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Ortsumfahrungen im Landkreis Altötting

Burghauser Krake wird umgeplant, Finanzierungsstreit wegen Bahnübergang Pirach

Ortsumfahrung Pirach: Alles hängt an der Eisenbahnkreuzung.
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Der Streit um die Finanzierung der Ortsumfahrung dauert.

Der Knoten Niederholz / Haid – besser bekannt als der „Krake – muss für die geplante Ortsumfahrung Burghausen noch einmal umgeplant werden. Vor fünf Jahren wurde das 3 Millionen Projekt erst fertiggestellt.

Landkreis Altötting – „Dass die Krake umgeplant werden soll, halte ich aber für einen kapitalen Fehler“, äußerte sich Stephan Mayer, Mitglied des Bundestags, am 10. Oktober im Kreistag Altötting. Christian Rehm, der leitende Baudirektor vom Staatlichen Bauamt Traunstein sieht das sehr ähnlich: „Da sind wir völlig auf einer Linie. Wir hatten intensive Konferenzen aber: keine Chance. Das Fernstraßen-Bundesamt (FBA) hat die Umplanung gefordert und es war in diesem Punkt nicht mit ihnen zu verhandeln. Auch wenn die St2108 doppelt so viel Verkehr hat: Der Bund möchte einen Vorrang für die B20.“ Allerdings habe der Knoten „so oder so“ eine hohe Leistungsfähigkeit betonte Rehm: „Es werden dort sicher keine Stauungen auftreten.“

Ortsumfahrung Burghausen

Der Bund habe laut Rehm die Ortsumfahrung Burghausen in Verkehrsverbindungsstufe 1 eingeordnet – und zwar deshalb, weil es in Nord-Süd-Richtung keine Autobahn hier gebe. Im August habe man einen Meilenstein in diesem Projekt erreicht: Der Vorentwurf - also die technische Planung – wurde August 2022 haushaltsrechtlich genehmigt. „Natürlich kann jetzt noch geklagt werden, aber ansonsten können wir nun einsteigen“, so Rehm. „Was wir nicht wollen, ist eine Verzögerung“, fügte Landrat Erwin Schneider dem Vortrag Rehms noch hinzu.

Der Krake soll für die Ortsumfahrung umgeplant werden.

Fertiger Plan lag zwei Jahre in Behördenschublade

Doch allein das Projekt „Ortsumfahrung Pirach“ lag zwei Jahre in einer Behördenschublade. Es sei eine der wichtigsten Bundesstraßen in ganz Bayern, betonte auch Kreisrat und Altbürgermeister von Burghausen, Hans Steindl. Die Ortsumfahrung Burghausen müsse ganz klar priorisiert werden. Neben einem Kosten-Nutzen-Faktor von 10 sei es außerdem mit 44 Millionen Euro die günstigste Ortsumfahrung, die im Landkreis anstehe. „ Da liegt so ein Plan bestens ausgearbeitet mit allen Unterlagen und Korrekturen zwei Jahre in einer Behörde und kommt dann in der gleichen Form mit minimalen Ergänzungen wieder zurück. Das ist unser Thema. Denn das heißt wir kommen im Jahr 2032/33 an“, so Steindl.

Mobilitäts- oder Verlangsamungsoffensive?

Verzweiflung angesichts der behördlichen Verzögerungen ließ auch Burgkirchens Bürgermeister Johann Krichenbauer spüren, der bezüglich der Ortsumfahrung Pirach dringendst Handlungsbedarf sieht. „Man muss bedenken, dass wir da auch Rettungseinsätze haben. Es wird seit vier Jahren wegen der Kosten diskutiert und wir kommen keinen Schritt weiter. „Wenn wir diese Zeiträume haben, könnte das Wort ‚Mobilitätsoffensive‘ in Frage gestellt werden“, sagte Steindl. „Das ist alles so verworren und dauert 15 bis 20 Jahre: Das muss man der Bevölkerung mal erklären.“ Rehm bestätigt, dass Straßenbau schwierig und komplex geworden sei. Überall würden die Behörden an die Grenzen stoßen. Das Bauamt plane aber weiter um möglichst schnell zu einem Baurecht zu kommen. „Der Bund hat aber gefordert, dass vorher die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung abgeschlossen werden muss. Es macht Sinn Burghausen und Pirach parallel laufen zu lassen.“

Ortsumfahrung Garching

Bezüglich der weiteren Projekte im Landkreis führte Rehm aus, dass die Ortsumfahrung B299 Garching möglichst bis 2030 realisiert werden soll. Die Umweltverträglichkeitsstudie sei Mitte nächsten Jahres abgeschlossen. Die Planung laufe bereits seit 2016. „Weil der Nutzen kleiner als die Kosten ist, nimmt der Bund etwas Abstand. Wir haben nun allerdings eine Neubewertung vornehmen lassen und werden die Planungen ungebremst weiterführen“, so der Baudirektor. Bezüglich des Ausbaus der Strecke im Harter Holz, nördlich von Garching an der Alz sei der Vorentwurf abgeschlossen. 2023 solle das Planfeststellungsverfahren beantragt werden.

Ortsumfahrung Reischach

Auch die Ortsumfahrung Reischach mache dem Bauamt in Traunstein „Bauchweh“, wie Rehm es ausdrückte. „Die Topografie ist dort extrem schwierig, das macht es auch so teuer. Außerdem ist auch hier der Nutzen geringer als die Kosten. Wir tragen ein hohes Planungsrisiko, denn es ist offen, wie der Bund künftig mit dem Plan umgehen wird.“ Der Ausbau der B588 nördlich von Reischach sei dagegen in Kürze abgeschlossen. Am 28.Oktober soll die Strecke für den Verkehr freigegeben werden und am 7. November die feierliche Einweihung stattfinden.

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