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So lief die Jahreshauptübung 2021 bei Wacker in Burghausen

Ein Unfall, Eingeklemmte, Rauch ... und daneben ein Haufen Zuschauer?

Die Jahreshauptübung 2021 der Werkfeuerwehr von Wacker gemeinsam mit Wehren der Umgebung, der Polizei und Rettungsdienste fand am Donnerstag statt.
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Die Jahreshauptübung 2021 der Werkfeuerwehr von Wacker gemeinsam mit Wehren der Umgebung, der Polizei und Rettungsdienste fand am Donnerstag statt.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Die Werkfeuerwehr der Wacker Chemie AG hat am Donnerstag eine Großübung am Standort Burghausen durchgeführt. Mit dabei war auch ein ganzer Trupp an Zuschauern. innsalzach24.de erklärt, warum.

Burghausen - Ein Zug der Werkbahn ist mit einem Transporter zusammengestoßen. Zwei Personen sind eingeklemmt. Aus Frachtbehältern auf einem der Waggons laufen Gefahrstoffe aus. Rauch steigt auf. Unter Blaulicht rückt ein Einsatzzug der Werkfeuerwehr an. Vornweg der Einsatzleiter. Er inspiziert als erster die Lage. Er muss nun rasch die Situation erfassen, weitere Befehle geben. Von ihm dirigiert rücken dann die Floriansjünger aus und machen sich an die Rettung der Eingeklemmten. Nach und nach rücken verstärkend weitere Kräfte der Werkfeuerwehr, der umliegenden Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Polizei an.

Die Verletzten werden befreit. Die auslaufenden Gefahrstoffe mit Schaum gebunden. Die Lage ist bald im Griff. Die ganze Zeit über wird das Ganze allerdings, aus sicherer Entfernung, von einem Grüppchen aus Uniformierten und ein paar Personen in Zivil begutachtet. Vertreter von Feuerwehren und Polizei aus Bayern und Österreich sowie ein Vertreter des Bundesheers, außerdem einige Vertreter der Behörden, die in einem Unglücksfall eingeschaltet würden, verfolgen das Geschehen. Das ist zentraler Bestandteil einer Jahreshauptübung bei Wacker in Burghausen. Nicht nur die Einsatzkräfte üben, auch diese Zuschauer sollen sich bei dieser Gelegenheit ein Bild von den Abläufen im Ernstfall machen.

Jahreshauptübung bei Wacker in Burghausen: Fachleute machen sich ein Bild der Abläufe

15 Frauen und Männer sind derzeit bei der Werkfeuerwehr des Chemiekonzerns beschäftigt. Sie arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb, stehen 24 Stunden am Tag bereit für den Notfall. Sie sind auf dem 2,5 Quadratkilometer großen Werksgelände mit seinen 1000 Gebäuden und Anlagen für die ersten, die im Notfall anrücken. „Wir haben im Durchschnitt eigentlich jeden Tag etwas zu tun“, erzählt Dr. Niels Friede, Leiter der Wacker Werkfeuerwehr. „Wobei das meiste eher solche Dinge sind wie: Ein Tier ist in den Werkkanal gefallen und braucht Hilfe. Ein Wespennest muss versetzt werden. Oder jemand hat irgendwo einen verdächtigen Geruch bemerkt.“ Doch man müsse natürlich auch auf dramatische Szenarien wie jenes, das an diesem Abend geübt wird vorbereitet sein.

2021 kann nun wieder eine solche Jahreshauptübung stattfinden. 2020 fiel sie wegen der Pandemie aus. „Test, Test ... diese Anlage hier war jetzt auch eine Weile nicht mehr in Betrieb ...“, bemerkt Friede bei der Vorbesprechung im Festsaal des Belegschaftshauses an der Südpforte des Werksareals, eine halbe Stunde vor Beginn der Übung. Bevor es losgeht erhalten die anwesenden Zuschauer einen kurzen Rückblick und einige technische Hinweise, die sie mit zu ihren Organisationen nehmen sollen. Dann geht es für die Gruppe ab in einen Bus zur Übungsstelle. „Eigentlich ist das hier der ‚Busbahnhof‘ an dem zum Schichtwechsel die Kollegen aus allen Himmelsrichtungen ankommen“, erläutert Friede.

Umfangreiches Benachrichtigungssystem

„Achtung! Die Werkfeuerwehr führt heute im Abschnitt 158 eine Übung durch! Dabei kann es vorübergehend zu wahrnehmbarer Lärm- und Rauchentwicklung kommen“, diese Durchsage hallt um Punkt 17.30 Uhr über das gesamte Werksgelände von Wacker. „Wäre es ein wirklicher Notfall, gäbe es, falls nötig, noch weit umfangreichere Alarmierungsmöglichkeiten“, berichtete Friede weiter. Dann würden beispielsweise auch auf allen Computern, die an das Intranet angeschlossen sind Warnmeldungen aufblinken. Zur Information der Bevölkerung steht ebenfalls eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung. Von riesigen Lautsprechern, die auf das Stadtgebiet von Burghausen und Richtung der österreichischen Nachbargemeinden gerichtet sind über Informationen über die zuständigen Behörden und die Presse und auch die neuen Sozialen Medien wie Twitter.

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Irgendwann ist schließlich das Einsatzgeschehen abgeschlossen. Die Spezialkräfte der Feuerwehr schälen sich mühsam aus ihren Schutzanzügen. Schläuche werden eingerollt. Die Flutlichter abgeschaltet. Eine Art Ballett der massiven Einsatzfahrzeuge beginnt, die sich an einander vorbei bewegen um schließlich wieder zu ihren Garagen zu rollen. „Der Spezialschaum wird selbstverständlich auch ordnungsgemäß entsorgt. Für diese Übung kommt ohnehin schon keine der Fluor-haltigen Varianten zum Einsatz. Wir sind da gerade mitten in der Umstellung. Dafür wurden sogar Plastikelemente aus den Fahrzeugen entfernt“, berichtet Friede.

Neben dem Fachpublikum begutachten an diesem Tag auch noch einige spezielle Beobachter das Geschehen. „Das sind Vertreter der Kreisbrandinspektion und unserer Werkfeuerwehr. Die sind sowohl hier vor Ort bei der Übung als auch in der Einsatzlagezentrale mit dabei. Sie werden dann ihre Beobachtungen und etwaigen Kritiken sowie Verbesserungsvorschläge im Anschluss bei einer Nachbesprechung berichten.“

hs

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