Matinee zum Gedenken an die gebürtige Burghauserin

"Die ist frühreif!": Erinnerungen an die Schauspielerin Hannelore Elsner

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Hannelore Elsner gestorben
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Stadt Burghausen – Am 7. März war der letzte Film mit Hannelore Elsner in die Kinos gekommen: „Kirschblüten & Dämonen“. Die bekannte und bei vielen beliebte Schauspielerin ist am Ostersonntag ihrem Krebsleiden erlegen. Zum Gedenken gab es am Sonntagvormittag im Ankersaal eine ganz besondere Matinee.

Am Rande der Brandschutzvorschriften würden sie sich bewegen, so Hans Steindl, der Erste Bürgermeister der Stadt Burghausen, am Sonntagmorgen über den mehr als voll besetzten Ankersaal. Rund 200 passen da nach dem Umbau normalerweise rein. Wegen des großen Andrangs zur Matinee zum Gedenken an die verstorbene Hannelore Elsner wurde jeder mögliche zusätzliche Platz ausgenutzt.

Der Ankersaal in der Altstadt in Burghausen war am Sonntagvormittag mehr als voll besetzt bei der Matinee zum Gedenken an die Schauspielerin und gebürtige Burghauserin Hannelore Elsner.

„Kirschblüten & Dämonen“

Zu sehen gab es „Kirschblüten & Dämonen“, den letzten Film mit der in Burghausen geborenen, bekannten und beliebten Schauspielerin. Dazu sprach Steindl einen Nachruf und eine ehemalige Klassenkameradin von Elsner erzählte aus ihren Erinnerung an sie.

Filmpremiere von "Kirschblüten & Dämonen" in Müchen: Auf dem roten Teppich hier unter anderem Hannelore Elsner (rechts).

Ein bedrückendes Bild der Kindheit

Lesen Sie auch: Hannelore Elsner: Schlimme Schmerzen im Hotelbett - dann kam sie in die Klinik.

Hannelore Elsner hieß eigentlich Hannelore Elstner. Diesen Namen habe sie aber abgelegt weil er immer falsch geschrieben werde, so Hans Steindl. In Burghausen sind zwei Verwandte der bekannten und beliebten Schauspielerin beerdigt. Deren Name ist Elstner. Es sind ihr Vater Georg und ihr Bruder Manfred. „Als sie neun war, hat sie ihren Vater verloren“, erklärte das Stadtoberhaupt und: „Ihren Bruder hat sie verloren, als sie drei war.

"Sie saß in der Schule neben mir"

Ein bedrückendes Bild der Kindheit von Hanelore Elsner macht sich unweigerlich vor dem geistigen Auge auf, ob der Verluste von Bruder und Vater in früher Kindheit. Ganz so scheint es aber nicht gewesen zu sein. Eine ehemalige Klassenkameradin berichtete vor dem randvoll besetzten Ankersaal, wie sie die bekannte und beliebte Schauspielerin in Erinnerung hat.

Die ist frühreif“, habe ihre Mutter gesagt. Es sei nämlich so gewesen, dass „Hanni“ auch den älteren Bruder und dessen Freunde in ihren Bann gezogen hat. Ergebnis: „Hanni“ durfte bei den beiden Schwestern nicht übernachten, so sehr sich die Schwestern und „Hanni“ das auch wünschten. Diese und mehr Erinnerungen in einem Videomitschnitt vom Sonntagvormittag:

Bei dem letzten Besuch habe Hannelore Elsner deutliche Zeichen ausgesendet, sich von Burghausen verabschiedet zu haben, so die ehemalige Klassenkameradin. Elsner habe auch gesagt, dass sie in die Klinik müsse. Das sei der letzte Kontakt zu der Schauspielerin gewesen.

Anfang März bei der Filmpremiere zu "Kirschblüten & Dämonen" in München: Der Krebs schien zu diesem Zeitpunkt besiegt aber es sollte anders kommen. 

Die Schönheit der bewegten Bilder

"Kirschblüten & Dämonen" sei nicht Hannelore Elsners bester Film, so Hans Steindl in seinen einführenden Worten zu dieser Matinee am Sonntagvormittag im Ankersaal in Burghausen. Das Stadtoberhaupt mahnte dennoch zu mehr Respekt gegenüber dem Deutschen Film. Dieses heimische Kulturgut dürfe nicht verloren gehen. 

"Kirschblüten & Dämonen" versteht man wohl erst, wenn man "Kirschblüten Hanami" gesehen hat. Es ist eine sehr liebe- wie wohl gleichsam leidvolle Fortsetzung. Dabei geht es wie schon im ersten Teil um nichts weniger als das Leben und das mit voller Breitseite. War "Kirschblüten Hanami" noch weit weg (große Teile spielen in Japan), geht "Kirschblüten & Dämonen" direkt ins Innerste von Schönheit und Grausamkeit dessen, was wir Leben nennen.

Ein offizieller Spoiler:

Das ist der offizielle Pressetext zu "Kirschblüten & Dämonen":

"Karl (Golo Euler) lebt allein in München, er trinkt zu viel, hat deshalb seinen Job und seine eigene Familie verloren und leidet sehr unter der Trennung von seiner kleinen Tochter. Im Vollrausch wird er von Dämonen verfolgt. Er erinnert sich an Japan und bessere Zeiten…. Eines Tages steht die Japanerin Yu (Aya Irizuki) vor der Tür. 

Sie hat sich vor zehn Jahren um Karls Vater Rudi (Elmar Wepper) in Tokio gekümmert, als Karl keine Zeit für ihn hatte. Jetzt ist sie wieder da. Sie möchte das Grab von Rudi sehen und das Haus, in dem er gelebt hat. Widerwillig fährt Karl mit ihr aufs Land, aber er kann sich dem Charme von Yu nicht entziehen

Das Elternhaus steht schon lange leer, die Geschwister sind zerstritten. Yu ruft in den Brunnen vor dem Haus und erklärt Karl, dass dort in der Tiefe die Toten wohnen. Sie übernachten im Haus und Karls Dämonen kehren zurück. Aber Yu weiß, wie man mit ihnen umzugehen hat.

 

Immer mehr wird Karl bedrängt von bedrückenden Erinnerungen an seine Kindheit, die Geschwister, die toten Eltern. Sie sind wieder da und fragen Karl: Was machst du mit deinem Leben? Warum bist du nicht glücklich Karl beginnt mit Unterstützung von Yu, in die er sich immer mehr verliebt, um sich selbst und seine Geschichte zu kämpfen - dafür muss er fast sterben und bis nach Japan gehen, um herauszufinden, ob er selbst schon ein Gespenst oder noch am Leben ist." (Quelle: Constantin Film Verleih GmbH)

Wie gesagt: Man sollte "Kirschblüten Hanami" gesehen haben. 

rw

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