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Laden Österreicher ihren Müll in Burghausen ab?

Sportverein wird es zu „bunt“: „98 Prozent der Säcke todsicher von wo anders“

Abfalltourismus in der Burghauser Altstadt.
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Der Schlagobers kommt eindeutig aus Österreich.

Der Parkplatz des Burghauser Sportvereins TV1868 ist seit etwa einem Jahr Ziel von Abfalltouristen. Trotz Schild und Videoüberwachung tauchen immer wieder „un-gelbe Säcke“ auf, und die stammen wohl aus Österreich. Doch auch Deutsche bringen ihren Müll nach „drent“.

Burghausen – „Angefangen hat das irgendwann einmal mit ein paar Säcken. Inzwischen sind es zu viele“, sagt Norbert Stranzinger, der 1. Vorstandsvorsitzende des Sportvereins TV1868. Die Sportanlage des Vereins ist an der Tittmoninger Straße gelegen, von der aus man in wenigen Minuten die Grenzbrücke nach Österreich erreicht. Es ist eine Strecke, die vor allem von Berufspendlern genutzt wird, und hier vermutet Stranzinger auch den Ursprung der Säcke. „In der Regel sind es 70 Prozent Deutsche, die in Österreich wohnen: Auf dem Weg zur Arbeit lassen sie dann die Säcke hier.“

„Seit mindestens einem Jahr läuft das ganze schon“, so Stranzinger, „mit zunehmender Frequenz.“ Vor sechs Wochen hat der Verein ein Schild aufgestellt, denn aus den anfänglichen zwei bis drei Säcken wurden bis zu 150 Stück. Auch ein Stuhl und eine Mikrowelle seien schon hier abgestellt worden. Manche „Lieferanten“ seien gleich mit Anhängern gekommen, um Müll am Parkplatz abzuladen. „Mit ein paar Autofahrern, von denen wir die Kennzeichen hatten, konnten wir vernünftig reden“, erzählt der Sportvereinsvorsitzende. „Wenn die Ablagerung aber weitergeht wird es Anzeigen geben müssen.

Warum bringen Österreicher ihren Plastikmüll nach Deutschland?

In Österreich wird Plastikmüll an Sammelstellen gebracht. Nun hat das Altstoff Sammelzentrum im grenznahen Hochburg-Ach nur an Freitagen und Samstagen geöffnet: Ist das der Grund für den Abfalltourismus? Nicht nur, denn der Plastikmüll muss dort auch getrennt abgeliefert werden. Es sind also im Gegensatz zum „Gelben Sack“-System mehrere Schritte nötig, um Abfall loszuwerden zu können. Für berufstätige Eltern oder Schichtarbeiter könnte das manchmal zu schwierig werden.

Erleichterung ist in Sichtweite, denn ab 2023 wird im Bezirk Braunau der „Gelbe Sack“ eingeführt. „Diese gibt es sonst schon in allen Bezirken in Österreich“, so Petra Wagner. „Ab 2025 gibt es in Österreich dann auch das Einwegpfand auf Getränkeverpackungen, die das größte Litteringproblem darstellen.“ Das Problem des TV1868 dürfe sich spätestens dann in Luft aufgelöst haben.

Das Schild wurde vor einigen Wochen aufgestellt.

Abfalltourismus auch anders herum

Stranzinger ist es wichtig, zu betonen, dass es sich um maximal 30 bis 40 „Täter“ handle und er keine Vorurteile gegen Österreicher habe. Der Abfalltourismus geschehe nämlich auch anders herum: Viele Deutsche bringen ihren Sperrmüll nach Österreich. Petra Wagner vom Bezirksabfallverband in Baunau weiß: „Im Bezirk Braunau kann jedem Altstoffsammelzentrum (ASZ) eine haushaltsübliche Menge an Sperrmüll kostenlos abgegeben werden. Somit ist unser System der ASZ für grenznahe Deutsche sehr attraktiv.

Doch im Bezirk Braunau werden inzwischen Schwerpunktkontrollen durchgeführt. „Natürlich ist unser ASZ-Personal vor Ort angehalten, Anlieferer mit deutschen Kennzeichen zu kontrollieren. Dies gestaltet sich aber oft schwierig, da viele Österreicher (oder Deutsche mit Wohnsitz in Österreich) Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen fahren. Für das heuriger Jahr ist in der zweiten Jahreshälfte wieder eine „Aktion scharf“ gegen illegale Müllanlieferung aus Deutschland geplant“, so Wagner.

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