UWB-Bürgermeisterkandidat Stefan Niedermeier im Interview

Jüngster Kandidat selbstbewusst: "Bin der bessere Bürgermeister"

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Stefan Niedermeier (UWB) ist mit 42 Jahren der jüngste Kandidat für das Amt des Bürgermeisters. 
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Burghausen – Im Interview mit innsalzach24.de berichtet UWB-Bürgermeisterkandidat Stefan Niedermeier über seine Motivation und Pläne.

„Burghausen braucht nach 30 Jahre Hans Steindl einen jüngeren Bürgermeister mit einer schlagkräftigen Truppe, der neue Akzente setzen kann“, so Niedermeier gegenüber innsalzach24.de. Aufgrund fehlender Bereitschaft der SPD über eine feste Zusage über die Rolle von Niedermeier - er kandidierte als parteiloser 2014 für die SPD-Stadtratsliste – kam der Kontakt zur UWB zustande. In diesen Gesprächen kristallisierte sich auch eine Kandidatur als Bürgermeisterkandidat heraus. Nach Franz Huber 1984 war es an der Zeit für die UWB wieder einen Kandidaten zu stellen.

Aktuell stellt die UWB drei Stadträte: Hartmut Strachowsky, Peter Schacherbauer und Anna Spindler. Realistisches Ziel sei es, diese auf fünf zu erhöhen und auch den Bürgermeister zu stellen. „Parteiunabhängig alle Dinge neu zu bewerten und in die richtige Zukunft zu bringen“, das ist für den 42-Jährigen die größte Motivation. Andere Kandidaten könnten dies aufgrund von Zusammen- bzw. Mitarbeit in Institutionen „eher weniger“.

Im Detail könne man noch nicht genau sagen, welche Dinge man als Bürgermeister umsetzen würde. Neben der Einarbeitung müsse die aktuelle Situation bewertet werden. Grobe Ziele sollten aber schon da sein.

„Ich bin ein Alphatier und will und kann Entscheidungen treffen. Dennoch sind in der Vergangenheit viele große Entscheidungen nur von ein paar Personen getroffen worden. Das soll in Zukunft jedoch anders sein“, so der UWB-Kandidat über Gestaltungsmöglichkeiten in anderen Parteien.

"Viele Sachen müssen auf den Prüfstand gestellt werden"

Die aktuellen Sparmaßnahmen halte Niedermeier für reinen Aktionismus. Eigentlich hätten manche Dinge ein halbes Jahr vor der Wahl nur vorbereitet werden sollen, aber nicht mehr beschlossen. Das würde den nächsten Stadtrat und Bürgermeister einengen. Doch aktuell wurden beispielsweise viele Baumaßnahmen und auch Termine bereits festgelegt.

„Dennoch müssen wir davon ausgehen, dass die Gewerbesteuereinnahmen nachhaltig zurückgehen. Daher müssen viele Sachen auf den Prüfstand gestellt werden“, ist sich der 42-Jährige bewusst. Die Stadt könne allerdings auch Kredite aufnehmen, um sinnvolle Projekte weiter zu finanzieren. Auch wenn bereits Anfang des Jahres der neue Haushaltsplan aufgestellt wird, sollten die wichtigen Entscheidungen vom neuen Gremium entschieden werden.

Konkret gehe es um eine Einführung von Parkgebühren, Erhöhung der Eintrittspreise und Gebühren für Kitas – alles in moderater Art und Weise. Sozial schwächere Menschen sollen davon aber nicht betroffen sein, die eine Förderung bekommen sollen.

Ortsumfahrung und neues Seniorenheim wichtige Themen

Des Weiteren sei ein zentrales Thema die Ortsumfahrung in Burghausen. Der Dialog mit Mehring müsste wieder aufgenommen. „Ich bin der Meinung, dass die Trasse durch das Lengthal immer noch die beste Lösung für alle wäre“, so Niedermeier, der selbst im staatlichen Bauamt in Traunstein tätig war. Allerdings würden andere Projekte bevorzugt werden, bei denen es keine Streitigkeiten gibt. Auch eine Teilumfahrung, wie es FDP-Kandidat Klaus Schultheiss vorschlägt, sei realitätsfremd. Generell sei es ein schwieriges Thema, das jedoch thematisiert werden müsste.

„Der Bau eines neuen Seniorenheimes steht an. Das ist uns allen bewusst“, so Niedermeier. Lediglich der Standort sei noch offen. Das Thema Wohnungsbau will er langsam angehen. Zwar würde derzeit generell viel gebaut werden, dennoch müsste man die aktuelle Entwicklung in der Wirtschaft beobachten, welcher Bedarf in der Zukunft wirklich benötigt wird.

Bedürfnisse der jungen Leute aufgreifen

Auch die Jugend soll wieder vermehrt in den Vordergrund rücken: „Wir brauchen Jugendsozialarbeiter, die wirklich auf der Straße arbeiten und nicht nur zu den Bürozeiten“. Um die jungen Leute müsse sich gekümmert werden. Die Bedürfnisse aufgreifen und Angebote schaffen seien zentrale Bausteine.

Warum er der bessere Bürgermeister ist, wie er es auf seiner Nominierungsveranstaltung geäußert hat? „Besonders jetzt ist es wichtig, dass Ingenieure mit einem ganz klaren Sachverstand in die Politik kommen, die ihre Sachen pragmatisch abarbeiten und nüchtern Entscheidungen treffen. Dafür brauchen wir keine Lehrer oder Personen aus der Wirtschaft. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein pragmatischer Handwerker und Techniker für die Zukunft von Burghausen das Beste ist."

jz

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