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Sensationelle Ideen für Burghausen

Hängebrücke über Salzach? Gondeln für Touristen? Oder ein Cable Car für den Burgberg

Eine Hängebrücke wäre die ideale Lösung für Fußgänger und Radfahrer – sagen manche Burghauser Altstadt-Bewohner.
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Eine Hängebrücke über die Salzach? Für die Burghauser durchaus denkbar.

Wenn es um ihre Altstadt geht, sind die Burghauser beispiellos kreativ. In einer Anwohner-Umfrage kamen die sensationellsten Vorschläge für die historische Stadt auf den Tisch.

Burghausen – Schon beim Bürgerbeteiligungsprozess zeigten sich die Burghauser motiviert, und nicht abgeneigt ihre Altstadt aufzupeppen. Weil der Prozess aber doch recht zeitintensiv war, konnte nicht jeder, der tolle Ideen hatte mitmachen. So beschlossen einige Altstadt-Anwohner eine Umfrage unter sich zu machen und kamen so zu erstaunlichen Vorschlägen.

Die Fantasie der Altstädter kennt keine Grenzen

Eine Megabrücke über die Salzach und eine Hängebrücke für Fußgänger und Radfahrer waren dabei genauso vertreten wie eine Rolltreppe am Hofberg. Auch ein Cable-Car als Aufstiegshilfe wurden vorgeschlagen. Manche Umfrageteilnehmer waren dafür, dass Auswärtige gar nicht mehr mit ihren Autos in die Altstadt einfahren sollen. „Der Comfort für KFZ-Poser“ muss reduziert werden“, schreibt ein Teilnehmer. Auch ein Shuttlebus für die Angestellten im Rathaus wurde gewünscht, da diese doch sehr viele Parkplätze belegen. „Das Einwohner-Meldeamt könnte in die Neustadt umziehen“, schlug ein weiterer Anwohner vor.

Ergebnis der Anwohner Umfrage Altstadt Burghausen

Insgesamt 120 Altstädter haben an der Umfrage teilgenommen, die Hälfte davon war nicht beim Bürgerbeteiligungsprozess dabei. Von den 120 wollten dennoch 88,3 Prozent, dass sich etwas in der Altstadt ändert. Am meisten war eine Veränderung am Stadtplatz gewünscht: Etwa fünf Mal wurde das Verlangen nach Zebrastreifen am Stadtplatz ausgedrückt. Dass der Platz zugunsten eines Radweges verengt werden soll, lehnten aber 60,8 Prozent der Befragten ab. 52,1 Prozent wollen keine Einbahn auf der Alten Brücke. Mehr Ablehnung erfuhr nur der im Beteiligungsprozess vorgeschlagene Kinderspielplatz am Stadtplatz.

Auswertung der Anwohner-Umfrage in der Burghauser Altstadt.

Bodenschwellen am Ludwigsberg wollen die Altstadt-Bewohner nicht, das sei zu gefährlich begründete eine Teilnehmerin. 67, 8 Prozent stimmten dagegen. Tempo 30 für die komplette Altstadt inklusive Berg scheint allerdings für viele Teilnehmer eine alternative Option zu sein. „Ein fester Blitzer wäre gut, denn der Lukkiberg wird zu oft als Startrampe missbraucht“, schreibt ein Altstädter. Ob der Ludwigsberg zum Radweg werden soll? 55 Prozent waren dafür. Dass der Hofberg und die Grüben fahrradfrei werden sollen, wurde mehrmals vorgeschlagen. Hintergrund dafür scheinen rücksichtlos rasende Fahrradfahrer zu sein.

Umfrageergebnisse einer Anwohner-Befragung in der Burghauser Altstadt.

Burghauser Altstadt: Anwohnerparkplätze auf Wunschliste ganz oben

Am meisten wurde das Bedürfnis nach Parkplätzen für Anwohner ausgedrückt. Auswärtige sollten in einem Parkhaus in der Zaglau (beim Kurfürst-Maximilian-Gymnasium) untergebracht werden. Dieser Wunsch wurde etwa zehn Mal geäußert.

Es kann nicht angehen, dass man ab einer bestimmten Zeit als Anwohner daheim sein muss, um einen Parkplatz zu bekommen

Umfrageteilnehmer

Auch, dass die festen Anwohnerparkplätze in der Tiefgarage zu oft leer stehen wird etwa zehn mal bemängelt. Bei der Vorstellung des Mobilitätskonzeptes für Burghausen wurde vorgeschlagen, mehr Kurzzeitparkplätze in der Tiefgarage zu schaffen. 58,3 Prozent der Umfrage lehnten dies jedoch ab – 35,8 Prozent stimmten dafür. Manche Altstädter wären sogar bereit Geld zu zahlen: 37,2 Prozent der Anwohner wären mit 100 Euro Einsatz für eine Parkplatz-Jahreskarte einverstanden. 20,4 Prozent würden sogar bis zu 200 Euro zu zahlen. Allerdings gaben 42,5 Prozent an, dass sie es ablehnen oder sich Kosten für einen Parkplatz nicht leisten könnten.

Altstadt-Bewohner dürfen nicht schlechter gestellt werden, als Anwohner in der Neustadt. Für sie sind Parkplätze an der Straße frei, oder sie müssen allenfalls eine Jahresgebühr von 50 Euro tragen

Umfrageteilnehmer
Auswertung einer privaten Anwohner-Umfrage in der Altstadt.

Burgaufzug fast so wichtig wie Parkplätze

Zwar war in den vergangenen Jahrzehnten auch eine Bergbahn für den Personentransport zur Burg ins Gespräch gekommen, doch die Idee eines Burgaufzuges hatte sich mehr Freunde gemacht. Auch in der Umfrage spiegelt sich das wider. Etwa zehn Prozent der Teilnehmer wünschten sich einen Lift für Fahrradfahrer und Fußgänger. Schon Altbürgermeister Hans Steindl hatte überlegt, den Aufzug installieren zu lassen: entweder am Stadtplatz oder am Bichl.

Burghauser Citybus-Taktung, mehr Nahversorgung und Grün für die Altstadt

Einig waren sich die Umfrageteilnehmer, wenn es um mehr Grün und mehr Geschäfte für ihre historische Altstadt ging. Auch mehr (schöne) Sitzgelegenheiten und Rad-Abstellflächen wurden gewünscht. So mancher Anwohner wünscht sich auch eine Hundewiese. Ein Umfrageteilnehmer schrieb: „Ich rate von einem ‚Zusperren‘ der Altstadt ab. Wir können nicht auf Leute aus dem Umland verzeichten, die keine Anbindung an den ÖPNV haben.“

Nicht jeder Altstädter war der Meinung, dass unbedingt eine Veränderung her müsse. Ein Anwohner schrieb dazu: „

Seit der Salzlände-Baustelle herrscht eine äußert angespannte Situation in der Altstadt, die Welt verändert sich gerade so schnell wie nie. Müssen wir jetzt Experimente machen, wo wir die Auswirkungen von Corona und dem Ukraine-Krieg noch nicht einmal abwägen können?“

Umfrageteilnehmer

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