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Integration von Kriegsflüchtlingen

Zurück in den Alltag: Etwa 100 ukrainische Kinder an Schulen im Kreis Altötting

Ukraine-Konflikt - Geflüchtete vor unsicherer Zukunft
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Im Landkreis Altötting wurden bislang 650 Ukrainer aufgenommen.

Noch diese Woche werden die letzten Container von insgesamt 50 nach Burghausen geliefert: Rund 180 Frauen und Kinder sollen dort untergebracht werden. Mit Stand 22. März, wurden im Landkreis Altötting 648 Personen aus der Ukraine registriert. Allein an den Grund- und Mittelschulen wurden bereits 70 Schulkinder aufgenommen, und die Vorbereitungen für mehr Kinder laufen.

Burghausen – „Auch wenn die Bürokratie in Deutschland schnelle Hilfe oft schwierig macht: Der Einsatz an den Schulen ist groß!“ Ulrich Kanz ist Schulleiter des Aventinus Gymnasiums (AVG) in Burghausen und befindet sich mitten in den Konzepterstellungen für die Eingliederung ukrainischer Kinder. Am AVG wurden bereits zwölf Schüler aufgenommen und die Integration in die Klassen läuft sehr gut, so Kanz. „Alle helfen zusammen. Derzeit planen wir die Bildung von Lerngruppe für ukrainische Kinder.“ Die Finanzierung des Personals, das für die Lerngruppen benötigt werde, sei noch nicht geklärt. Kanz sieht aber die Notwendigkeit zu handeln, so wird erst einmal geplant, ohne auf Zusagen vom Ministerium zu warten.

Hildegard Hajek-Spielvogel ist Schulamtsdirektorin in Altötting, und auch sie weiß um den dringenden Bedarf für Personal. Gleich auf der Internet-Startseite des Amtes ist hierzu ein Aufruf zu lesen. „Wir benötigen dringend pädagogische Kräfte und Lehrer. Auch Pädagogen im Ruhestand begrüßen wir mit offenen Armen“, so die Schulamtsdirektorin. Es werde begrüßt, wenn ukrainische Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen oder Pädagoginnen sich beim Schulamt melden, die Schulen im ganzen Landkreis bräuchten Unterstützung.

Zurück in den Schulalltag.

Vom Ministerium kamen bisher drei Vorschläge, wie schulische Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine aussehen kann. Ein erster Vorschlag empfiehlt die Bildung von „Pädagogischen Willkommensguppen“ mit einer geregelten Struktur und einer festen Bezugsperson. Bewegung, Kreativität, Deutschunterricht und Projekte mit Schülern aus den deutschen Klassen sollen hier angeboten werden. Das Kennenlernen des deutschen Schulalltags, aber auch das Kontakthalten zur ukrainischen Heimat werden ermöglicht, auch ukrainische Kräfte können eingebunden werden. Laut der Altöttinger Schulamtsdirektorin soll eine solche Willkommensgruppe an der Grundschule Burgkirchen gestartet werden. Die Schule suche hierfür dringend Lehrkräfte, auch solche ukrainischer Abstammung.

Eine weitere Möglichkeit der Integration sind spezielle Lerngruppen, wie Ulrich Kanz am Aventinus Gymnasium sie plant. Die Idee sei hier, ukrainische Schüler für die ersten drei Stunden gemeinsam, beispielsweise in Deutsch zu unterrichten. Für die zweite Hälfte des Schultages würden sie dann in kleinen Teams auf Regelklassen verteilt und so in den deutschen Regelunterricht integriert werden. Laut Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo sollen die geflüchteten Kinder von Lehrkräften, Pädagogen, Lehramtsstudierenden, pensionierten Lehrkräften aber auch Ehrenamtlichen betreut werden dürfen. Zum Thema Finanzierung gibt es noch keine Ansagen.

Kanz vom AVG weiß jedenfalls, dass Lehrbücher für den Deutsch-Unterricht, sowie Arbeitshefte bezahlt werden müssen. Mit einem besonderen Event zeigt das AVG am 8. April Solidarität mit der Ukraine: Nach der Pause um 10:45 Uhr alle Schüler für den guten Zweck: Sie sammeln Kilometergeld für eine Hilfsorganisation die in der Ukraine tätig ist.