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Start der russischen Großoffensive

„Jetzt ist die Zeit zu Spenden!“ – Ukrainer bittet Burghauser Bürgermeister um Städtepartnerschaft mit Browary

Mehrere Wohnungen in diesem Block wurde von einer Rakete zerstört.
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Die Wohnung von Sergeys Onkel in diesem Wohnblock wurde zerstört.

Sergey Moiseenko ist Ukrainer und lebt seit 2014 in Deutschland. Er ist Anlaufstation für seine Familienangehörigen und viele andere Flüchtlinge. Sergey organisiert Spendenfahrten in die ukrainische Stadt Browary und hat den Burghauser Bürgermeister um eine Städtepartnerschaft gebeten. Erst gestern wurde die Stadt von den Russen attackiert.

Burghausen Sergey Moiseenko stammt aus Donezk und war im Jahr 2014 an den Protesten gegen die korrupte ukrainische Regierung beteiligt. Als er vor knapp acht Jahren nach Deutschland floh, hieß es beim Amt: „In der Ukraine herrscht kein Krieg – also sind sie auch kein Flüchtling.“ Doch der Terror herrschte in der Donbass-Region schon viele Jahre vor Putins Krieg, wie Moiseenko weiß. Seine Familienangehörigen hat er bereits 2014 angefleht, zu fliehen. Glücklicherweise konnte er sie nach Putins Angriff im Februar dazu bewegen, ihre Heimat zu verlassen.

Flucht aus Donbass, Kiew und Irpin

Moiseenkos Eltern, die Schwester mit ihren Kindern, sein Onkel und die Tante sind nun in Burghausen in Sicherheit. Sergey hat eine Wohnung für sie gemietet. „Mein Vater ist 67 Jahre alt und hat jetzt zum zweiten Mal in seinem Leben alles aufgeben müssen, wofür er hart gearbeitet hat“, erzählt Sergey. „Auch meine Schwester hat ihre Eigentumswohnung überstürzt mit den Kindern verlassen müssen. Mein Onkel konnte Irpin gerade noch rechtzeitig verlassen. Seine Wohnung wurde von einer Rakete getroffen.“ Angesichts der aktuellen Hilfsbereitschaft ist er einerseits verwundert und andererseits froh. Denn als er selbst in Deutschland ankam, war die Situation völlig anders.

Sergey und seine Familie leben in Burghausen.

Zurückblickend sagt Sergey: „Meine ersten drei Jahre in Deutschland waren verlorene Jahre.“ Als ehemaliger Inhaber einer Werbeagentur wollte er in Deutschland arbeiten, doch seine zahlreichen Bewerbungsschreiben wurden selbst nach der Ankerkennung seines Diploms nicht beantwortet. Ungeachtet seiner Deutsch- und Englisch-Kenntnisse. „Ich habe mich gefragt: Wie kann ich beweisen, dass ich etwas kann und arbeiten will?“ Inzwischen ist Sergey Moiseenko SEO-Experte und Leiter der Marketing-Abteilung einer Freilassinger Firma. Außerdem ist er ein wichtiges Bindeglied für ukrainische Flüchtlinge und den Burghauser Helferkreis. Dank seiner ausgezeichneten Deutsch-Kenntnisse und Erfahrungen.

Antwort bezüglich Städtepartnerschaft blieb bisweilen aus

Angesichts der erwarteten Grossangriffs auf die Süd- und Ostukraine sagt Sergey Moiseenko: “Jetzt ist die wichtigste Zeit zu spenden. Wir haben die Möglichkeit, die Sachen direkt in die Ukraine zu bringen.“ Sergey organisiert bereits seit 2014 Spenden für die Ukraine. Mit Hilfe seiner Kontakte zum Bürgermeister und der Stadtverwaltung von Browary bei Kiew, kann er grüne Korridore und militärisch begleitete Transporte organisieren. Moiseenko arbeitet inzwischen intensiv mit dem Burghauser Helferkreis zusammen. Dem Burghauser Bürgermeister, Florian Schneider, hat er eine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Kleinstadt ans Herz gelegt. Bisher ohne Antwort. Mittlerweile wurde Browary von den Russen attackiert, woraufhin Bürgermeister Ihor Saposchko auf Facebook bekanntgab, dass es zu Ausfällen bei der Strom- und Wasserversorgung im Bezirk kommen kann.

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