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Bürgermeister aus Burghausen äußert sich zu aktuellen Themen

Florian Schneider über die Alte Brücke, das Salzachzentrum und die B20-Ortsumfahrung

Florian Schneider hat sich im Interview auch zur Einbahnstraßenregelung auf der Alten Brücke sowie zu den Plänen am Salzachzentrum geäußert.
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Florian Schneider hat sich im Interview auch zur Einbahnstraßenregelung auf der Alten Brücke sowie zu den Plänen am Salzachzentrum geäußert.

Burghausen - Im zweiten Teil unseres Interviews mit Florian Schneider bezieht der Bürgermeister Stellung zur Einbahnstraßenregelung auf der Alten Brücke, seine Visionen für die Mobilität und das Salzachzentrum sowie die B20-Ortsumfahrung.

Eine ihrer ersten großen Maßnahmen war die neue Regelung an der Alten Brücke, die seit 1. Januar für sechs Monate testweise in Kraft getreten ist. Wie bewerten Sie diese Einführung?

Die Einbahnregelung an der Alten Brücke ist ein Versuch, die Lebensqualität am Stadtplatz noch weiter zu verbessern. Im Biergarten sitzen zu können, ohne den Verkehrslärm, sich den öffentlichen Raum zurückzuerobern und einfach ganz bewusst den Anwohnern mehr Ruhe zu geben. Den Radfahrern und den Fußgängern mehr Platz zu geben, ist ebenfalls ein Ziel. Es für alle Burghauserinnen und Burghauser insgesamt ein Stückchen besser zu machen.

Es ist völlig klar, dass wir durch die Auswirkungen der Corona Pandemie kein normales Verkehrsaufkommen haben. Trotzdem denke ich, es war richtig, sich jetzt an diese Regelung zu gewöhnen, sie einfach eine Zeit lang anzuschauen. Vielleicht auch, die Testphase ein wenig zu verlängern, um dann letztendlich durch den Stadtrat beschließen zu lassen, wie er mit der Einbahnstraße in Zukunft umgehen möchte.

Sie betonen immer, dass dies im Rahmen des Mobilitätskonzepts betrachtet werden muss. Der öffentliche Nahverkehr, eine mögliche Parkraumbewirtschaftung und eine Verbesserung der Radwege spielen dabei auch eine große Rolle. Wie sieht Ihre Vision für die nächsten Jahre hier aus?

Ich sehe ein gutes Miteinander bei der Mobilität. Ein Miteinander von Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern. Wir werden in einer Stadt wie unserer immer alle Verkehrsmittel brauchen. Wir brauchen das Autofahren, aber es ist richtig, das Radfahren und den ÖPNV zu fördern. Also den Citybus zu stärken und auch besondere Angebote zu machen, sich etwa ein E-Rad auszuleihen etc., um sich einfach hier in der Stadt gut fortzubewegen. Da gibt es schon gute Vorschläge und Ideen, aber das muss erst noch reifen.

Mir ist wichtig, dass niemand vertrieben wird, sondern den Menschen wieder mehr Raum in ihrer Stadt zurückgegeben wird. Mehr Raum, sich aufzuhalten, zu flanieren, die Stadt zu genießen, bummeln zu gehen, einzukaufen, sich draußen aufzuhalten, auch ohne etwas konsumieren zu müssen. Einfach die Stadt genießen zu können und dabei glaube ich, ist es notwendig, das Auto in bestimmten Bereichen, einen Schritt zurück zu nehmen, aber nicht ausschließen. Der neu gewonnene Raum muss als „Lebensraum“ wieder den Fußgängern und Radfahrern gehören. Das ist Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung für Burghausen.

Ein Thema, das in Burghausen immer für Gesprächsstoff sorgt, ist das Salzachzentrum. Dort laufen die Planungen für ein gemischtes Quartier mit Einzelhandel, Wohnen und Campus. Wie könnte hier ein möglicher Zeitplan aussehen, sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind.

