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Burghauser Kater wie vom Erdboden verschluckt

Sechs Monate verschollen: Streuner „Morpheus“ kehrte kurz vor Weihnachten zur Familie zurück

Der schwarze Kater Morpheus war für ein halbes Jahr verschwunden. Dann gab es ein Happy End.
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Morpheus(schwarz) und sein Bruder Romeo(rot) glücklich vereint.

Zuletzt war der schwarze Kater „Morpheus“ Ende Mai zuhause gewesen. Dann verschwand er für ein halbes Jahr und blieb trotz etlicher Suchaktionen verschollen – bis kurz vor Weihnachten.

Burghausen – Es war Ende Mai als der schwarze kastrierte Kater „Morpheus“ bei einem seiner Streifzüge in der Burghauser Altstadt verschwand. Monatelang suchte seine Familie nach ihm: Man hängte Steckbriefe aus, warf Zettel in Briefkästen, startete Facebook-Suchaktionen – doch vergebens. Mehr als sechs Monate blieb Morpheus verschollen, und erst als seine Familie die Hoffnung fast verloren hatte tauchte der Kater plötzlich wieder auf: Rechtzeitig vor dem Kälteeinbruch. Doch was war mit der Katze passiert?

Von Abenteuer, Liebe und Jagd

Man muss wissen, dass die Burghauser Altstadt für Katzen kein besonders freundliches Terrain ist. Während die historischen Grüben und der gepflasterte Stadtplatz auf Menschen anziehend wirken, stoßen sie bei Stubentigern auf Abscheu. Zu eingeschränkt sind dort ihre Freiheiten und zu nervenaufreibend die Unmengen an Zweibeinern mit ihren Hunden und Autos. Es gibt dort viel zu wenig von dem, was ein erfülltes Katzenliebe ausmacht: Abenteuer, Liebe und Jagd. Kein Wunder also, dass Altstadtkatzen und -kater auf der Suche nach Glück früher oder später am Burghang landen.

Der Burghauser Burghang ist ein Katzenparadies.

Vom Katzenparadies „Burgberg“

Verborgen hinter den Mauern nahtlos aneinandergereihter Prachtbauten verbirgt sich nämlich ein Katzenparadies – ganz ohne Autos, Motorräder und Menschengetöse. Dort, zwischen den ineinander geschachtelten Ebenen, Terrassen, Gartenhäuschen und Treppchen kreucht und fleucht es von Getier, das sich jagen lässt. Stubentiger jeder Art recken ihre Luxuskörper auf Gartenliegen, Dächern und Mauern oder verstecken sich zwischen Beerenstauden und hohem Gras. Und wenn es in lauen Sommernächten zur ersehnten Katzenliebe kommt, wagt sich kein Mensch mit Verstand in diese kaum zugängliche Katzenwildnis, um dem Treiben ein Ende zu setzen.

Umzug weg vom Paradies

Kater Morpheus und sein Bruder Romeo gehören zu den glücklichen Mäusejägern, die in unmittelbarer Nachbarschaft dieses Katzenparadieses aufwuchsen. Als sie vor eineinhalb Jahren ihre Wohnung am Burgberg verlassen und 100 Meter weiter an den Kirchplatz umziehen mussten, sahen sie sich zum ersten Mal in ihren sieben Katzenjahren Autos und Lieferwägen gegenübergestellt. Auch die lärmenden Trauben von Schulkindern waren ihnen bislang unbekannt. Nach einer Eingewöhnungsphase von mehreren Monaten war aber auch das kein Problem mehr für die Katzen-Brüder: Sie hatten neue Wege zu ihrem geliebten Burgberg gefunden. Also ging es morgens raus und abends wieder nach Hause. Ein wahrer Katzentraum, bis dann im Mai Kater Morpheus verschwand.

Gelb: Wohnort der Katzenbesitzer. Rot: Dort wurde die Katze schließlich gefunden.

Rettung durch die Feuerwehr

Es ist keine Seltenheit, dass Katzen im Sommer die Wildnis bevorzugen. Üblicherweise sind die Abenteurer nach ein paar Tagen wieder zu Hause, doch nach höchstens drei Tagen werden Besitzer nervös: Vielleicht sind die Vierbeiner irgendwo eingesperrt und leiden an Hunger und Durst? Auch Morpheus Besitzer hatten schon einige Rettungsaktionen hinter sich. So hatte der Kater etwa fünf Jahre zuvor von 35 Feuerwehrleuten aus einem Dachboden befreit werden müssen. Am Ende floh der scheue Schwarze durch einen Sieben-Meter-Sprung in die Freiheit.

Erste heiße Spur

Dieses Mal vergingen aber Wochen und Monate erfolgloser Suche. Morpheus Familie verzweifelten an der Barrikade durch die Häuserfront zum Burgberg. Immer wieder berichteten Anwohner, dass sie die verwilderte schwarze Katze am Burghang gesehen hätten, doch erst im September gab es handfeste Beweise, dass Morpheus regelmäßig das Futter einer Katzendame wegfraß. Der Besitzer der Stubentigerin gab an, den scheuen Kater öfters in den frühen Morgenstunden gesehen zu haben. Doch Ruf- und Suchaktionen der Katzenbesitzer im Garten des Mannes blieben erneut erfolglos. Als letztes Mittel blieb also nur, den Streuner auf frischer Tat zu erwischen.

Die Rückholaktion

Während sich also Morpheus Besitzerin eines Novembermorgens bei ihrem Ex-Nachbarn auf die Lauer legte, raschelte der mit der Futtertüte. Und tatsächlich: Morpheus kam und fraß – seine Katzenmamma erkannte er aber nicht. „Ich hab dann einfach ruhig mit ihm geredet und gehofft, dass er zumindest meine Stimme noch kennt“, erzählt die Besitzerin. Doch kaum war der Kater mit der Mahlzeit fertig, war er auch schon wieder verschwunden. Gerade als seine Besitzerin enttäuscht wieder gehen wollte miaute es von der Ebene über ihr. „Und da saß Morpheus und schaute mich an. Als ob ihm gerade eingefallen wäre, wer ich bin.“ Es brauchte nur noch ein „Morpheus, komm her“ und der Kater kam, ließ sich streicheln, nach Hause tragen und füttern. „Als wäre nie etwas gewesen“, sagt die Besitzerin. „Wenn er nächstes Jahr wieder Streunen geht, weiß ich zumindest, wo ich zuerst nachfrage.“

Eigentlich waren die Brüder nie „beste Freunde“. Doch nach der Heimkehr von Morpheus änderte sich das.

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