Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Deutsch-österreichischer Streit um Regelung auf Alter Brücke Burghausen: Demo am Freitag

„Bis zu einer Entscheidung fordern wir ein Ende des Einbahn-Probebetriebs!“

Am Freitagnachmittag soll es von 14 bis etwa 16.30 eine Demonstration gegen die Einbahnregelung auf der Alten Brücke von Burghausen geben.
+
Am Freitagnachmittag soll es von 14 bis etwa 16.30 eine Demonstration gegen die Einbahnregelung auf der Alten Brücke von Burghausen geben.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
    schließen

Mit der Begründung, so den Verkehr zu entlasten, hat die Stadt Burghausen seit Anfang des Jahres eine Einbahn-Regelung auf der Alten Brücke eingeführt. Von 14 bis etwa 16.30 soll es nun am Freitagnachmittag eine Demonstration dagegen geben. innsalzach24.de hat mit den Initiatoren zum Ablauf und den Beweggründen gesprochen.

Burghausen/Hochburg-Ach - „Bis zu einer endgültigen Entscheidung fordern wir ein Ende des Einbahn-Probebetriebs! Was für Folgen die Einbahn-Regelung hat, sollte ja jetzt gut beobachtbar gewesen sein. Wir begrüßen es, dass Herr Bürgermeister Schneider die endgültige Entscheidung noch aufgeschoben hat, aber die Sperrung muss aufhören“, berichtet ein Sprecher der Bürgerinitiative „L 501“. „Falls Ideen für eine Lösung beziehungsweise Alternative eingebracht werden, sollte diese außerdem genauso in einem Probelauf getestet werden.“

Am Freitagnachmittag soll es von 14 bis etwa 16.30 eine Demonstration gegen die Einbahnregelung auf der Alten Brücke von Burghausen geben. In diesem Zeitraum wird der Verkehr zwischen alter und neuer Brücke gesperrt sein. Die Demonstration sammelt sich zunächst am Kreisverkehr der neuen Brücke und marschiert dann in Richtung der Alten Brücke. Unterwegs gibt es einen Zwischenstopp mit Reden von Vertretern der Bürgerinitiative, Hochburgs Bürgermeister Martin Zimmer (ÖVP), Bundesrätin Andrea Holzner (ÖVP) und Landtagsabgeordneten Ferdinand Tiefnig (ÖVP). Dann geht der Zug weiter zur Mitte der alten Brücke. „Dort soll dann auch Burghausens Bürgermeister Florian Schneider für Gespräche zur Verfügung stehen.“

Einbahnregelung auf Alter Brücke in Burghausen - Stadt will mit Entscheidung warten

Bereits im Mai 2020 war eine Einbahnregelung für die Alte Brücke in Burghausen im Gespräch in der Stadtratssitzung im September des vergangenen Jahres sprach kündigte Bürgermeister Schneider dann bereits die Umsetzung binnen zwei Wochen an. Die Schilder wurden auch schon aufgestellt. Zum Jahresbeginn 2021 begann dann eine Testphase. Seit dem 1. Januar dürfen Autos nur noch aus Österreich kommend diese Grenze passieren. Die Stadt Burghausen begründet dies mit einer Entlastung des Verkehrs für den Stadtplatz. Besonders erfreut ist man im Nachbarland über diese neue Regelung nicht, auf die man dort keine Möglichkeit der direkten Einflussnahme oder Mitsprache hat.

Mit dem Ziel einer gemeinsamen Lösung wurde im April 2021 vom Hochburg-Acher Gemeinderat ein Arbeitskreis, dem je sieben Personen aus dem Gemeinderat von Hochburg-Ach und dem Stadtrat von Burghausen sowie die beiden Bürgermeister angehören, ins Leben gerufen. Das erste Treffen fand im Juni 2021 statt. „Die berechtigten Anliegen und Sorgen aller Anrainer werden natürlich von der Gemeinde, dem Arbeitskreis und mir als Bürgermeister berücksichtigt und unterstützt. Ich habe mir mit mehreren Anrainern auch direkt ein Bild vor Ort von der Situation gemacht“, berichtet Hochburg-Achs Bürgermeister Zimmer in einem gemeindlichen Rundschreiben.

