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Studentisches Wohnen in der Burghauser Altstadt

Eng und dunkel: Macht hier ein Studentenwohnheim wirklich Sinn?

Vom Lost Place zum studentischen Projekt: In den Grüben 177 als studentisches Projekt.
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In den Grüben 177 ist eines der ältesten Häuser in Burghausen.

Im Dachgeschoss eines engen 500-jährigen Gebäudes sollen bis zu 24 Studenten schlafen: Wie sie Platz haben sollen und ob das Sinn macht, erklärte Professor Gabriel Weber dem Burghauser Stadtrat.

Burghausen – Insgesamt 16 Studenten der TH Rosenheim haben sich mit ihrem Professor mächtig ins Zeug gehängt: Ziel der sechs ausgearbeiteten Konzepte war es, im Rahmen ihres Innenarchitektur-Studiums Wohnraum für Studenten zu schaffen. Der Ort dafür könnte allerdings nicht komplizierter sein, denn sie durften sich an einem der ältesten Gebäude der Burghauser Altstadt ausprobieren. Hier sollen gemäß der Konzepte aber bis zu 24 Studenten wohnen können.

In den Grüben 177 ist eines der ältesten Häuser in Burghausen.

Normale Nutzung kaum vorstellbar

Das Gebäude, um das es sich handelt befindet sich In den Grüben 177 und ist speziell. Es verfügt über eine „Kapelle“ mit wunderschönem Sterngewölbe, zwei Rauchkucheln wie in Almhütten, und ein denkmalgeschütztes Grabendach – typisch für den Inn-Salzach-Stil. „Ich halte es nach wie für sehr schwierig das Gebäude privat zu nutzen“, so der Erste Bürgermeister Florian Schneider (SPD). Stadträtin Christa Seeman (SPD) pflichtete dem bei „Eine normale Nutzung ist kaum vorstellbar, für Familien ist das Leben in dem Haus unattraktiv, weil es so dunkel ist.“ Im Rahmen des studentischen Projektes sollte nun herausgefunden werden, welche Möglichkeiten sich in dem denkmalgeschützten Handwerkshaus verwirklichen lassen könnten

In den Grüben 177 ist eines der ältesten Häuser in Burghausen.

Schmale Treppenhäuser und kaum Licht

„Die Schwierigkeit ist die Tiefe des Gebäudes und die Erschließungsschwierigkeit. Alles im Haus muss über die schmalen Treppen nach oben transportiert werden“ begann Professor Gabriel Weber seine Vorstellung der Konzepte in der Burghauser Stadtratssitzung (13. Juli). „Ein großes Thema ist auch die Lichtführung, es gibt keine Stellplätze und irgendwann standen wir vor der Frage: Wo sollen eigentlich der Müll und die Fahrräder hin.“ Außerdem sei es sehr schwierig das Wasser aus den Gräben im Dach abzuführen, so Prof. Weber. Die Feuchtigkeit der Altstadthäuser – bei Anwohnern ein altbekanntes und leidiges Thema – nutzten die Studenten in einem ihrer Konzepte kurzerhand als Potenzial für ein Schwimmbad im Keller. Doch ob in den muffigen und schimmligen Kellern der Altstadt Wellness möglich ist?

Der Querschitt des Gebäudes.

Dachboden mit Schlafkapseln gefüllt

In fast allen Konzepten wurde der Dachboden als Schlaf- und Rückzugsort eingeplant. In sogenannten Schlafkubi mit inkludierten Betten und Schreibtischen sollen die Studenten winzige Privatsphäre genießen. Ein Vorschlag der viele technische Herausforderungen mit sich bringen dürfte, beispielsweise bei der Isolation des denkmalgeschützten Daches oder bei Herstellung eines gut durchlüfteten und wohl temperierten Raumklimas. Sollten bis zu 24 Personen in dem Haus unterkommen, wird früher oder später auch die Energiefrage eine Rolle spielen. Außerdem: Kann man in einem solchen Haus überhaupt über Barrierefreiheit nachdenken? Im nächsten Schritt wollen die Studenten jeden Modelle bauen. Die Konzepte selbst sind hier einsehbar.

Professor Gabriel Weber stellte sich noch vielen Fragen seitens der Stadträte. Gunter Strebel von den Grünen wollte wissen, wie es mit der Energie- und Wärmeversorgung aussehe und Bernhard Harrer fragte nach Stauräumen für Staubsauger oder ähnliche Geräte und auch das Thema „Feuchtigkeit“ sprach er an. Insgesamt zeigten sich einige Stadträte skeptisch ob der privaten Rückzugs- und Lernmöglichkeiten. Auch ob die „Wohnkuben“ genügend Platz böten, und der sehr geringe persönliche Raum akzeptiert würde, warf Fragen auf.

In den Grüben 177 ist eines der ältesten Häuser in Burghausen.

„Manches ist Utopie“

„Manches ist Utopie“, stellte Bürgermeister Schneider fest. „Man fragt sich nun, was es kostet und welche Priorität es hat. Fördermöglichkeiten gibt es gedanklich diverse, deswegen der Vorschlag durch einen versierten Planer eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen.“ Etwa 60.000 Euro an Mitteln stünden im Haushalt 2022 bereit. Die Maßnahme wurde einstimmig im Stadtrat beschlosen.

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