In memoriam Hannelore Elsner

Wegen großer Anteilnahme: Zweite Matinee mit Hannelore Elsner in „Die Unberührbare“

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Hannelore Elsner 

Burghausen - In memoriam Hannelore Elsner, die am Ostersonntag ihrem Krebsleiden erlag, fand am Sonntag, 7. März, im Ankersaal eine ganz besondere Matinee statt. Über 250 Besucher waren gekommen, um zusammen mit Bürgermeister Hans Steindl Abschied von der in Burghausen geborenen Schauspielerin zu nehmen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Durch den großen Andrang mussten über 50 Interessierte wieder nach Hause geschickt werden, weshalb am Sonntag, 19. Mai, um 11 Uhr der preisgekrönte Film „Die Unberührbare“ gezeigt wird (Deutscher Filmpreis 2000 als bester Spielfilm, Deutscher und Bayerischer Filmpreis für Elsner als beste Hauptdarstellerin). 

Erster Bürgermeister Hans Steindl berichtete in seinem Nachruf davon, dass die Schauspielerin das „t“ in ihrem Nachnamen abgelegt habe, weil dieser immer falsch geschrieben wurde. Ihre Kindheit sei keine leichte gewesen, denn als sie drei Jahre alt war, hatte sie ihren Bruder, mit neun Jahren ihren Vater verloren. Beide sind am Friedhof in Burghausen beerdigt. Mit Zitaten von Wegbegleitern, wie Regisseur Oliver Hirschbiegel oder Doris Dörrie, zeichnete das Stadtoberhaupt ein Bild der berühmten Schauspielerin: „Keine war so von Herzen wild wie sie, keine konnte feiern wie sie – ihre Profession, das Schauspielen, das Übermaß, die Liebe, den Wein, die Lust am Leben an sich ebenso wie den Mut zur Angst […] einfach Mensch und eben deshalb keine Diva, sondern Königin und großer Star.“ (Oliver Hirschbiegel, Süddeutsche Zeitung, Feuilleton vom 25.4.2019). 

„Ich erinnere mich an unser erstes Treffen, sie mag die Kostüme nicht, die ihr alle zu altmodisch und trutschig sind […] Sie erzählt, dass sie aus Burghausen stammt und ihre Oma so geliebt hat, und als Kind nur bayerisch gesprochen hat und sich das so mühsam abgewöhnt hatte […] Nie werde ich vergessen, wie sie nach Japan kam zum Drehen, und vor den Augen des erstaunten japanischen Teams ein großes blutiges Steak aß, und weil es so gut war, aß sie gleich nochmal eins.“ (Doris Dörrie, Süddeutsche Zeitung, Feuilleton vom 25.4.2019) 

Elsners ehemalige Klassenkameradin Sabine Fröhlich-Kiauka erzählte bei der Matinee, wie sie zusammen mit ihrer Banknachbarin Hannelore die gemeinsame Kindheit in Burghausen verbracht hatten: „Wir waren wilde Kinder, mit uns durften andere nicht spielen, und Hannelore passte da unheimlich gut dazu. Sie beeindruckte auch meinen älteren Bruder und dessen Freunde, meine Mutter nannte sie frühreif, übernachten durfte sie bei uns deshalb nicht.“ Fröhlich berichtete über die Atmosphäre bei einem gemeinsamen Abendessen nach der Lesung Elsners aus ihrer Bibliographie in Burghausen: „Diese Stimmung war grandios, Hannelore ließ Nähe zu und es fühlte sich an, als ob wir uns jede Woche treffen würden. Sie strahlte Wärme und Herzlichkeit aus.“ 

Im Anschluss war „Kirschblüten & Dämonen“, der letzte Film von Hannelore Elsner, im Ankersaal zu sehen.

Pressemeldung der Stadt Burghausen

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