Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Klimaziele für nachhaltige Chemie-Industrie erreichen

ChemDelta warnt: Brauchen Energiesicherheit und Bürokratiabbau

Im Gespräch mit den Abgeordneten der Grünen: ChemDelta-Lenkungskreisvorsitzender Peter von Zumbusch (r.) und Sprecher Bernhard Langhammer. 
+
Im Gespräch mit den Abgeordneten der Grünen: ChemDelta-Lenkungskreisvorsitzender Peter von Zumbusch (r.) und Sprecher Bernhard Langhammer. 

Ausufernde Energiepreise und unsichere Versorgungsaussichten, überbordender Bürokratismus und  Rückschläge beim Ausbau der Infrastruktur – die aktuelle Sorgenliste der chemischen Industrie in der  Region ist lang. Die ChemDelta Bavaria wendet sprach deswegen mit den Landtagsfraktionen.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Burghausen - Zu Gast waren die Industrievertreter bei CSU, Grünen, Freien Wählern, SPD und FDP, um den Abgeordneten die derzeitige Lage der Region nahezubringen. Die Hauptsorge gilt der Energie. Nicht allein wegen der Folgen des  Ukrainekriegs und des im Raum stehenden Öl- und Gasimportstopps, sondern mehr noch aufgrund der mittel- und  langfristigen Versorgung vor dem Hintergrund der Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 und in Bayern möglichst schon 2040. Dies bedeutet einen deutlich steigenden Strombedarf, um die chemische Industrie im  heutigen Umfang klimaneutral zu machen. 

Klimaneutralität: Strombedarf steigt enorm

Hintergrund ist, dass im Zuge der klimaschonenden Transformation die bislang vorrangig auf Erdgas und Erdöl  basierende Energieversorgung auf erneuerbare Quellen umgestellt werden soll – sowohl, was den direkten  Energiebezug betrifft, also zur Strom- und Wärmeerzeugung, als auch mit Blick auf die Grundlagen in der  Produktion. Als Ersatz kommt zumeist nur elektrischer Strom infrage, der zudem CO2-neutral zu erzeugen ist.  

Auf klimaneutrale Prozesse umzustellen, ist technisch möglich, darin sind sich die ChemDelta-Verantwortlichen  einig. Es erfordere aber große Mengen an Strom, viel mehr, als das Chemiedreieck derzeit verbraucht, noch dazu aus erneuerbaren Quellen, machten die Unternehmenslenker in den Gesprächsrunden mit den Fraktionen deutlich. Zuletzt brachte es Bayern beim „grünen“ Strom nur auf gut 50 Prozent, bei der gesamten Primärenergie auf etwa 20 Prozent. Entsprechender Aufwand ist nötig, um die Lücke zu schließen. Zudem ist offen, wie der künftige Mehrbedarf ins Chemiedreieck geleitet werden kann. Die bestehenden Leitungskapazitäten sind nach Angaben der Betreiber weitgehend ausgereizt. Selbst die derzeit diskutierte 380kV-Trasse von Pirach bei Burgkirchen Richtung Pleinting bei Vilshofen dient vorrangig der Stabilisierung des Status quo und nicht der Abdeckung des künftigen Mehrbedarfs. 

Grüner Wasserstoff für Chemiedreieck?

Große Hoffnungen setzt man im Chemiedreieck in die Thematik Wasserstoff. Er gilt – sofern CO2- neutral hergestellt – als wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit der chemischen Industrie in Südostbayern und als entscheidender Energieträger bei der Abkehr von der fossilen Grundlage. Gleich mehrere Projekte sind derzeit in der Vorbereitung und warten auf anfänglich notwendige Förderzusagen, darunter das Reallabor Burghausen als Gemeinschaftsvorhaben von Industrie,  Wirtschaft, Hochschulen und Kommunen. Doch ähnlich wie beim Strom steht das Chemiedreieck auch beim grünen Wasserstoff vor der Frage: Wo sollen die benötigten Mengen künftig produziert werden und wie gelangen sie zu den Unternehmen? 

Bürokratie blockiert Fortschritt

Verbunden sind die Energiefragen mit bürokratischen Hemmschuhen. Bislang langwierige und aus Industriesicht nicht mehr zeitgemäße Genehmigungsverfahren verzögern den Fortschritt und den Ausbau der regionalen Energiewende. Zwei von mehreren Wünschen der heimischen Chemieunternehmen: Es braucht standardisierte Genehmigungsprozesse für den Bau von Windkraftanlagen. Und ein umfassendes Projektmanagement in den Behörden mit zentralen Verantwortlichkeiten anstelle einzelner und damit zeitraubender Zuständigkeiten. 

Ebenfalls ein Thema, bei dem die ChemDelta-Verantwortlichen Handlungsbedarf sehen: der erneut ins Stocken geratene Fortschritt bei der ABS38. Die jüngsten Verzögerungsmeldungen beim eigentlich bereits sicher geglaubten Bahnausbau München-Mühldorf-Freilassing bezeichneten die Industrievertreter bei den Landtagsterminen entsprechend als „Nackenschlag“.  

Im Gegenzug werten sie den Austausch und die Rückmeldungen der Abgeordneten im Rahmen der parlamentarischen Gespräche als positives Zeichen, ebenso die hochrangige Besetzung der Debatten. So nahmen unter anderem alle fünf Fraktionsvorsitzenden - Thomas Kreuzer (CSU), Ludwig Hartmann (Grüne), Florian Streibl  (FW), Florian von Brunn (SPD) und Martin Hagen (FDP) teil, ebenso SPD-Landesvorsitzende Ronja Endres und  CSU-Generalsekretär Martin Huber. Sie alle sagten dem Chemiedreieck Unterstützung zu. Umgekehrt sicherten die ChemDelta-Verantwortlichen der Politik zu, das Ihre tun zu wollen, um eine nachhaltige Transformation der chemischen Industrie zu realisieren und das Chemiedreieck auch in Zukunft prosperieren zu lassen – doch müssten dafür auch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Die chemische Industrie bekennt sich nicht nur klar zu den Klimazielen, sie ermöglicht sie mit ihren Investitionen in Innovationen und Technologien, sei  es beim Klimaschutz durch Photovoltaik, Windräder, chemisches Recycling und Wasserstoff sowie bei der Digitalisierung mit Silizium und Hochleistungskunststoffen. 

Pressemitteilung Wacker Chemie Burghausen

Kommentare