Diese Bereiche sollen betroffen sein *mit Voting*

Stellenabbau bei Wacker: Jetzt sprechen die Mitarbeiter

+
Wie viele Mitarbeiter in Burghausen vom Stellenabbau betroffen sind, ist derzeit noch unklar. 

Burghausen – Die Wacker Chemie will aus Sparmaßnahmen 1.000 Jobs streichen, 800 davon in Deutschland. Die Mitarbeiter am Standort in Burghausen reagieren nicht überrascht und berichten, welche Stellen betroffen sein sollen.

„Wir haben uns schon darauf einstellen können, dass etwas passiert“, berichtet ein Schichtleiter gegenüber innsalzach24.de über die Bekanntgabe, dass 1.000 Stellen gestrichen werden sollen. Der Konzern habe die Mitarbeiter auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung am Donnerstag, den 20. Februar, darüber informiert. Der Stellenabbau ist aber nur eine Maßnahme des Unternehmens, um jährlich rund 250 Millionen Euro einzusparen. 


„Dass der Abbau sozialverträglich erfolgen soll, ist löblich. Dennoch bestehen bei mir Zweifel, ob dies ohne negativen Auswirkungen erfolgen kann“, so ein IT-Mitarbeiter. Die Gefahr bestehe darin, gute Leute zu verlieren. Zudem würde das Image des Konzerns leiden. Dieser wurde immer als ein sozialer und sicherer Arbeitgeber gehalten.

Mitarbeiter: "Anzahl unerwartet hoch"

Der vermeldete Verlust von 690 Millionen Euro hätte bereits auf dieses Szenario hingedeutet. „Wenn die wirtschaftliche Situation so ist, war es klar, dass das Unternehmen über mögliche Konsequenzen nachdenkt. Es haben ja bereits andere Großunternehmen Stellen abgebaut“, erläutert der Schichtleiter.


„Überrascht war ich, wie klar und direkt das Thema Stellenabbau und die Anzahl angesprochen wurde. Ich hätte mit unverbindlicheren Aussagen gerechnet“, erzählt der IT-Arbeiter. Die Anzahl sei zudem unerwartet hoch. Der Standort in Burghausen beschäftigt knapp 8.000 Mitarbeiter, deutschlandweit sind es rund 10.000. 

„Andererseits ist es schon wichtig, etwas zu unternehmen und den Konzern zu überdenken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir tragen doch einiges an Overhead mit uns herum“, so der IT-Angestellte. Das Unternehmen war nach Bekanntgabe der Pressemeldung zu keiner weiteren Stellungnahme bereit. Wo und welche Stellen gestrichen werden sollen, teilte der Konzern aber den Mitarbeitern auch auf der außerordentlichen Versammlung mit. 

Produktion offenbar nicht vom Abbau betroffen

„Es wurde bereits frühzeitig und offen kommuniziert, dass es hauptsächlich den nicht-operativen Bereich betrifft, also Ingenieure, Bürokräfte, Mitarbeiter im Vertrieb und Logistik “, zeigt sich der Schichtleiter erleichtert. Dennoch wisse man nicht, was die Zukunft bringt. Die letzten Jahre habe der Konzern besonders in den höheren Ebenen viele Stellen aufgebaut. Es wäre daher nur eine Frage der Zeit gewesen bis schlechtere Zeiten kommen.

Ein weiterer Schichtarbeiter hatte keine Angst seinen Job zu verlieren: „Meine Kollegen und ich haben mit Lohnkürzungen gerechnet. In unserem Geschäftsbereich läuft es zum Glück noch gut“. Allerdings wäre die Stimmung bei den Betriebsleitern nach Bekanntgabe des Stellenabbaus nicht gut gewesen. Dort soll es trotz guter Zahlen eine Umstrukturierung geben. Nächste Woche soll eine weitere Versammlung stattfinden, in der zusätzliche Details bekanntgegeben werden.

jz

Kommentare