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Gespräch mit dem Altstadtkümmerer in Burghausen

Mode Mayer zieht um, Leerstände nehmen zu: Was der Altstadtmanager anpacken möchte

Architekt Tobias Hanig ist jetzt Altstadtkümmerer in Burghausen und kümmert sich um die Belange der Bewohner des historischen Stadtteils.
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Tobias Hanig ist nun Altstadtkümmerer in Burghausen.

Erst im Sommer schloß der Edeka am Bichl und bald zieht auch Mode Mayer vom Stadtplatz in die Neustadt um. Nun soll sich der Altstadtmanager um die Leerstände kümmern.

Burghausen – Er lebte zwar 15 Jahre in Wien und Graz, aber Burghausen kennt er schon lange: Tobias Hanig (51), ist Architekt, Familienvater und der neue Altstadtmanager in Burghausen. In Teilzeit wird er sich künftig um die Belange der Altstädter kümmern und dafür sorgen, dass sich wieder mehr tut in den Grüben und am Stadtplatz. Wichtigste Aufgabe für ihn ist aktuell das Leerstandsmanagement – und damit kommt einiges an Arbeit auf ihn zu.

Erst seit kurzem ist bekannt, dass das Modehaus Mayer am Stadtplatz in die Neustadt umziehen wird – und immer noch unklar ist, ob der Altstadtmarkt am Bichl wieder öffnen wird. Während viele weitere Ladenflächen in den historischen Grüben leer stehen, weil die Mieten zu hoch oder Sanierungen zu teuer sind, wird künftig auch die Erhöhung der Erbschaftssteuer zum Leerstand beitragen. Aktuell sucht auch Franz Fiederer – Besitzer des Knoxoleums – nach Investoren. Wie wollen Stadt und Altstadtmanager dem Problem nun entgegentreten?

Niederschwellig ansprechbar

„Das Leerstandsmanagement steht aktuell im Vordergrund. Ich werde mich also um mögliche Mieter und Investoren bemühen,“ so Hanig. Man müsse sich jedes Objekt einzeln anschauen und Besitzer aufklären, welche Förderkulissen es gebe. „Niemand geht gern ohne konkrete Vorstellung oder Pläne in ein Amt, weswegen das Angebot so niederschwellig wie möglich sein soll.“ Nicht wenige Besitzer fühlten sich bezüglich Fördermöglichkeiten, Denkmalschutz und Sanierung überfordert – andere wiederum müssen überzeugt werden, überhaupt zu vermieten. „Die Leute wollen ja darüber reden – und im Gespräch kann man am besten auf die eigentlichen Probleme kommen.“ Anlaufstelle für die Bürger soll ein Büro in den Grüben werden – wo genau das sein wird, werde gerade noch verhandelt: Möglicherweise soll das Büro nämlich wandern. „Temporäre Zwischennutzungen sind überhaupt eine tolle Möglichkeit um Sachen auszuprobieren“, so der Altstadkümmerer. Bereits im Bürgerbeteiligungsprozess war die Idee für Pop-Up Läden in den Grüben aufgekommen.

Leerstandsmanagement im Vordergrund

Auch die Thematik „Umsonst und Draußen“ war dort angesprochen worden. „Was in den Grüben auffällt ist, dass es nur Konsumationsplätze gibt: Es fehlt an Sitzplätzen, wo Menschen einfach mal sitzen können, ohne etwas zu kaufen“, sagt der Altstadtmanager. Dabei denkt Hanig nicht nur an ältere Bürger sondern auch an die jungen: „Eigentlich hat die Altstadt vieles, was die Besucherfrequenz fördert: Drei Schulen, ein Kino und die Verwaltung.“ Das Freizeitheim als Anzugspunkt für Jugendliche stehe aber aktuell weniger auf der ToDo-Liste. Für Senioren liebäugele der Altstadtkümmerer mit der „Seniorenrikscha“, wobei der Ludwigsberg ein großes Hindernis darstelle. Das „Visionsprojekt Burgaufzug“ sieht Hanig aber als „echtes Transportmittel – auch für die Schülerbeförderung“, mit deren Umsetzbarkeit man sich unbedingt weiter beschäftigen müsse.

Auf den Job des Altstadtmanagers sei Hanig durch den Bürgerbeteiligungsprozess im Sommer aufmerksam geworden. Die daraus gesammelten Bürgerideen liegen ihm als Druckwerk vor, und werden nun von ihm durchgearbeitet. Das Prinzip des „Kümmerers“ sieht Hanig mehr als Hilfe zur Selbsthilfe: „Ich möchten den Bürgern Mut machen und sie motivieren, sich selbst um die Dinge zu kümmern.“

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