Ein neues Quartier soll entstehen

"Brauchen was für die Zukunft": Drei Modelle für Salzachzentrum

+
Der Koloss Salzachzentrum aus den 1970er-Jahren soll weg und durch eine kleinteiligere Bebauung ersetzt werden - weder ein großes Gebäude, noch eine Nutzung soll es werden, sondern ein Mix.
  • schließen

Burghausen - Das frisch ausgearbeitete Stadtentwicklungskonzept liegt vor - und doch dreht sich fast alles um die Neustadt und dort wiederum steht der Dauerbrenner Salzachzentrum im Mittelpunkt. Wie geht es weiter?

Es geht in kleinen Schritten weiter vorwärts bei Burghausens Schmuddelecke, dem Salzachzentrum an der Marktler Straße: Am Mittwoch wurde dem Stadtrat das Stadtentwicklungskonzept (ISEK) vom Architekturbüro "mahl gebhard konzepte" präsentiert und im Mittelpunkt das Salzachzentrum, stolze 16.000 Quadratmeter. Nun wurden drei grobe Modelle verschiedener Büros präsentiert, wie das Viertel künftig gestaltet sein könnte.

Drei vage Modelle zur Bebauung liegen vor 

Ein Modell wird von größeren Grünflächen im Inneren dominiert, einmal gibt es gerade Verbindungen zwischen den Gebäuden, einmal ist ihre Anordnung eher verschachtelt, mit kleinen Plätzen. Fest steht aber: Es soll in die Höhe gebaut werden, "das ist unsere Vorgabe", so Bürgermeister Hans Steindl. Und es soll kein reines Einkaufszentrum entstehen, sondern ein Mischgebiet - "wir brauchen was für die Zukunft". "Mit dem guten ÖPNV-Anschluss direkt daneben wäre das ein hochwertiger Wohnstandort", so Architektin Andrea Gebhard.

"Natürlich wird als Teil auch künftig ein Vollsortimenter dort möglich sein, aber dann mit Wohnungen oben drüber", so Steindl zu seinen Vorstellungen. Bis zu fünf Vollgeschoße in die Höhe geht es nach den drei vorliegenden Modellen, die noch nicht genauer ausgearbeitet sind. Erst am Montag saß der Bürgermeister wieder mit dem Grundeigentümer HBB beisammen, drei interessierte Investoren gäbe es schon. Mitte oder Ende November soll es laut Steindl eine nächste Infoveranstaltungen zum Salzachzentrum geben.

Architektin: "Waldgebiet vor Bahnhof unbedingt erhalten"

Laut Architektin Andrea Gebhard geht es aber um mehr, als ums Salzachzentrum: Es geht auch um die Vernetzung von Grünflächen entlang der Marktler Straße, um das Kammergruber-Grundstück oder ein mögliches Parkhaus nahe dem Berliner Platz. "Das Waldgebiet vor der Ortseinfahrt sollte auf jeden Fall erhalten werden", so die Architektin - aus einem Wald hinauszufahren und direkt im Zentrum und am Bahnhof zu sein müsse geschätzt werden.

Wenig Handlungsbedarf sieht das Stadtentwicklungskonzept dagegen in der Altstadt, "weil sie ohnehin so gut ist", wie Gebhard meinte. Es brauche nur behutsame Veränderungen und eine schrittweise Verbesserung bei der Barrierefreiheit, weniger Parkplätze an der Kanzelmüllerstraße oder ein Parkdeck in der Zaglau, um die dort parkenden Autos zu bündeln. In Raitenhaslach sprach sich Andrea Gebhard zum Beispiel für Parks mit großen Skulpturen aus.

Wenig Neues für die Stadträte

Nach der Präsentation des ISEK hätte die Begeisterung im Stadtrat größer sein können. "Ich bin von der Präsentation enttäuscht, wir haben fast nichts neues gehört", so Paul Kokott stellvertretend für einige andere. Bereits vor zwei Jahren wurde das Stadtentwicklungskonzept in Auftrag gegeben. Ein solches ISEK ist aber auch Voraussetzung, um überhaupt öffentliche Fördermittel für Projekte erhalten zu können. In einer öffentlichen Veranstaltung im Bürgerhaus soll das Stadtentwicklungskonzept noch einmal vorgestellt werden.

xe

Zurück zur Übersicht: Stadt Burghausen

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT