Burghauser Kleindarsteller berichtet: So sind Dreharbeiten in Zeiten von Corona

„Sobald man nicht mehr vor der Kamera steht, gilt: Maske auf!“

Kleindarsteller Rudi Breiteneicher berichtet gegenüber innsalzach24.de, wie Filmdrehs in Zeiten von Corona ablaufen.
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Kleindarsteller Rudi Breiteneicher berichtet gegenüber innsalzach24.de, wie Filmdrehs in Zeiten von Corona ablaufen.

Wie läuft das eigentlich derzeit bei Filmdrehs in Zeiten von Corona? Der Burghauser Kleindarsteller Rudi Breiteneicher berichtet davon gegenüber innsalzach24.de.

Burghausen - „Die Unbeschwertheit wie früher ist nicht mehr da“, bemerkt der aus Burghausen stammende Kleindarsteller Rudi Breiteneicher im Gespräch mit innsalzach24.de. „Alles ist umständlicher, man hat weniger Kontakt zu den anderen Darstellern. Es gibt keine Begrüßung wie sonst, kein Händeschütteln, kein Umarmen“, fährt er fort. „Aber trotzdem gilt: Ich bin froh, dass es weiter geht und ich dabei sein kann!“


Burghauser Kleindarsteller Rudi Breiteneicher berichtet: Derzeit umfangreiche Infektionsschutzmaßnahmen bei Dreharbeiten

Angefangen hatte Breiteneicher als Komparse, arbeitete sich dann zum Kleindarsteller hoch. Er war bereits in diversen kleinen Rollen bei „Dahoam is Dahoam“, „Hubert ohne Staller“ oder „Vorsicht Falle“ zu sehen. Früher war er Schichtarbeiter bei Siteco, nun ist er in Altersteilzeit. „Das macht die Sache mit der Schauspielerei sehr viel einfacher“, berichtet er bereits zuvor gegenüber innsalzach24.de. „Das ging auch vorher, aber da musste ich dann immer extra Urlaub nehmen.“ Jüngst wurde im ZDF eine Folge von „Vorsicht Falle“ ausgestrahlt, in der Breiteneicher einen Familienvater spielt. (Die Folge mit Rudi Breiteneicher kann man hier sehen.)


Es werde ein enormer Aufwand betrieben, um das Risiko von Infektionen zu verringern, berichtet der Burghauser. „Man muss ja bedenken: Bei großen Produktionen geht es um eine Menge Geld. Wenn da ein Corona-Ausbruch für zwei, drei, vier Wochen alles lahm legen würde, wäre das fatal. Ich kann also voll verstehen, warum die da nichts riskieren wollen.“

Infektionsschutz wird rigoros eingehalten

Am Set würde rigoros auf die Einhaltung der Infektionsschutz-Vorschriften geachtet. „Da ist immer jemand damit beschäftigt zu schauen, ob sich jeder daran hält. Sobald man nicht mehr vor der Kamera steht, gilt: Maske auf!“ In den Drehpausen sei man angehalten, die Kontakte untereinander zu reduzieren. Bei Essenspausen seien alle Darsteller durch Trennwände von einander abgeschirmt. „Man muss auch sonst beispielsweise sein Trinkglas oder -Becher immer mit Namen beschriften und darf kein anderes verwenden.“

Auch in anderen Serien war Breiteneicher (links) schon als Kleindarsteller dabei. Hier auf Tuchfühlung mit dem Star aus seiner Lieblingsserie, Christian Tramitz (rechts). Solche Nähe ist wegen der Corona-Pandemie allerdings derzeit nicht möglich, wie Breiteneicher berichtet.

„Man würde ja denken, dass derzeit weniger los ist in Sachen Dreharbeiten. Im vergangenen Jahr war ja auch für eine Weile Drehsperre“, führt Breiteneicher weiter aus. „Aber inzwischen ist das Gegenteil der Fall. Mal gibt‘s zwar eine Woche nichts, aber dann flattern wieder drei, vier Angebote ins Haus.“ Welche Angebote er derzeit annehme, das hänge auch von der Verhältnismäßigkeit des Aufwands, der derzeit durch die Corona-Tests entsteht, ab.

Auch beim Sketch-Format wirkt sich Corona aus

„Manche Produktionen verlangen, dass man beispielsweise vor Drehbeginn zweimal nach München zum Testen kommen muss“, erläutert er. „Wenn das eine tolle Produktion ist, nehme ich das natürlich gerne in Kauf.“ Teilweise sei es aber auch möglich, stattdessen einen Schnelltest vor Drehbeginn zu machen oder die Tests am eigenen Heimatort vornehmen zu lassen. „Richtig ideal war es bei den Dreharbeiten für Beckenrand Sheriff von Kult-Regisseur Marcus H. Rosenmüller“, erinnert sich Breiteneicher. „Da fanden die Dreharbeiten ja direkt in Waldkraiburg statt.“

Auch auf das Web-Comedy-Sketch-Format „B-Comedy“, bei dem Breiteneicher mitmacht, wirkt sich Corona aus. „Auch da müssen wir natürlich auf die Regeln zum Infektionsschutz achten. Das bedeutet beispielsweise, dass wir derzeit möglichst nur Sketche mit so wenig Darstellern wie möglich, die auch möglichst die Sicherheitsabstände einhalten, drehen. Zum Glück können meine Frau und ich auch viele Sketche zusammen drehen“, freut er sich abschließend. „Da muss dann nur noch der Kameramann dazu kommen.“

hs

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