Große Entnahme aus Rücklagen und ein Hoffnungsschimmer

Corona zeigt Auswirkungen: So steht es um die Burghauser Finanzen

Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus machen sich bemerkbar. Im Burghauser Rathaus rechnet man mit deutlich weniger Einnahmen.
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Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus machen sich bemerkbar. Im Burghauser Rathaus rechnet man mit deutlich weniger Einnahmen.

Burghausen – Bürgermeister Florian Schneider hat in der Hauptausschusssitzung vom 7. Oktober einige Details vom Nachtragshaushalt bekannt gegeben. Trotz einer großer Entnahme aus den Rücklagen, gibt es für Burghausen einen Hoffnungsschimmer.

Die Corona-Krise hinterlässt ein großes Loch in den Stadtfinanzen in der Region. In Traunreut geht man von der „schwersten Finanzkrise der Stadtgeschichte“ aus. Beim Nachtragshaushalt der Stadt Burghausen, der in der kommenden Stadtratssitzung genauer besprochen wird, lässt sich auch eine klare Tendenz erkennen. Statt der ursprünglich geplanten 6,4 Millionen Euro muss die Stadt rund 27 Millionen aus den Rücklagen entnehmen.


Wegen Corona: Burghausen mit deutlich weniger Gewerbeeinnahmen

Zurückzuführen ist das laut Bürgermeister Florian Schneider natürlich auf die niedrigeren Gewerbeeinnahmen. Statt der geplanten 38 Millionen Euro rechnet Burghausen nur noch mit 24 Millionen Euro. In der Industriestadt Burghausen ist die Gewerbesteuer die Haupteinnahmequelle und macht um die 50 Prozent der Erlöse aus. Bereits im Mai war diese Entwicklung abzusehen und die Stadt rechnete sogar mit bis zu 20 Millionen Euro weniger.


Auch die höhere Kreisumlage von rund zwei Millionen Euro aufgrund des höheren Hebesatz wurde dementsprechend im angepassten Haushalt vermerkt. Die Mehrausgaben im Verwaltungshaushalt seien laut Schneider auf die Kindergärten zurückzuführen: „Mehr Kinder bedeuten auch mehr Personal, aber auch mehr Einnahmen.“

Sparmaßnahmen und ein Hoffnungsschimmer

Im Juli wurde bekannt, dass die Stadt den Rotstift ansetzt und sparen muss. 2,8 Millionen Euro brachte die Verschiebung einiger Maßnahmen. Neben der geplanten Sanierung der Stethaimer-Schule werden u.a. auch die Sanierung des Hallenbades und der Salzlände später durchgeführt. „Das sind notwendige Schritte, wir wollen damit niemanden ärgern“, erklärte das Stadtoberhaupt damals. Zuletzt hat der Burghauser Stadtrat bereits die Einführung von Kindergarten- und Krippengebühren beschlossen.

Trotzdem gibt es einen Hoffnungsschimmer. Der komplette Nachtragshaushalt ist ohne Kompensationen vom Staat aufgestellt worden. Es gebe noch keinen endgültigen Bescheid über die Förderungen. „Wir gehen aber davon aus, dass es kommen könnte. Dabei steht eine Summe zwischen 25 und 35 Millionen Euro im Raum“, berichtet Schneider. Mit etwas Glück könnte somit der ganze Verlust ausgeglichen werden. Stichtag hierfür ist der 15. Dezember.

jz

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