"Frauen, Bier und Klosterleben" in Raitenhaslach

10. Klostermarkt: Zu Ende bevor er angefangen hat?

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Bier aus der Klosterbrauerei Mallersdorf fließt hier aus dem Hahn
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Burghausen/Raitenhaslach - Fünf vor Elf fuhren die ersten Besucher schon wieder nach Hause, voll bepackt mit Kartons und Tüten vom 10. Burghauser Klostermarkt. 

Was haben die Mariendistel und Schwester Doris aus Mallersdorf gemeinsam? Richtig: an sich erstmal nix. Dennoch sind beide auf dem Klostermarkt in Raitenhaslach vertreten, Doris und die Distel.

Der Klostermarkt Raitenhaslach im Prälatengarten

Darüber hinaus gibt es die verschiedensten Erzeugnisse von insgesamt 30 Klöstern und Werkstätten mit klösterlicher Tradition aus Deutschland, Österreich und Griechenland nicht nur zum anschauen sondern auch zu kaufen. Vom Geist von Hildegard von Bingen ist in der Ankündigung die Rede. Tatsächlich ist der nunmehr 10. Klostermarkt in Raitenhaslach aber erst einmal ein Streifzug durch die klösterlichen Genüsse.

Bilder vom 10. Klostermarkt - 1

Neue Lust am Bodenständigen

Samstagvormittag um 11 Uhr sollte der 10. Klostermarkt in Raitenhaslach starten. Bereits um fünf vor fuhren die ersten Gäste schon wieder ab, karton- und tütenweise klösterliche Produkte unter den Armen. Erstaunlich auch deshalb, weil viele junge Leute darunter sind. Es gibt also offenbar eine neue Lust am Bodenständigen. Der Grund scheint klar:

Kräuter aus der Klostergärtnerei Gars

Alles hier ist von Hand und mit Bedacht gemacht. „Probieren, Genießen, Erfahren und Staunen“ heißt es dazu von den Veranstaltern. Tatsächlich kann man sich durch die Produkte aus den Brauereien, Weinkellern, Klostergärten, Metzgereien, Bäckereien und aus den Werkstätten der Klöster und Konvente noch vor Ort schlemmen und das eine oder andere mit nach Hause nehmen.

Knoblauchbrot, frisch aus dem Backofen, Gewürze, Stoffe, Keramik – sogar bestes griechisches Olivenöl gibt es und alles vor dem Hintergrund der klösterlichen Tradition hergestellt. Der kulinarische Streifzug wird von den Blumendüften der Klostergärtnerei Gars abgerundet, deren Pflanzen den Garten in Raitenhaslach schmücken.

Anfang Juni 2016 ist das Kloster Raitenhaslach nach umfangreicher Renovierung wieder seiner ureigenen Bestimmung übergeben worden: Lehre, Begegnung und Einkehr. Die Technische Universität München nutzt das einstige Zisterzienserkloster fortan dauerhaft als Akademiezentrum.

Kloster Raitenhaslach: Alles neu!

Doris und die Distel

Dass bayrische Mönche das Bier erfunden haben, ist natürlich falsch. Dass das Reinheitsgebot dieses Jahr seinen 500. Geburtstag feiert, ist natürlich richtig. Bierbrauen soll eine Männerdomäne sein - so von wegen Mönche, die ja angeblich das Bier erfunden haben? Allerspätestens seit Schwester Doris von Mallersdorf Braumeisterin ist, ist auch das garantiert nicht richtig. Zum 10. Mal ist sie jetzt mit einigen Mitschwestern auf dem Raitenhaslacher Klostermarkt. Natürlich hat sie auch im Jubiläumsjahr wieder ihr Mallersdorfer Klosterbier im Gepäck.

Doris Engelhard kam 1962 als Internatsschülern vom Altmühltal ins niederbayerische Mallersdorf. Als Novizin absolvierte sie die Brauerlehre. 1975 erhielt sie den Meisterbrief - als Jahrgangsbeste

Sr. Doris am Ausschank

Mit ihrer Mitschwester Regelind und der Angestellten Mladen Mirjanovic stellt Sr. Doris jährlich ca. 3000 Hektoliter naturtrübes Bier her und etwa 800 Hektoliter Limonaden. Ein Drittel ist für den Klosterbedarf bestimmt.

Bilder vom 10. Klostermarkt – 2

Klösterliches Leben soll ja von einem sinnvollen Maßhalten geprägt sein. Jetzt ist aber Sommer, die Biergärten haben geöffnet, es ist Fußball EM und überhaupt: Wenn es nun mal so schmeckt, was dann? Dann kommt die Mariendistel ins Spiel. „Ein Tee, aufgebrüht mit ihren Samen ist gut für die Leber“, besagt ein Schild am Stand der Klostergärtnerei Gars. Auch den gibt es nämlich in Raitenhaslach und passende Vorträge und das ganze noch bis Sonntagabend, 18 Uhr.

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