800 Stellen in Deutschland betroffen

Wacker streicht 1.000 Jobs und schweigt: „Keine weiteren Statements“

Burghausen/München – Die Wacker Chemie AG will 1.000 Stellen abbauen, um Kosten zu sparen. Der Konzern will sich dazu nicht weiter äußern.

Für viele kam die Nachricht nicht überraschend. Dennoch ist sie für viele ein Schock. Die Wacker Chemie AG hat am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben „bis Ende des Jahres 2022 mehr als 1.000 Stellen“ zu streichen. Der Schwerpunkt liege dabei mit mehr als 80 Prozent auf den Standorten in Deutschland – also ca. 800 Arbeitsplätze.


Da der Standort in Burghausen mit knapp 8.000 Beschäftigten einen Großteil der rund 10.000 Stellen in Deutschland ausmacht, wird es größtenteils wohl auch Arbeitnehmer aus der Region betreffen.

Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden

Grund hierfür sei laut dem Konzern Einsparungen von jährlich 250 Millionen Euro. „Das Unternehmen will für den Stellenabbau gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern ein Paket von sozialverträglichen Maßnahmen erarbeiten. Denkbare Instrumente sind beispielsweise Verrentung, Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge“, heißt es weiter in der Mitteilung. Auf betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen vorerst verzichten – sofern dies möglich ist.


„Wir bereiten uns sowohl im Geschäft mit Polysilicium als auch in unseren Chemiebereichen auf eine härtere Gangart im Wettbewerb vor“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Rudolf Staudigl. Erst im Januar verkündete das Unternehmen einen Verlust von 630 Millionen Euro für das Jahr 2019. Neben dem Stellenabbau, das Teil des Effizienzprogramms „Zukunft gestalten“ ist, will sich der Konzern „konsequent neu auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden ausrichten und so das profitable Wachstum des Konzerns unterstützen.“

Wacker will wettbewerbsfähig bleiben

Damit sollen nicht nur Kosten eingespart werden, sondern vor allem die Wettbewerbsfähigkeit von Wacker auch für zukünftige Herausforderungen gestärkt und gesichert werden, so der Konzernchef weiter.

„Wie bisher werden wir uns dabei eng mit den Arbeitnehmervertretern abstimmen und zeitnah in konstruktive Verhandlungen eintreten. Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Ziele mit guten und fairen Lösungen erreichen können“, betonte der Personalvorstand, Christian Hartel. Auf Nachfrage von innsalzach24.de hieß es, es gebe derzeit keine weiteren Statements außerhalb der Pressemitteilung". Anfragen an den Betriebsrat und der Gewerkschaft blieben bisher unbeantwortet.

jz

Rubriklistenbild: © picture alliance

Kommentare