Nachgefragt zur Verpuffung im Chemiebetrieb:

Wacker: "Meilenweit weg von einem Störfall"

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Wacker Chemie
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    Julia Grünhofer
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Burghausen - Mehrere Leser machten uns am Sonntagmittag auf eine angebliche Explosion in einem Chemiebetrieb in Burghausen aufmerksam. Hier ist die Erklärung:

Update: Montag, 29. Mai, 14.30 Uhr

Auf Nachfrage von innsalzach24.de am Montag sagt Klaus Millrath, Wacker-Unternehmenssprecher am Standort Burghausen, dass dieser Vorfall „meilenweit weg“ von einem Störfall gemäß der Störfallverordnung sei. Die soll den Schutz von Mensch und Umwelt bei Unfällen mit Austritt gefährlicher Stoffe bei Industrieanlagen regeln. Die Verpuffung im Wacker-Werk sei ersten Messungen nach ungefährlich für Mensch und Umwelt gewesen. Genauere Erkenntnisse, was da genau passiert ist, würden demnächst erwartet und die Öffentlichkeit darüber informiert werden.

Verständnis für die Sorgen

Er könne verstehen, dass die Menschen Sorge haben, so Millrath weiter. So direkt neben einem Chemiebetrieb zu wohnen oder im Freibad - noch direkter dran - zum Baden zu gehen: da könnten durchaus verständliche Zweifel an der Sicherheit entstehen. Millrath beruhigt: Schließlich sei niemand verletzt worden. Außerdem halte sich Wacker streng an die Störfallverordnung. Jeder Haushalt im näheren Umkreis bekomme regelmäßig eine aktuelle Infobroschüre für den Fall der Fälle, dass es wirklich mal ernst wird, wovon insbesondere im Fall der aktuellen Verpuffung nicht auszugehen sei.

Verständnisvolle Zusammenarbeit

Die Verpuffung wurde werksintern unter Kontrolle gebracht, kein Großalarm ausgelöst. Das allein zeige schon, dass die Sache ungefährlich war für Mensch und Umwelt. Das direkt benachbarte Freibad habe eigenmächtig gehandelt und die Besucher für kurze Zeit zur Sicherheit in das nahe gelegene Hallenbad verbracht. Eine Handlungsweise, wie hier im aktuellen Fall zwar nicht vom Werkschutz oder ähnlicher Einrichtung veranlasst wurde, aber auf eine verständnisvolle Zusammenarbeit mit dem Chemiebetrieb beruhe, so Millrath. Die Verantwortlichen im sogenannten Wacker-Freibad seien informiert, was zu tun ist, wenn mal was ist. Eine Pressemeldung zu den Hintergründen der Verpuffung mit zwei hörbaren Explosionen soll so bald wie möglich folgen. 

Erstmeldung:

"Bei Wacker in Burghausen hat es zwei große Explosionen gegeben. Auch das Freibad wurde evakuiert", meldete uns ein Leser über Facebook. Ein Sprecher der Polizeiinspektion Burghausen bestätigte einen Einsatz in dem Chemiebetrieb. Jedoch betreffe dieser nicht die Bevölkerung. "Die Evakuierung des Freibades wurde von Sicherheitskräften des Betriebes vorgenommen, jedoch sei dies nicht notwendig gewesen". 

Auf Nachfrage von innsalzach24.de im Freibad in Burghausen bestätigte die diensthabende Bademeisterin Susanne Zellner, dass es sich nach Explosion angehört habe. Da der Chemiebetrieb in nächster Nähe zum Freibad angesiedelt ist, habe sie sofort das Freibad evakuiert und die Menschen in das Hallenbad gebracht. Nach etwa einer halben Stunde sei bereits Entwarnung gegeben worden.

Das sagt die Pressestelle von Wacker:

"Am Sonntag, 28. Mai 2017, kam es um 11:30 Uhr zu einer Verpuffung in einer Anlage zur Herstellung von Dispersionspulver. Bei dieser Verpuffung trat eine geringe Menge an Dispersionspulver aus. Sicherheitshalber wurde das angrenzende Freibad kurzfristig geräumt, aber rasch wieder freigegeben.

Messungen vor Ort und außerhalb des Werkgeländes ergaben keine Auffälligkeiten, es gab keine Verletzten. Die zuständigen Behörden wurden unverzüglich informiert und ermitteln gegenwärtig gemeinsam mit Fachleuten von WACKER mögliche Ursachen der Verpuffung."

Pressemeldung der Wacker Chemie AG

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jg/rw/Pressemeldung der Wacker Chemie AG

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