*Video* Eine schweißtreibende Angelegenheit

500 Grad und beißender Rauch: Das passiert bei einem Zimmerbrand

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Atemschutzgeräteträger aus dem Landkreis üben für den Ernstfall.
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Burghausen - Derzeit steht im Hof der Feuerwehr ein holzbefeuerter Brandübungscontainer. Atemschutzgeräteträger von allen Feuerwehren aus dem Landkreis üben hier für den Erstfall.

Eine Woche lang steht er in Burghausen, der holzbefeuerte Brandübungscontainer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Insgesamt 64 Atemschutzgeräteträger aller Feuerwehren im Landkreis kommen hier in den „Genuss“ einer ganz besonderen Weiterbildung: 500 Grad und beißender Rauch gehören zum praktischen Teil. Das erwartet die Feuerwehrler nämlich bei einem Zimmerbrand. Wie man das übt? Erst einmal selber Feuer legen aber eben im Container.

500 Grad und beißender Rauch: Das passiert bei einem Zimmerbrand

Viel Trinken ist angesagt

Es ist heiß am Mittwochvormittag auf dem Hof der Freiwilligen Feuerwehr in Burghausen. Viel trinken ist angesagt – bei diesen Außentemperaturen natürlich für jeden. Die acht Feuerwehrler aus dem Landkreis Altötting, die an dieser Übung teilnehmen, müssen noch mehr trinken.Gleich nach der Theoriestunde werden sie nämlich durchschnittlich rund drei Liter Flüssigkeit rausschwitzen und das in nicht mal einer halben Stunde. Kein Wunder, erwartet sie doch gleich weit mehr Hitze als sie sowieso schon draußen vorherrscht. Ist die Kleidung eines Feuerwehrmanns/einer Feuerwehrfrau bei 30 Grad Außentemperatur an sich schon eine schweißtreibende Angelegenheit, wird es gleich richtig heiß.

500 Grad und beißender Rauch

500 Grad und beißender Rauch: Das passiert bei einem Zimmerbrand

Das ist das Szenario bei einem Zimmerbrand. Da kann man nur sagen „Gott sei Dank“, denn das Einsatzaufkommen ist in den vergangenen Jahren für so einen Fall zurückgegangen. Dadurch kommen junge Feuerwehrler aber immer weniger zu persönlichen Erfahrungen. Die sind aber wichtig, um Fehlentscheidungen bis hin zu lebensgefährlichen Situationen zu vermeiden.

Ergo: Ab in den Übungscontainer. Er soll die Atemschutzgeräteträger fit machen für den Ernstfall. Die 1,2 Millionen Euro, die der Freistaat für diese Weiterbildung investiert, sind also gut angelegt.

Raum runterkühlen

Nach der Theorie geht es erst mal an die Schläuche. Wie auch im Ernstfall geht es bei einem Zimmerbrand darum, den Raum runter zu kühlen. Nur so kann eine gefährliche Selbstentzündung brennbarer Gase vermieden werden. Nach der Schulung an den Schläuchen wird es schließlich richtig ungemütlich: Volle Montur. Die schwere Kleidung, Haube, Helm, Handschuhe – alles muss sitzen, denn natürlich gilt der Selbstschutz zuvorderst. Das geht natürlich nicht allein. Gegenseitig wird kontrolliert und weil diese Weiterbildung eine Übung ist, schaut der Trainer auch noch einmal drüber.

Ohne Rettungstrupp geht gar nix

Dann betreten sechs Mann und ihr Trainer den Container und es wird Feuer gemacht und damit es gleich richtig raucht die Tür kurz geschlossen bis das Feuer fast erstickt. Wieder geöffnet ist es da drin natürlich immer noch sau heiß und es bietet sich den Atemschutzgeräteträgern eine sehr realistische Situation für einen Zimmerbrand. Der Trainer zeigt, 

  • wie Brandverläufe
  • und Gefahrensituationen richtig erkannt werden können 

während draußen, wie im realen Einsatz auch unerlässlich, ein Rettungstrupp das Geschehen verfolgt.

500 Grad und beißender Rauch: Das passiert bei einem Zimmerbrand

30 Minuten: Länger hält so eine Gasflasche nicht, von denen jeder eine auf den Rücken geschnallt hat. In Feuerwehrkreisen sagt man, dass jeder nur einmal „geht“. Ist die Flasche leer, muss er raus und ein Kollege macht weiter

Abschlussbesprechung mit Trainer Markus Hartmann

Gefragt nach einem Vergleich, sagt Trainer Markus Hartmann, dass es für die körperlichen Anstrengungen in diesen 30 Minuten nix gebe, was da ran kommt. „Ausdauersport“, würde ihm einfallen aber das treffe es auch nicht wirklich. Richtig und wichtig sei so eine Übung, so Teilnehmer und Trainer bei der Nachbesprechung abschließend.

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