Auf 87 Kilometern zwischen Burghausen und Finsing

Erdgasfernleitung Monaco: Das Mammutrohr ist in Betrieb gegangen

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Bau der Erdgasfernleitung MONACO: Seitenbaumraupen senken den Rohrstrang in den Rohrgraben ab
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Burghausen/Landkreise – Die Erdgasfernleitung Monaco von Burghausen nach Finsing ist Mitte Dezember in Betrieb gegangen. Das hat die bayernets GmbH am Mittwoch mitgeteilt. Bis auf Rekultivierungsmaßnahmen und Wiederherstellung von Straßen und Wegen seien die Arbeiten abgeschlossen.

Das Mammut-Rohr ist zusammengefügt, alle Einzelteile sind miteinander verschweißt, die elektrischen Arbeiten an den insgesamt sechs Schiebestationen sind abgeschlossen und der sogenannte kathodische Schutzstrom liegt an. Laut einer Pressemeldung der bayernets GmbH ist die Erdgasfernleitung Monaco seit Mitte Dezember in Betrieb.

Versorgungssicherheit für Südbayern

In punkto Versorgungssicherheit mit Gas sei die Erdgasfernleitung als Bestandteil des entsprechenden Netzentwicklungsplans von zentraler Bedeutung, heißt es von der bayernets GmbH. „Insgesamt leistet die Monaco-Leitung einen wichtigen Beitrag zur Deckung des steigenden Transportkapazitätsbedarfs an Erdgas in Deutschland und Europa durch Verbindung nationaler und internationaler Transportleitungen nach Westen und Osten“, erklärt Geschäftsführer Dr. Matthias Jenn.

Ein Mammutprojekt

87 Kilometer lang, 200 Millionen Euro – Das will erst einmal gestemmt sein. Was bei Beginn der Bauarbeiten auf den ersten Blick aussah wie eine Schneise der Verwüstung eines überdimensionalen und auch sonst degenerierten Maulwurfs folgte einem genauen Plan. Monaco ist wie geplant zum Jahresende fertig geworden.

Für die Umsetzung der Energiewende

Spatenstich für die Erdgasfernleitung war in Kraiburg. Von dort aus ging es – vereinfacht gesagt – nach links und nach rechts. "Zwar kommen wir beim Ausbau der erneuerbaren Energien gut voran. Erdgas als klimaverträglicher und sicherer Energieträger bleibt aber auf absehbare Zeit von besonderer Bedeutung für uns, um die stark schwankenden erneuerbaren Energien auszugleichen“, sagte Ilse Aigner (CSU) am 11. Mai letzten Jahres dazu.

Mit der Ferngasleitung Monaco setzen wir in Bayern ein deutliches Signal für die Gasversorgung der Zukunft in Deutschland. Zugleich leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und zur Versorgungssicherheit in unserem Land“, erklärte Rainer Dumke, Geschäftsführer der bayernets GmbH.

Mammut-Projekt "Monaco": Aktuelle Fragen und Antworten zur Erdgasleitung

Archäologische Funde zu Tage gefördert

So etwas wie einen Bau einer Erdgasfernleitung gibt es nicht alle Tage. Nicht nur, dass er die Menschen in den Regionen teilweise vor Fragen gestellt hatte, er förderte auch besonderes zu Tage. So gab es bei Kirchdorf nahe Haag eine archäologische Überraschung: Erdarbeiten brachten ein Gräberfeld aus dem 16. oder 17. Jahrhundert ans Tageslicht.

Unsere Leserinnen und Leser wollten es genau wissen

Immer wieder hatte es Fragen unserer Leserinnen und Leser gegeben. Zunächst ging es dabei darum, warum aufgegraben wird oder was es mit den vielen Einzelrohren auf sich hat. An ein paar Stellen unterquert die Erdgasleitung Straßen. Wie lange die Geschwindigkeitsbeschränkungen in diesen Baustellenbereichen noch gelten, wollten Leser wissen.

Fragen und Antworten Teil 1.

Fragen und Antworten Teil 2.

Herausforderungen beim Bau

Zu den besonderen Baumaßnahmen zählten 

  • die Nassverlegung im Bereich der Flüsse Sempt und Schwillach im Landkreis Erding auf einer Länge von ca. 1.200 Metern, 
  • die Untertunnelung des Inn- und Innwerkkanals bei Kraiburg am Inn im Landkreis Mühldorf am Inn auf einer Länge von ca. 700 Metern, 
  • die Querung der Alz mit Alzkanal im Landkreis Altötting 
  • sowie die Leitungsverlegung im Bereich Mörnbachtal, ebenfalls auf einer Länge von ca. 700 Metern, in den Landkreisen Altötting und Mühldorf am Inn“, 

schreibt die bayernets GmbH zu den Herausforderungen.

Das bleibt noch zu tun

Im Trassenbereich erfolgen voraussichtlich bis einschließlich erstes Halbjahr 2019 Rekultivierungsarbeiten. Bei der Rekultivierung wird die uneingeschränkte landwirtschaftliche Nutzung der für die Baumaßnahme in Anspruch genommenen Flächen sichergestellt. Außerdem erfolgt die Wiederherstellung der Straßen und Wege in enger Abstimmung mit den zuständigen Gemeinden und Straßenbaulastträgern“, heißt es dazu von der bayernets GmbH.

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