„Eine Kleinigkeit noch Herr Bürgermeister...“

„Vorbild für alle“ - Rupert Bauer nach 47 Jahren feierlich aus dem Stadtrat entlassen

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Zum Abschied überreichte Bürgermeister Hans Steindl (l.) Rupert Bauer ein Gemälde.
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Burghausen – Nach 47 Jahren als Mitglied hat das Gremium Rupert Bauer (CSU) aus dem Stadtrat entlassen. Sein Rücktritt hat gesundheitliche Probleme und hinterlässt eine große Lücke.

47 Jahre war Bauer durchgehend Mitglied im Stadtrat, doch aus gesundheitlichen Problemen wollte der 80-Jährige nun kürzer treten. Diesem Wunsch hat das Gremium auf der jüngsten Stadtratssitzung vom Mittwoch, 12. Juni, entsprochen. Ihm zu Ehre kamen auch ein paar ehemalige Mitglieder des Stadtrates aus seinem ersten Zeit.

„Du bist ein Vorbild für alle“, lobt Bürgermeister Hans Steindl (SPD) das scheidenden CSU-Mitglied. Besonders in der heutigen Zeit seien Menschen, wie er es ist, eine Seltenheit. Bauer fehlte in seinen 47 Jahren in keiner Sitzung, hat sich immer gewissenhaft auf diese vorbereitet und hat alle Bürger gleich behandelt.

Fünf Ehrenämter zeitgleich

Während seiner gesamten Stadtrat-Zugehörigkeit war Bauer Mitglied im Bauausschuss,27 Jahre lang als Schulreferent tätig und sogar 3. Bürgermeister war er einmal. Teilweise hatte der 80-Jährige fünf ehrenamtliche Tätigkeiten gleichzeitig. Eine davon war als ehrenamtlicher Verwaltungsrichter. Sein juristisches Wissen war im Bauausschuss oft sehr hilfreich.

„Respekt und Gratulation dafür“, so beendete Steindl seine Dankesrede. Es sei ein wunderbares Zusammenarbeit mit ihm gewesen. Eine Ehrung für seine Verdienste wird es im November auf der Bürgerversammlung, verspricht das Stadtoberhaupt.

Nähe zum Bürger

Dr. Gerfried Schmidt-Thrö (CSU) konnte sich seinem Vorredner nur anschließend. Ein paar Anekdoten über Bauer hatte Schmidt-Thrö aber auch noch parat. So wollte der 80-Jährige das Amt als Schulreferent nicht abgeben, als ihm im fortgeschrittenem Alter das Seniorenreferat angeboten wurde.Aber mit fünf Kindern und zwölf Enkeln war der Bezug zur Schule ja schließlich immer gegeben. Doch auch die Nähe zum Bürger zeichnete Bauer aus.

Typisch für ihn war auch folgender Satz, wenn es mal längere Diskussionen gab: „Es ist eigentlich schon alles gesagt worden, aber noch nicht von jedem“. Ebenso wie am Ende einer Diskussion: „Eine Kleinigkeit noch Herr Bürgermeister“.

Bauer: „Es hat immer Spaß gemacht“

Bauer selbst bedankte sich für die warmen Worte und die Ehrengäste. „Es hat immer Spaß gemacht“, so der 80-Jährige. Mit 88 verschiedenen Mitgliedern war er tätig. 23 davon seien leider schon verstorben.

Sein schönstes Erlebnis sei der Abschluss der Landesgartenschau 2004 gewesen. An diesem Tag hat Wacker Burghausen mit 4:2 in München gegen 1860 gewonnen. Die vielen mitgereisten Fans kamen anschließend zurück und feierten einen schönen Abschluss.

Interessant sei auch der erste Besuch 1975 mit der französischen Partnerstadt Fumel gewesen. „Keiner hat gewusst, ob wir angekommen sind“ beschrieb Bauer die Situation mit der eingeschränkten Kommunikation damals.

Zeit für junge Menschen gekommen

Zum Abschluss richtete er noch en Wort an die heutige Jugend: „Es ist höchste Zeit für junge Menschen, sich in der Politik zu engagieren. Wir müssen sie animieren“. Die Aufgabe im Stadtrat sei interessant und sehr kollegial.

jz

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