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Ein Siegel ins Wanderbuch 

Wandergesellen sind in Burghausen willkommen

Erster Bürgermeister Florian Schneider mit dem Wandergesellen Max in seinem Bürgermeisterbüro.
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Erster Bürgermeister Florian Schneider mit dem Wandergesellen Max in seinem Bürgermeisterbüro.

Die Stadt Burghausen begrüßt Wandergesellen herzlich und gerne in der Stadtverwaltung. 

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Burghausen - Dorthin kommen sie, weil es traditionell einen Zuschuss zur Reiseverpflegung gibt. In Burghausen sind das 50 Euro. Diese holt sich der Wandergeselle oder die Wadergesellin in der Stadthauptkasse ab. Davor aber sagt jeder, der sich auf der Walz befindet beim Stadtoberhaupt seinen individuellen Spruch auf. Am Ende des Sprüchleins klopft der Wandergeselle mit seinem Stab auf den Boden auf. Im Anschluss gibt es das Siegel der Stadt ins Wanderbuch, damit auch belegt werden kann, wo überall der Wandergeselle vorstellig wurde und dann eben der Gang zur Kasse. Für die Übernachtung darf kein Geld ausgegeben werden und der Wandergeselle nennt nur seinen Vornamen. Diese Woche war der Schuhmacher Max zu Gast in Burghausen und hat bei Lotte Lacht in den Grüben übernachtet.

2019 – also vor der Pandemie – besuchten 49 Wandergesellinnen und Wandergesellen auf der Walz die Stadtverwaltung Burghausen, um sich den Reisezuschuss und das Siegel abzuholen. In der Regel, so besagt es die Zunftordnung, müssen sie drei Tage in der Stadt bleiben und sich Arbeit suchen. Der Wandergeselle Max hat es nicht eilig, er ist seit vier Jahren unterwegs. Im Jahr 2020 haben sich 17 Wandergesellen bei der Stadt vorgestellt und 2021 waren es insgesamt zehn. Heuer sind mit Max bereits acht Gesellen dagewesen. „Ich freue mich, dass Menschen zu uns kommen, um diese Tradition der Wanderschaft fortzuführen und ich unterstützte das gerne. Es ist toll, dass unsere Bürgerinnen und Bürger den auf der Walz befindlichen ein Obdach geben und damit auch Raum für die Gesellenwanderung in unserer Stadt geboten wird“, sagt Erster Bürgermeister Florian Schneider.

Nur rund 700 Gesellen aus Deutschland sind derzeit auf Wanderschaft unterwegs. Früher war das anders. Jeder, der ein Handwerk erlernte, ging nach dem Gesellenabschluss in die Fremde, wie das damals hieß, um Neues zu lernen. Ungefähr mit dem Beginn der Industrialisierung, so um die 1880, 1860, also mit dem Niedergang der Zünfte änderte sich das. Dann war erst die Pflicht nicht mehr da. Es haben sich die Gesellenvereinigungen gebildet, die dann gesagt haben: Wir wollen das aber trotzdem machen. Und sie haben den Brauch weitergetragen. Natürlich, die Kriege waren ein großes Hindernis. Im zweiten Weltkrieg war es schlicht und einfach verboten, nachdem die Gesellen sich nicht gleichschalten lassen wollten. Und dann ging es erst wieder in den 60er, 70er Jahren richtig los.

Zunftkleidung während der Wanderschaft

Die traditionelle Zunftkleidung nennt man im Übrigen Kluft. Bei Max aus Desden ist diese rot, weil Schuhmacher eine rote Kluft tragen. Er sagt, er ist derzeit einer von vier Schuhmachern auf Wanderschaft in der BRD. Rot tragen Gesellen aus Textilberufen wie auch Schneider oder Täschner. Maurer tragen grau, Steinmetze hellbraun. Die schwarze Kluft sieht man am Häufigsten, diese steht für Zimmerer, Holzhandwerker. 

Befindet sich der Träger der Zunftkleidung auf Wanderschaft, besitzt er außerdem einen Stenz. Dieser Wanderstock soll aus speziellem Holz bestehen, welches sich jeder individuell aussuchen muss. Die meisten Wandergesellen verstauen ihre Habseligkeiten außerdem in einem Charlottenburger – einem Leinentuch, welches an einem Lederriemen befestigt und anschließend locker über die Schulter gehangen wird.

Pressemeldung der Stadt Burghausen/köx.

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