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Burghauser Busunternehmen zur Fachkräftenot

Massiver Busfahrer-Mangel auch im Landkreis Altötting: Warum gibt es so wenige?

Personalbedarf im Nahverkehr: Es gibt zu wenig Busfahrer in Bayern
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Händeringend werden in ganz Bayern Busfahrer gesucht.

Das 49 Euro-Ticket soll kommen: Aber wird es die Weichen für den ÖPNV-Ausbau stellen? Fraglich, denn in ganz Bayern wird händeringend nach Busfahrern gesucht.

Burghausen – Gerade im Zuge der „Wiesn-Welle“ leiden aktuell wieder viele Branchen an krankheitsbedingten Ausfällen und Personalmangel. Nicht nur Kliniken kämpfen täglich, um ihre Patienten weiterhin versorgen zu können, auch in anderen Branchen kann der Personalmangel zu kritischen Situationen führen. So kommen mancherorts die Busse unpünktlich, oder gar nicht. In manchen bayerischen Landkreisen kam es laut Medienberichten sogar dazu, dass Grundschüler kilometerweit von zuhause entfernt nicht abgeholt werden konnten.

„Massiver Fachkräftemangel“ auch im Landkreis Altötting

Ullrich Lichtenegger vom Landratsamt Altötting bestätigt: „Es gibt auch in unserem Landkreis einen massiven Fachkräftemangel in den Busunternehmen. Zum Glück mussten bei uns noch keine Linien eingestellt werden, wie dies in anderen Kreisen der Fall ist. Aber die Branche leidet unter drastischem Personalmangel.“ Das 9-Euro-Ticket habe gerade im ländlichen Bereich auch nicht zu mehr Fahrgästen geführt, so Manuel Brodschelm vom gleichnamigen Busunternehmen in Burghausen. Neben den immensen Kostensteigerungen für Diesel und AdBlue, sowie den langen Lieferzeiten für Fahrzeuge nur eines der vielen Probleme.

Die Ursache für den Fachkräftemangel liege laut Brodschelm auch an der teuren und komplizierten Ausbildung der Fahrer. Um eine „Fachkraft im Fahrtbetrieb“ zu werden, muss man eine dreijährige duale Ausbildung absolvieren. Aber auch ein Quereinstieg ist möglich, wie Manuel Brodschelm erläutert: „Dazu muss ein Führerschein der Klasse D bzw. D1 vorliegen. Zusätzlich muss eine Grundqualifikation mit 140 Unterrichtsstunden absolviert und eine Prüfung bei der IHK abgelegt werden.“ Die Dauer einer Quereinstieg-Ausbildung variiere laut Brodschlem stark und sei an verschiedene Faktoren wie Herkunft, Sprache und Führerschein gebunden.

Ausbildung drei mal teurer als in Österreich

Das klingt kompliziert und auch die Kosten des Führerscheins seien häufig ein Problem. Brodschelm: „Zum Vergleich kostet der Führerschein in Österreich nur ein Drittel der in Deutschland notwendigen Kosten.“ Die Prüfung bei der IHK könne außerdem nur in Deutsch abgelegt werden und die Anerkennung ausländischer Dokumente und Qualifikationen sei oft problematisch. „Daneben wird es durch die steigenden Lebenshaltungskosten in Deutschland für potenzielle ausländische Busfahrer uninteressanter in Deutschland zu arbeiten“, so Brodschelm.

Der Ausbildungsberuf und das gesamte Berufsbild leidet leider stark unter Imageproblemen.

Manuel Brodschlem, Busunternehmen Brodschelm

Auch die Abschaffung der Wehrpflicht habe zu dem Busfahrer-Mangel beigetragen: „Die Anzahl der bei der Bundeswehr erworbenen LKW und Bus-Führerscheine ist stark zurückgegangen. Diese haben in der Vergangenheit einen späteren Einstieg in den Beruf stark erleichtert“, erklärt Brodschelm.

Womit das Problem gelöst werden könnte

„Als ersten Lösungsansatz, würden wir uns wünschen, dass die enormen Einstiegs-Kosten etwa an das Niveau in Österreich angepasst würden“, sagt Brodschelm. Auch die Prüfung bei der IHK sollte in der Muttersprache abgelegt werden können – so wie das auch beim Führerschein bereits möglich ist. Manuel Brodschelm führt weiter aus, dass es generell positiv wäre, wenn der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt für Zuwanderer schneller und einfacher möglich wäre. „Und gesellschaftlich könnte die Wertschätzung gegenüber dem Berufsbild ‚Busfahrer‘ wieder steigen, leider ist das Ansehen in den letzten Jahren drastisch gesunken.“

Übrigens: wie wahrscheinlich die meisten Busunternehmen, freut sich Brodschelm über jede Bewerbung.

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