Sichere Arbeitsplätze und Wachstum in der Region

ChemDelta Bavaria: Bezahlbarer Strom ist der Schlüssel

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Erste Reihe von links nach rechts: Dr. Gerhard Wagner, Energiepolitischer Sprecher der Initiative ChemDelta Bavaria und Geschäftsführer OMV Deutschland; Lex Hartman, Geschäftsführer TenneT TSO GmbH; Ingrid Heckner, MdL; Staatssekretär Franz Josef Pschierer; Dr. Bernhard Langhammer, Vorsitzender des Lenkungskreises der Initiative ChemDelta Bavaria
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Burghausen/Raitenhaslach - Ende Januar fand in Raitenhaslach ein Energiegipfel statt: Die chemische Industrie in der Region Inn-Salzach diskutierte mit Vertretern der Politik. innsalzach24.de hat nachgefragt.

Spannungsschwankungen und Stromausfälle haben immer wieder die Sensibilität der Industrie im Bayerischen Chemiedreieck gezeigt und insbesondere 2014 und 2016 zu wirtschaftlichen Schäden im zweistelligen Millionenbereich geführt. Ende Januar hatten die Unternehmen des ChemDelta Bavaria deshalb in Zusammenarbeit mit MdL Ingrid Heckner zum Energiegipfel in Raitenhaslach geladen.

Damit brachten sie Vertreter aus Stromwirtschaft sowie Landes- und Kommunalpolitik an einen Tisch. Als Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums nahm Staatssekretär Franz Josef Pschierer teil. Pschierer sprach über die Ausrichtung der bayerischen Energiepolitik und erörterte insbesondere die Perspektiven nach 2022.

Sicherer und bezahlbarer Strom

Ziel der Veranstaltung war es, auf die hohe Bedeutung einer sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Stromversorgung für das Bayerische Chemiedreieck hinzuweisen und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten, um diese weiterhin zu gewährleisten. Der Energiegipfel steht am Anfang eines Dialogprozesses und soll Fortsetzung finden. Im Anschluss an die geschlossene Runde stellten sich die Teilnehmer den Fragen der Presse. „Aus Sicht des ChemDelta Bavaria war die Veranstaltung ein Erfolg“, erklärt Dr. Bernhard Langhammer, Vorsitzender des Lenkungskreises der Initiative ChemDelta Bavaria.

Es bestand Einigkeit, dass eine sichere Stromversorgungsinfrastruktur und bezahlbare Preise die Grundvoraussetzung für eine wettbewerbsfähige chemische Industrie darstellen. Sie bringt der Region Wohlstand und Arbeitsplätze, die es zu erhalten gilt. Herr Staatssekretär Franz Josef Pschierer hat uns die volle Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung zugesichert. Wir werden weiterhin im engen Austausch bleiben, öffentlich auf die Wichtigkeit unseres Anliegens aufmerksam machen und gemeinsam mit der Landes- und Kommunalpolitik tragfähige Perspektiven vorantreiben.“

Zukunftssichere Lösungen

Als erste Ansatzpunkte für politische Maßnahmen wurden die Durchsetzung einer Kapazitätsreserve für Süddeutschland und eine Reform des derzeitigen EEG-Systems näher diskutiert. Alle Beteiligten setzen ferner auf eine schnelle und planmäßige Fertigstellung der großen Leitungsverbindungen SuedLink und SuedOstLink. Mit Geschäftsführer Lex Hartman nahm auch der mit der Errichtung beauftragte Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH am Energiegipfel teil. Hartman schilderte Perspektiven für die Entwicklung regionaler, nationaler und europaweiter Strommärkte und unterstrich die Notwendigkeit regionaler Erzeugungskapazitäten.

Dr. Gerhard Wagner, Geschäftsführer der OMV Deutschland GmbH und Energiepolitischer Sprecher der Initiative ChemDelta Bavaria, fasst die Motivation der Gastgeber zusammen: „Uns geht es darum, im Schulterschluss mit Politik und Netzbetreibern rechtzeitig zukunftssichere Lösungen für eine ausfallsichere, umweltverträgliche Stromversorgung zu entwickeln. Die energieintensiven Industrien im ChemDelta Bavaria sind auf wettbewerbsfähige und bezahlbare Preise ebenso angewiesen wie die Bürger. Die Energiewende muss so ausgestaltet sein, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit und dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit und somit die Standortsicherung der chemischen Industrie erhalten bleibt. Das fordern wir mit Entschiedenheit ein.“

Zwar standen die Spannungsschwankungen und signifikanten Stromausfälle der letzten Jahre nicht unmittelbar mit der Energiewende und dem Ausbau volatiler Erneuerbarer Energien in Zusammenhang. Dennoch haben sie gezeigt, was auf dem Spiel steht, sollten solche Ereignisse aufgrund von Überlastungen oder Kapazitätsengpässen künftig zunehmen. Schon heute haben sich die Kosten für das Netzengpassmanagement vervielfacht und führen zu höheren Strompreisen. Kostentreiber sind insbesondere das Einspeisemanagement bei Erneuerbaren Energien und der so genannte Redispatch, bei dem die Übertragungsnetzbetreiber in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken eingreifen. Allein das Abregeln überschüssiger Windenergie im Norden und das Hinzuschalten von Kraftwerksressourcen in Süden soll die deutsche Volkswirtschaft pro Jahr eine Milliarde Euro kosten.

Innsalalzach24.de hatte da noch ein paar Fragen:

Ist nicht die Investition der InfraServ in die KWK-Anlage bereits mehr als ein Lösungsansatz?

InfraServ Gendorf hat über 30 Millionen Euro in die Modernisierung ihres GuD-Kraftwerks investiert. Die Eigenstromversorgung dient vorwiegend der Versorgung der Unternehmen im Chemiepark GENDORF. Im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen mit Netzbetreibern leistet das Kraftwerk zudem einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität in der Region. Allerdings reicht das Kraftwerk bei weitem nicht aus, um den Strombedarf der Unternehmen im Chemiepark GENDORF zu decken. Sie bleiben in weiten Teilen auf eine stabile öffentliche Netzinfrastruktur angewiesen.

Was muss passieren, damit mehr Arbeitsplätze entstehen und/oder weg von der Zeitarbeit in feste Arbeitsverträge geführt werden können oder geht es nur um Gewinnmaximierung, die nur schwer dem Arbeitnehmer und den Bürgern vermittelt werden kann, weil am Ende dort vielleicht nur ein Bruchteil davon ankommt?

Mit ihren Investitionen in hochmoderne Industrieanlagen und teilweise auch eigene Stromerzeugungskapazitäten tragen die Unternehmen des ChemDelta Bavaria zur Standortsicherung und (...) Erhaltung von rund 20.000 Arbeitsplätzen in der Region bei. Der Energiegipfel, initiiert in Zusammenarbeit mit der Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner, verfolgt dasselbe Ziel. 

Er soll der Auftakt für weitere Veranstaltungen sein und der Intensivierung des Dialogs zwischen Industrieunternehmen, Politik und Netzbetreibern dienen. Eine sichere und bezahlbare Stromversorgung ist der unabdingbare Lebensnerv der chemischen Industrie und damit auch elementare Grundlage für sichere Arbeitsplätze und weiteres Wachstum – insbesondere im harten internationalen Wettbewerb, der herrschende Standortvorteile schnell relativiert.

Pressemeldung ChemDelta Bavaria/rw

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