Wir sind noch in Verhandlungen wegen des Grundstücks und ich bin optimistisch. Es ist nicht ganz einfach, aber ich kann mir eine gute Entwicklung für das Technikum des Campus Burghausen an dieser Stelle vorstellen. Ich kann mir gut vorstellen, dort weiter einen Lebensmittelversorger und auch, Wohnungen zu haben, in die Höhe zu bauen und einfach eine gemischte Nutzung anzugehen. Das denke ich, erwarten jetzt auch die Bürgerinnen und Bürger und da müssen wir als Stadt jetzt auch vorangehen und letztendlich diesen Stillstand auflösen. Ich bin optimistisch, aber wir alle brauchen noch ein bisschen Geduld.

Etwas schwieriger gestaltet es sich derzeit bei der B20-Ortsumfahrung. Mehring hat sich jüngst erneut gegen diese Planungen ausgesprochen. Können Sie die Argumentation nachvollziehen?

Burghausen braucht die Ortsumfahrung als einen wesentlichen Baustein in der Mobilität. Wir müssen den Lkw-Verkehr, den Durchgangsverkehr aus der Stadt und aus den Wohnvierteln rausbekommen. Darum denke ich, ist die Ortsumfahrung die richtige Lösung.

Es gab verschiedene Trassendiskussion in der Vergangenheit, ganz glücklich ist mit der jetzigen Trasse niemand, aber es ist nun einmal die in dem Planungsverfahren festgestellte Trasse. Die Position der Gemeinde Mehring, einfach strikt dagegen zu sein, wird die Sache verzögern, aber nicht verhindern können. Ich glaube nicht, dass die Argumentation von Mehring richtig ist. Ich glaube, dass man jetzt die Zusammenarbeit fördern und, dass Mehring die Ortsumfahrung anerkennen muss. Ich denke, dann wird man auch in ein paar Jahren zu einem guten Ergebnis kommen.

Es gibt viel zu tun in den nächsten Jahren. Welches Thema liegt ihnen persönlich am Herzen, das sie möglichst bald angehen wollen?

Mir geht es um die Menschen in der Stadt. Mir geht es um ein Burghausen, das nachhaltig ist. Mir geht es um ein Burghausen, das sozial und das zukunftsorientiert ist, wo der Mensch im Mittelpunkt steht. Die Themen, die mich rumtreiben, die mich am meisten bewegen für die nächsten Jahre sind:

Wie können wir die Aufenthaltsqualität noch besser machen? Wie können wir unsere Stadt so umgestalten, dass sich die Menschen noch wohler fühlen? Natürlich möchte ich bei dem Grundstück Salzachzentrum vorankommen und eine attraktive Stadtmitte dort schaffen. Können wir uns Nachhaltigkeitsziele sowie Klimaziele, aber auch Ziele im sozialen Miteinander geben, sodass unser Handeln geprägt ist vom Nachdenken, von Respekt und Verantwortungsbewusstsein.

Klimaziele sind dabei natürlich ein wichtiger Aspekt, aber eben nur einer unter vielen. Günstigen Wohnraum zu schaffen, ist nach wie vor unsere Aufgabe. Mit der BuWoG, der städtischen Wohnbaugesellschaft, sind wir da auf einem guten Weg, um nach wie vor viele Wohnungen mit erschwinglichen, vernünftigen Mieten für jedermann.

Investitionen in Bildung sind ein wichtiges Thema für mich in den nächsten Jahren der weitere Ausbau der Hochschule, aber genauso auch der Erweiterungsbau unserer Hans-Kammerer-Grundschule und die anstehende Sanierung der Grundschule in der Altstadt der Stethaimer-Schule. Genauso sollten wir auch bei der Maria-Ward-Realschule in den nächsten Jahren sanieren. Wir sind hier als Stadt eigentlich nicht zuständig, werden aber sicher unseren Teil dazu beitragen.

Vielen Dank für das Interview.

Im ersten Teil unseres Interviews zieht das Stadtoberhaupt ein erstes Fazit und berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen als Bürgermeister.

jz

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