Die Zufahrt zur alten Brücke weist auf eine Sackgasse hin. Die Einbahnstraßenregelung beginnt erst auf der Brücke.

„Leider hat der bisherige Arbeitskreisleiter aus der SPÖ Fraktion aufgrund von persönlichen Gründen seine Funktion niedergelegt. Aus diesem Grund wurde gemeinsam beschlossen, die Organisation des Arbeitskreises unserem Amtsleiter zu übergeben. Inhaltlich werde ich das Thema aufgrund der hohen Priorität als Bürgermeister wieder persönlich leiten“, so Zimmer in dem Rundschreiben weiter. „Ich habe den Burghausener Bürgermeister Florian Schneider bereits zu einem gemeinsamen Lokalaugenschein Mitte September eingeladen, welche er auch angenommen hat. Ich werde die Begehung nutzen, um einerseits auf die Mehrbelastung und Sicherheitsrisiken aufmerksam zu machen und zusätzlich für eine Verlängerung des Probebetriebes zu werben.“

Bürgerinitiative will langfristige Lösungen erreichen

„Die Bürgerinitiative war gegründet worden, weil wir betroffenen Anwohner und Pendler schon länger etwas gegen die Einbahnregelung unternehmen wollten“, so der Sprecher weiter. „Am Anfang waren es unkoordinierte Einzelmaßnahmen, nun sind sehr viel bessere und wirksame Aktionen als Bürgerinitiative möglich.“ Ein Arbeitskreis von acht bis zehn Leuten sei der Kern der Initiative. „Wir wollen eine große, gemeinsame Verkehrslösung statt einseitiger Handlungen, die nur eine Verlagerung aber keine Lösung des Problems bringen.“ Ihn sei bewusste, dass es keine schnellen und einfachen Lösungen gäbe. „Das ist ja einfach schon durch die Geographie und Geologie der Gegend hier so.“ Langfristig sollten Ideen mit professionellen Verkehrsplanern ausgearbeitet werden. „Wir haben auch Unterstützung und Verbindungen aus der Politik und auch bald einen Anwalt an unserer Seite.“

„Wir hoffen außerdem natürlich, dass auch betroffene Burghauser mit ins Boot kommen. Denn es ist ja längst nicht mehr so, dass nur Leute von österreichischer Seite zur Arbeit nach Burghausen fahren und es von bayerischer Seite ‚nur‘ Tanktouristen sind. Vielmehr hat auch der Pendelbetrieb hier nach Österreich zugenommen.“ Bei einer Verkehrszählungs-Aktion am vergangenen Freitag seien 1900 Fahrzeuge zwischen Alter und Neuer Brücke gezählt worden. „Die Kennzeichen aus Deutschland und Österreich hielten sich dabei die Waage.“

Rolando Vetri ist von der neuen Einbahnstraßenregelung auf der Alten Brücke in Burghausen nicht begeistert.

Auch Leser von innsalzach24.de machten nach Beginn der Maßnahme ihrem Unmut über die Regelung Luft. „Es nervt einfach“, schilderte Rolando Vetri gegenüber innsalzach24.de. Seit der Einführung sei es ihm zu ruhig um diese neue Regelung geworden. Fünf bis zehn Minuten länger benötigt er nun auf seinem Heimweg. Hinzu kommen 2,9 Kilometer. Doch dabei hat er nicht nur sich selbst im Blick. „Rechnet man alle Autos hoch, kommen wir locker auf 10.000 Kilometer am Tag, die die Autos mehr fahren müssen“, rechnete Vetri vor.

hs

Kommentare