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Nachgefragt beim „Kauf‘s Ohne“

Fast ein Jahr Unverpackt-Laden in Burghausen - Wie ist es gelaufen?

Lea Stankowiak bietet seit Juli 2020 in ihrem Unverpackt-Laden „Kauf‘s Ohne“ am Berliner Platz in Burghausen die Möglichkeit, plastikfrei einzukaufen. 
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Lea Stankowiak bietet seit Juli 2020 in ihrem Unverpackt-Laden „Kauf‘s Ohne“ am Berliner Platz in Burghausen die Möglichkeit, plastikfrei einzukaufen. 

Burghausen - Vor fast einem Jahr hat Lea Stankowiak innsalzach24.de von ihren Plänen für einen Unverpackt-Laden am Berliner Platz in Burghausen berichtet. Nun haben wir uns erkundigt, wie es seitdem gelaufen ist.

innsalzach24.de: Fast ein Jahr ist es her, dass sie zuletzt mit uns über ihre Pläne für einen Unverpackt-Laden in Burghausen gesprochen haben. Im Juli war Eröffnung, wie ist es seitdem gelaufen?

Lea Stankowiak: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben inzwischen einige sehr treue Stammkunden, die den Laden getragen haben. Jetzt hoffe ich natürlich, dass mit dem Ende des Lockdowns auch zunehmend wieder mehr Laufkundschaft kommen kann.

Ist etwas anders gelaufen, als Sie erwartet hätten?

Ich hatte befürchtet, dass die Leute, gerade in der aktuellen Lage, skeptischer sein würden, ob das Konzept hygienisch genug ist. Wir sind natürlich sehr dahinter, dass sämtliche Auflagen zum Infektionsschutz eingehalten werden und immer alles blitzsauber ist. Mir erzählen Kunden immer wieder, dass sie sich bei einem kleinen Laden wie meinem sogar wohler fühlen, was die Hygiene angeht.

Wer kauft bei Ihnen ein?

Da bin ich selbst davon überrascht worden. Ich hatte ja erwartet, dass es vor allem ein junges Publikum sein würde. Aber es sind alle Altersgruppen bunt gemischt!

Gibt es Leute mit Berührungsängsten?

Ab und zu kann man beobachten, dass jemand „nur zum Schauen“ vorbeikommt, sich alles zeigen lässt und kauft vielleicht eine Kleinigkeit. Beim nächsten Mal wird dann schon die erste Tupper-Dose mitgebracht und beim übernächsten Mal haben sie dann schon ein ganzes Arsenal dabei.

Wie gut kommen die Leute mit dem Konzept zurecht?

Wenn ich sehe, da ist jemand neu und findet sich noch nicht zurecht, wird natürlich sofort alles erklärt. Gerade mit den Schütten, aus denen beispielsweise Müsli kommt, findet sich nicht jeder gleich zurecht. Aber gerade Kinder haben da teils eine Riesenfreude daran. Und wenn mal was daneben geht, dass man verfüttern kann, freuen sich die Vögel und Eichhörnchen.

Warum wird bei Ihnen eingekauft?

Zum einen ist da einmal die Möglichkeit, sich die Mengen frei einzuteilen. Das kommt sowohl dem Single-Haushalt zu gute, der nur ein paar hundert Gramm Nudeln braucht, wie auch der Großfamilie, die gleich mehrere Kilo davon bestellt.

Ich bekomme immer wieder erzählt, dass die Leute die Entschleunigung bei uns so toll finden. Eine Supermarkt-Kassenanlage ist ja durchoptimiert darauf, dass möglichst schnell möglichst viele Kunden bedient werden. Das finden manche stressig. Dagegen bei uns dauert es halt ein bisschen, bis alles gewogen, kassiert und so weiter ist.

Aber: Wir haben direkt nebenan einen EDEKA. Manche Leute scheuen sich ein wenig, wenn sie dann mit ihren Einkaufstüten von dort noch hier vorbei schauen. Ich finde aber, beides kann wunderbar neben einander existieren. Wir können ja rein von unserem Konzept her nicht dasselbe bieten wie ein Supermarkt und umgekehrt.

Wie hat sich das Sortiment entwickelt?

Es wächst ständig. Seit der Eröffnung ist viel neues dazu gekommen. Man merkt ja auch an der Nachfrage, was die Leute sich so wünschen und das wird dann, wenn möglich, ergänzt.

Wie erfährt man sonst von neuen Produkten und Ideen?

Ich tausche mich auch noch mit zwei anderen Geschäften, dem „Marktladen“ aus Wolnzach und dem „Pack‘s ein“ aus Eisenach aus. Es kommen auch immer mal wieder Leute von anderen Läden vorbei, die sich Inspirationen holen. Man hilft sich auch gegenseitig, gibt sich beispielsweise untereinander Übermengen ab.

Muss man sich, wenn man nachhaltige und möglichst verpackungsfreie Waren bieten will, teils einschränken?

Leider ja. Manche Produkte, gerade wenn sie saisonal beschränkt sind, gibt es dann halt nicht das ganze Jahr hindurch. Einige Kunden hätten sich beispielsweise Soja-Joghurts gewünscht. Die kann man aber derzeit leider nur im Plastikbecher beziehen.

Zum Abschluss: Was planen Sie für in der nächsten Zeit und der weiteren Zukunft?

Soweit es das Infektionsgeschehen zulässt, würde ich gerne im Sommer wieder draußen Getränke anbieten. Außerdem soll natürlich das Sortiment weiter angepasst und erweitert werden. Dann würde ich auch gerne einmal Obst und Gemüse anbieten können. Nur fehlt dafür der Platz. Aber wer weiß, wenn es weiter gut läuft, können wir ja irgendwann einmal in ein größeres Geschäft umziehen ...

Frau Stankowiak, vielen Dank für das Gespräch!

„Ich hatte schon immer den Traum etwas eigenes zu machen, sei es ein kleines Cafe oder einen kleinen Laden“, berichtete Lea Stankowiak gegenüber innsalzach24.de im Mai 2020. Da Zero Waste in ihrem Leben schon immer Thema war, kam eines zum anderen. Ein Jahr zuvor hatte sie einen Vortrag im Burghauser Ankerkino über ein Pärchen gesehen, die Zero Waste perfektioniert haben. „Das hat mich wirklich inspiriert.“ Bei dieser Veranstaltung habe sie zudem gesehen, dass auch im ländlichen Bereich Interesse daran besteht.

Das ist nun seit Juli des vergangenen Jahres am Berliner Platz in Burghausen möglich. Ihre Ware bekommt sie über den Öko-Ring, ein großer Bio-Handel, der aus der Region bezieht. Der Fokus des Sortiments liegt auf Lebensmitteln. In Spendern wird Trockenware angeboten: Nudeln, Reis, Linsen, Getreide, Mehl, Tee und Gewürze. Zusätzlich gibt es auch frischen Käse aus der Theke. Milchprodukte werden im Glaspfandsystem angeboten. Es gibt aber auch alternative Pflegeprodukte geben wie Zahnpasta aus dem Glas oder Klopapier in Papierverpackung.

hs

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