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Nahversorgung in der Burghauser Altstadt

Systemrelevant: Findet die Stadt einen neuen Betreiber für den Altstadtmarkt?

Der Frischemarkt am Bichl wird am 30. Juli zu machen.
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Beim Frischemarkt am Bichl hängen Plakate gegen die Schließung.

Der Frischemarkt am Bichl wird am 30. Juli schließen. Wie soll es nun mit der Nahversorgung in der Burghauser Altstadt weitergehen?

Burghausen – „Wir brauchen den EDEKA! Alte Leute wissen nicht, wo sie einkaufen sollen! Was sollen wir dann machen? Der Edeka muss offen bleiben!!!!“ Rund um den Frischemarkt am Bichl in der beschaulichen Burghauser Altstadt kleben bunte Plakate mit Aufschriften wie dieser. Ein Aushang zum Sammeln von Unterschriften ist mehr als gefüllt, und er zeigt wie sehr die Burghauser Altstädter einen Nahversorger in der Altstadt wollen und brauchen. Doch ob das hilft bleibt ungewiss. Klar ist nur, dass ab dem 30. Juli der Edeka schließen wird: Wegen Personalmangels.

Der Burghauser Altstadtmarkt wird am 30. Juli schließen.

Vorbereitungen für die Schließung laufen

„Es war kein Schuss aus der Hüfte“, sagt Josef Wimmer, einer der Geschäftsführer der Edeka-Filiale. „Wir haben uns das reiflich überlegt, aber irgendwann ist der Punkt gekommen wo feststeht: Es geht nicht mehr.“ Laut Wimmer laufen die Vorbereitungen für die Schließung bereits. Man werde sich von den Kunden mit kleinen Aufmerksamkeiten verabschieden und habe großes Verständnis für die Situation der Anwohner. „Wir verfolgen die Diskussionen in den sozialen Medien, aber wir machen zu, weil wir keine Leute mehr haben. Auch den Backshop in Töging mussten wir schließen, weil es keine Leute gibt, die Semmeln verkaufen wollen.“

Die Vorbereitungen für die Schließung laufen.

Subvention nicht die Aufgabe Privatunternehmern

Wimmer betont, es sei nicht die Aufgabe privater Unternehmen Nahversorgung zu subventionieren. 354.000 Euro Verlust habe das Geschäft in der Altstadt seit der Eröffnung erwirtschaftet. „Aber noch einmal“, wiederholt Wimmer, „der wirtschaftliche Hintergrund ist nicht das Problem. Es gibt kein Personal.“ Altbürgermeister Hans Steindl habe die Betreiber vor zwölf Jahren mehrmals darum gebeten, den Laden zu übernehmen. Man sei allerdings damals schon skeptisch gewesen. Die Stadt Burghausen unterstützte die Filiale bisher mit Mietfreiheit und auch weiterhin wolle die Stadt laut Bürgermeister Schneider alle Hebel in Bewegung setzen. „Aber wir können aber kein Personal für den Altstadtmarkt einstellen“, so Schneider. Intensiv sucht die Stadt nun nach einem neuen Betreiber. Inzwischen sollen bereits mehrere Gespräche mit Interessenten stattgefunden haben.

Kunden verabschieden sich von Verkäuferinnen

Auch in der Stadtratssitzung am 13. Juli war die Schließung Thema. „Wir müssen da aufpassen!“, warnte Stadtrat Paul Schultheiß. Drei frühere Betreiber hätten bereits hochverschuldet den Laden aufgeben müssen. In den sozialen Medien werden derweil unterschiedlichste Vorschläge von Anwohnern gemacht: Von einem mit Künstlicher Intelligenz betriebenem Laden bis hin zu einem mit Automaten oder ehrenamtlich geführten Geschäft. „Diese Vorschläge müssen wir natürlich erst ganz genau prüfen. Zwei Interessenten kommen allerdings aus der Nahversorgerbranche, ein weiterer aus dem Bäckereiwarenvertrieb. Die Gespräche mit ihnen laufen weiter. Außerdem haben sich auch weitere Private bei uns gemeldet“, berichtet der Burghauser Bürgermeister.

Einstweilen werde es keinen Ersatz für den Frischemarkt geben. „Den Anwohnern stehen zwischenzeitlich die üblichen Geschäfte der Altstadt und der Dienstagsmarkt am Stadtplatz zur Verfügung, wo sie Gemüse, Fleisch und Käse kaufen können.“, so Schneider. An der Kasse des Frischemarkts wird indes viel über das Aus des Ladens geredet. Kunden verabschieden sich von ihren liebgewonnenen Verkäuferinnen. Und auch die sind traurig über den Abschied von ihren Altstadtkunden.

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