Die Folgen der Raupenplage in der Region

Der Buchsbaumzünsler schadet nicht nur der befallenen Pflanze

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Landkreise – Der Buchsbaum oder kurz: der Buchs. Für viele ist er aus einer kultivierten Garten- oder Landschaftsgestaltung nicht mehr wegzudenken. Problem: Er ist in Gefahr und das nicht nur durch den aus Asien eingeschleppten Schmetterling, genannt Buchsbaumzünsler.

Treibt der Buchsbaumzünsler erst einmal sein Unwesen, bleibt von der Pflanze oft nur wenig übrig. Diese Erfahrung machen derzeit viele, die einen Buchs ihr Eigen nennen. An sich soll er pflegeleicht sein. Nicht nur deswegen haben ihn viele sondern auch weil er schön aussieht. „So eine Buchskugel macht schon was her“, berichtet ein leidenschaftlicher Gartler aus Burghausen.

"Es waren zu viele"

Gleich mehrere davon seien jetzt Geschichte, erzählt der Mann auf Nachfrage von innsalzach24.de. Der Befall sei einfach zu groß gewesen. Anfangs habe er noch versucht, die Problemraupen abzusammeln. „Es waren wohl zu viele.“ Auch weil seine Buchsbäume so groß gewesen seien und er, der Gartler, nicht mehr der jüngste war seine Entscheidung: Der Buchs muss weg. Kahl sehe es jetzt in seinem aus aber es sei besser so.

Wie man den Zünsler bekämpfen kann:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich des Schädlings zu entledigen. Von Algenkalk und Urgeinstmehl drüber streuen über Bacillus thuringiensis sprühen bis hin zum alt bekannten Hochdruckreiniger - Ein Leser hat eine andere, offfenbar wirkungsvolle Methode: Er saugt die Raupen und Nester mittels eines Nass-Saugers ein. Anschließend wird der Inhalt des Saugbehälters im wahrsten Sinne des Wortes gegrillt.

"Man kann nie sicher sein, ob er wieder kommt"

Bei allen Bemühungen: Der Punkt ist offenbar, dass man den Zünsler nur gemeinsam in den Griff kriegen kann und das auch nur mit ständiger Umsicht. Viele reißen die Pflanzen deshalb rigoros raus aus dem heimischen Anwesen, vom Grab auf dem Friedhof, und so weiter, "denn man kann nie sicher sein, ob er wieder kommt"

Diese Sorge ist nicht unberechtigt. Ist der Nachbar mal längere Zeit nicht da und kümmert sich nicht um seinen Buchs und zack - schon kann die Raupe wieder zurückkommen. Die derzeitigen klimatischen Verhältnisse machen es möglich. Dem Tierchen geht es gerade super hier in der Region. Von fünf statt möglichen vier Generationen im Jahr ist für 2018 die Rede. Eine hat eine Lebenserwartung von circa zwei Monaten. Da stellt sich doch eine Frage:

"Wer kauft überhaupt noch Buchs?"

innsalzach24.de hat im Fachhandel in den Landkreisen Mühldorf, Rosenheim und Traunstein nachgefragt. Das Ergebnis: Nur noch wenige. Der Buchs werde auf kurz oder lang wohl aus dem Sortiment und damit aus den heimischen Gärten verschwinden. Freilich gebe es entsprechende Mittel gegen die Problemraupenplage aber es gebe auch alternative Pflanzen wie etwa die Eibe. Aus der könne man sogar die beliebten Kugeln machen.  

Wer dennoch einen Buchs haben will, werde in entsprechenden Betrieben auch die entsprechende Fachberatung finden, heißt es weiter. So sei ein Schlüssel, den Buchbaumzünsler fern zu halten, ihm nicht zu viel anzubieten. Es komme auf die Kombination in der Bepflanzung an. Vereinfacht gesagt: Eine Buchsbaumhecke und mehrere Kugeln und dann ist schnell Feierabend, wenn der Zünsler kommt. Besser: Vielleicht nur einen Buchs, gezielt gesetzt mit anderen Pflanzen als Nachbar. Entsprechende zugelassene Mittel, um der Buchsbaumzünsler-Plage werde es freilich weiter geben. Eine Alternative zum Buchs ist die Eibe. Sieht ähnlich aus und kann man auch zur Kugel schneiden. 

Schreiben Sie uns auch weiterhin gerne Ihre Erfahrungen und schicken uns gerne Fotos an raphael.weiss@ovb24.de oder nutzen Sie die Kommentarfunktion auf unseren Facebookseiten.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Bernd Weissbr

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