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Projekt der TU München bei Burghausen und Burgkirchen

Düngerforschung im Kreis Altötting: „Äußerst wichtige Thematik für Grundwasserschutz“

Wie viel Dünger braucht welche Feldfrucht auf welchem Boden? Das will der Lehrstuhl für ökologischen Landbau an der Technischen Universität (TU) München in einem Projekt bei Burghausen und Burgkirchen klären, wie Professor Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen erklärt.
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Wie viel Dünger braucht welche Feldfrucht auf welchem Boden? Das will der Lehrstuhl für ökologischen Landbau an der Technischen Universität (TU) München in einem Projekt bei Burghausen und Burgkirchen klären, wie Professor Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen erklärt.

Ein Jahr ist es her, dass die TU München ihr Projekt zur Erforschung von Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft bei Burghausen und Burgkirchen vorstellte. innsalzach24.de hat sich erkundigt, was sich seitdem getan hat.

Burghausen/Burgkirchen - „Was den Schutz des Grund- und damit des Trinkwassers angeht, ist das eine äußerst wichtige Thematik“, betont Professor Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen vom Lehrstuhl für ökologischen Landbau an der Technischen Universität (TU) München gegenüber innsalzach24.de. „Wollen wir den Gebrauch von nitrathaltigen Düngemitteln reduzieren, muss dazu als erster Schritt einmal geklärt werden, wie viel auf welchem Boden für welche Feldfrucht gebraucht wird. Das herauszufinden, ist der Kern unserer Arbeit.“

Nitrate werden in der Landwirtschaft als Mineraldünger in Form von Kalium-, Kalzium-, Natrium- oder Ammoniumnitrat verwendet. Zu viel davon kann die Natur aus dem Gleichgewicht bringen und es können gesundheitsgefährdende Nitrite entstehen. Zum Schutz des Grundwassers müssen Bauern in Deutschland künftig ihre Felder weniger düngen, wie Anfang 2020 festgelegt wurde (Plus-Artikel rosenheim24.de). Nur wegen drohender EU-Sanktionen stimmte dem auch der Bundesrat einer Neufassung der Düngeverordnung (DüV) zu. In der Folge erarbeitete eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe Kriterien, nach denen Gebiete mit besonders hoher Nitrat- und Phosphatbelastung ausgewiesen werden sollen. Dort sollen dann besonders strenge Regelungen gelten.

Mehr zum Thema „rote“, „gelbe“ und „grüne“ Gebiete:

Mehr hierzu könnt ihr auf der Website des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums erfahren

Bereits Anfang 2019 wurde das Projekt eines Düngemittel-Forschungsprojekts bei Burghausen und Burgkirchen vorgestellt und fand allgemeinen Zuspruch. Nun arbeiten die Forscher der TU mit neuesten Forschungsmethoden auf zwei Feldern mit jeweils 24 Versuchsflächen. Diese umfassen jeweils sechs verschiedene Düngerhythmen und -mengen auf jeweils vier Vergleichsfeldern. „Wir beobachten die Entwicklung der Pflanzenbestände mittels Satelliten und Sensoren: Wo wächst es besser, wo schlechter?“, führt Professor Hülsbergen weiter aus. „Daneben werden auch Bodenproben genommen.“

Feldtests der TU München im Landkreis Altötting

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Es ist bei weitem nicht das einzige Projekt dieser Art in der Region. Beispielsweise gibt es in Traunreut eine Versuchsanlage, die in einer Kooperation zwischen Landwirten und den Stadtwerken betrieben wird. Ebenfalls einen Beitrag zum Trinkwasserschutz leisten die Landwirte im Einzugsgebiet des gemeinsamen Wasserschutzgebiets Tiefenthal der Stadtwerke Freilassing und der Surgruppe bei Weildorf. Insgesamt sind dort 2020 Jahr 82 Hektar vertragsfreie Ackerflächen, auf denen normalerweise Mais oder Getreide angebaut werden, in diesem geologisch sensiblen Gebiet nicht unter den Pflug gekommen.

Ein Video der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft erläutert, wie „rote“ Gebiete ausgewiesen werden:

„Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass es eine ganz neue Herausforderung gibt. Denn es stellte sich heraus, dass es sich um ein sogenanntes ‚rotes Gebiet‘ handelt, was besondere Einschränkungen hinsichtlich der Düngung mit sich bringt“, berichtet Hülsbergen weiter. „So sind wir gefordert genau zu untersuchen, was passiert wenn man den Anforderungen für solche Gebiete entsprechend die Düngung zurückfährt.“

Bereits Ende Juni 2020 hatte es einen Ortstermin auf den Versuchsflächen gegeben, bei dem sich Interessierte, darunter zahlreiche Landwirte und Vertreter der Lokalpolitik ein Bild des Projekts machen konnten. Am 9. Juli wird es erneut einen Feldtag geben, bei dem der aktuelle Stand es Projekts und die daraus gewonnen Erkenntnisse präsentiert werden.

hs

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