IHK: "Schweigende Mehrheit" für B15neu

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Ingrid Obermeier-Osl (5.v.l.), Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern und Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf, bei der Führung im Kombiterminal Burghausen. Terminalleiter Dieter Berlinghof und RegioInvest-Geschäftsführer Anton Steinberger stellen dem IHK-Gremium Altötting-Mühldorf am 18.09.2014 das Terminal vor.

Burghausen - Auf der Agenda des IHK-Gremiums standen vorrangig verkehrspolitische Fragen. Dabei war man sich einig, dass der Bahnausbau ebenso schnell vorangetrieben werden muss wie der Ausbau der B15neu.

Einen schnelleren Bahnausbau in der Region hat das IHK-Gremium Altötting-Mühldorf in seiner jüngsten Sitzung in Raitenhaslach zum wiederholten Mal gefordert. „Der leistungsfähige Ausbau der Bahnstrecke zwischen München, Mühldorf und Freilassing ist wie die B15neu und die A94ein für unsere Region überaus wichtiges Projekt, das dringend umgesetzt werden muss", sagte Ingrid Obermeier-Osl, Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern und Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf. Die Schwindegger Unternehmerin betonte, dass der gesamte Wirtschaftsstandort Südostbayern von der besseren Verkehrsanbindung per Schiene und Straße profitieren würde.

Programmpunkt 1: Besichtigung des Kombiterminal Burghausen

Zu Beginn der Gremiumssitzung besichtigten die Wirtschaftsvertreter das Kombiterminal Burghausen (KTB), das sich derzeit im Testbetrieb mit Leercontainern befindet. Terminalleiter Dieter Berlinghof und RegioInvest-Geschäftsführer Anton Steinberger kündigten die Aufnahme des offiziellen Probebetriebs für Ende Oktober oder Anfang November an. Solange muss der Betreiber des Terminals nach KTB-Angaben noch auf ausstehende Genehmigungen warten. Das 30-Millionen-Euro-Verladeterminal mit vier Bahngleisen und einem Portalkran soll die Anbindung des Chemiedreiecks Südostbayern an das europäische Eisenbahnnetzwerk und Seehäfen verbessern. Bis 2030 erwarten die Betreiber ein enormes Wachstum beim kombinierten Verkehr, der den Transport auf Straße und Schiene verbindet und damit die Straßen entlastet. Das Terminal in Burghausen steht nicht nur den Kunden aus der benachbarten Chemieindustrie, sondern auch allen anderen Branchen und der verladenden Wirtschaft offen.

Bei der anschließenden Gremiumssitzung im Klostergasthof Raitenhaslach betonte der Burghauser Bürgermeister Hans Steindl (SPD), dass sich die Stadt am KTB beteiligt habe, um den gesamten Industriestandort im Chemiedreieck zu stärken. Im Zuge der Erschließung seien auch neue Gewerbeflächen geschaffen worden, so Steindl. „Der wirtschaftliche Erfolg unserer Region ist kein Selbstläufer", begründete Steindl das starke Engagement. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Burghausen als 100-prozentiger Tochter der Stadt ist mit 72 Prozent an dem KTB-Träger RegioInvest beteiligt.

Programmpunkt 2: Der aktuelle Stand des Bahnausbaus 

Danach berichtete Gerhard Wieland, Referent für den Schienenverkehr bei der IHK für München und Oberbayern, über den aktuellen Stand des Bahnausbaus auf der 163 Kilometer langen Strecke zwischen München, Mühldorf und Freilassing. Das Projekt verlangt insgesamt Investitionen von über einer Milliarde Euro. Teilprojekte seien in der Planung und Umsetzung, zum Beispiel der zweigleisige Ausbau zwischen Altmühldorf und Tüßling sowie der dreigleisige Ausbau zwischen Freilassing und der Landesgrenze. Wieland kritisierte heftig, dass die für das Chemiedreieck wichtige Strecke Altötting-Burghausen, die allein ein Prozent des deutschen Güteraufkommens im Bahnverkehr bewältigt, momentan nicht mehr in den Planungen berücksichtigt wird.

Programmpunkt 3: Die Initiative B15neu

Die Initiative Pro B15neu stellte Karl Zollner, stellvertretender Vorsitzender des Nachbar-IHK-Gremiums Landshut der IHK für Niederbayern, vor. Zollner berichtete, dass die neue Initiative bereits 15.000 Unterschriften für die B15neu gesammelt habe. „Es gibt eine schweigende Mehrheit für dieses Projekt", so der Landshuter IHK-Vertreter. Die B15neu würde Landshut vom Durchgangsverkehr entlasten, ganz Südostbayern besser an das überregionale Straßennetz anbinden und nach dem Vorbild der A92 eine Achse für zukünftiges Wirtschaftswachstum bilden. Ingrid Obermeier-Osl sicherte der Initiative Unterstützung zu. Das IHK-Gremium Altötting-Mühldorf hatte sich zuletzt Anfang Juli deutlich für die B15neu ausgesprochen.

Schlussgespräch

Bei der abschließenden Tischumfrage berichteten die Unternehmen aus allen Branchen von einer gedämpfteren Stimmung als zu Beginn des Jahres. Das Niveau von Umsätzen und Aufträgen sei zwar noch hoch, der Preisdruck nehme aber in vielen Bereichen zu. Auf den Azubi-Mangel angesprochen, zeigte sich, dass die Bewerber-Flaute zwar in einigen, aber nicht in allen Unternehmen gespürt wird. So berichtete Bernhard Langhammer, Prokurist bei der InfraServ Gendorf, dass eine Image-Kampagne sogar zu steigenden Bewerberzahlen beim Industriepark-Betreiber geführt habe. Andere Unternehmen bestätigten dagegen das Phänomen von sinkenden Bewerberzahlen und nicht besetzten Lehrstellen.

IHK für München und Oberbayern

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