Das ist der Plan für die neue Parkgarage in der Zaglau in Burghausen: Insgesamt fünf Parkebenen wird es geben. Das macht insgesamt 152 Stellpätze.

Zu teuer“, „zu übereilt“, „insgesamt im Hinblick auf die jetzige finanzielle Situation der Stadt nicht nachvollziehbar“: So lauteten die Kritikpunkte verschiedener Gremiumsmitglieder im Rahmen der Aussprache im Stadtrat. Auch die von Erstem Bürgermeister Hans Steindl propagierte „Quartiersgarage“ wurde in Frage gestellt. Weiter kamen Zweifel an der geplanten Fassadengestaltung auf.

Thema "Zu teuer"

Auf den Einwurf, die neue Parkgarage sei zu teuer erwiderte Hans Steindl, dass zwei der veranschlagten vier Millionen Euro im Haushalt bereits dafür veranschlagt seien. „Das haben wir alle so beschlossen.“ Diese neue Planung sei bis zu drei Mal wirtschaftlicher als die bisherigen.

Das Stadtoberhaupt sprach sich gegen eine Städtebauförderung aus. „Wir wollen eine flexible Situation haben.“ Förderungen würden immer Vorschriften beinhalten. Der Stadtsäckel sei trotz der prognostizierten schwindenden Einnahmen immer noch gut gefüllt, die Parkgarage selbst zu realisieren. „Jetzt geht es ums Bauen.“ Die Kosten, die Wirtschaftlichkeit, der dringende Bedarf – nie sei der Zeitpunkt besser gewesen, eine solche Entscheidung zu fällen.

Thema „Quartiersgarage“

Nach Steindls Vorstellungen soll ein Teil der Stellplätze in der neuen Parkgarage in der Zaglau an die Anwohner in der Altstadt vermietet werden, deswegen „Quartiersgarage“. So würden beispielsweise die Parkplätze in der Kanzelmüllerstraße wieder frei werden. Es könne nicht angehen, dass Konzert- oder Besucher von Großveranstaltungen in Burghausen den Innenhof des Gymnasiums voll parken oder gar im Naturschutzgebiet an der Salzach ihr Auto abstellen.

Bei Großveranstaltung in Burghausens Altstadt stehen die Autos hier gern mal bis zum Container im Bildhintergrund und damit im Naturschutzgebiet.

Insgesamt erwarte er sich von der „Quartiersgarage“ eine allgemeine Entspannung der angespannten Parkplatzsituation in der Altstadt, so Steindl.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Freitag.

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