Veranstalter trafen sich mit BR

Jazzwoche Burghausen doch im Fernsehen zu sehen

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Burghausen - Nach Bekanntwerden der Absetzung der Burghauser Jazzwoche im TV, trafen sich am Freitag Vertreter der Jazzwoche mit Verantwortlichen des Bayerischen Rundfunks.

Die Absetzung der Burghauser Jazzwoche im Fernsehen sorgte im Landkreis Altötting und im gesamten Raum Inn-Salzach zum Teil für Empörung. Am Freitag trafen sich die Veranstalter mit Vertretern des BR, um über die Lage zu diskutieren. Der BR schildert die Situation wie folgt:

"In Burghausen sind der kommissarische Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks Andreas Bönte und andere BR-Vertreter heute mit dem Veranstalter der Internationalen Jazzwoche Burghausen und Bürgermeister Hans Steindl zusammengekommen. In einem ausführlichen Gespräch machten Veranstalter und Stadt auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die sich in diesem Jahr durch eine Einstellung der Fernsehaufzeichnung durch ARD-alpha - dem Bildungskanal des Bayerischen Rundfunks - ergeben würden. Dabei wurde ersichtlich, dass - trotz längerer Vorgespräche über eine Absage - vor allem die Kurzfristigkeit der Entscheidung die IG Jazz vor technische und finanzielle Probleme stellt, da der Veranstalter u.a. Equipment und Bühnendekoration des BR bisher kostenfrei mitnutzen konnte. Vor diesem Hintergrund und in Kenntnis der Gesamtsachlage kündigte Bönte an, zumindest die Fernsehübertragung in diesem Jahr noch einmal sicherzustellen.

Aus unserem Archiv: Bilder von der Jazzwoche 2014

Jazzwoche am Donnerstag

Ab 2017, so Bönte, sähe sich ARD-alpha aufgrund dramatischer Sparzwänge allerdings nicht mehr in der Lage, die Fernsehaufzeichnung in bisheriger Form zu leisten. 2016 muss der BR Einsparungen in Höhe von 20 Mio. Euro aufbringen, auch im kommenden Jahr werden Einschnitte nötig sein.

Die jüngst immer wieder gern zitierten Mehreinnahmen aus den Rundfunkbeiträgen stehen den Rundfunkanstalten nicht zur Verfügung, sondern müssen nach KEF-Vorgaben auf einem Sonderkonto zurückgelegt werden. Neben der Sperrung von Beitragsmehreinnahmen wurde zudem der Rundfunkbeitrag nach sechs Jahren ohne Beitragserhöhung im April 2015 auf 17,50 Euro gesenkt. Unsere Sparbemühungen, die im Übrigen alle Rundfunkanstalten gleichermaßen treffen, sind eine direkte Folge daraus: Bei weiterhin steigenden Aufwendungen und gleichbleibenden oder sogar rückläufigen Erträgen haben die Sender immer weniger Geld zur Verfügung. Das zwingt uns zu Sparmaßnahmen, die immer öfter auch programmliche Einschnitte nötig machen. Dies gilt für das Bayerische Fernsehen wie für ARDalpha in gleichem Maße. Auch andere, der Jazzwoche vergleichbare Projekte wird der BR daher nicht mehr fortführen können.

Aus unserem Archiv: Bilder vom Auftritt von Jamie Cullum auf der Jazzwoche 2014

Jamie Cullum-Konzert (1)

Jamie Cullum-Konzert (2)

Die Einstellung der Fernsehaufzeichnung des für die Region so bedeutenden Festivals bedeutet aber keinen Ausstieg des BR. Bönte signalisierte Bereitschaft, über andere Formen der Kooperation nachzudenken. "Außerdem wird der Hörfunk die Zusammenarbeit mit der IG Jazz Burghausen auch in den kommenden Jahren in gewohnter Weise fortsetzen", sagte Bönte. "Die Internationale Jazzwoche Burghausen liegt uns am Herzen." Am 12. März wird es eine vierstündige Sendung direkt aus Burghausen auf Bayern 2 geben, in den darauf folgenden Monaten sind zahlreiche weitere Sendungen auf BR-KLASSIK und auf Bayern 2 geplant. Inzwischen liegen uns über 150 hochkarätige Konzertmitschnitte aus Burghausen vor. Bei einem geplanten, zweiwöchigen Sendeplatz in ARD-alpha (sonntags um 20.15 Uhr) können wir mit diesen zeitlosen Konzerten das Programm viele Jahre bestücken und dem Jazz eine prominente Plattform bieten."

anh/Sylvie Stephan

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