Inhaberin: „Meinen Kunden soll es Spaß machen“

Burghausen bekommt einen Unverpackt-Laden - Eröffnung im Juli

Lea Stankowiak bietet bald die Möglichkeit, plastikfrei einzukaufen. 
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Lea Stankowiak bietet bald die Möglichkeit, plastikfrei einzukaufen. 

Burghausen – Lea Stankowiak (30) aus Altötting erfüllt sich mit der Eröffnung ihres eigenen Ladens „Kauf´s ohne“ einen Traum. Ab Juli kann am Berliner Platz regional und plastikfrei eingekauft werden.

„Ich hatte schon immer den Traum etwas eigenes zu machen, sei es ein kleines Cafe oder einen kleinen Laden“, berichtet Lea Stankowiak gegenüber innsalzach24.de. Da Zero Waste in ihrem Leben schon immer Thema war, kam eines zum anderen. In größeren Städten würde es bereits Läden geben, die auf Verpackungen verzichten. Sie erfinde ja nichts Neues, aber in unserer Region fehle es an solch einem Angebot. Vereinzelt sei es zwar möglich, aber dann ohne große Auswahl. „Ich selbst habe auch versucht plastikfrei oder mit möglichst wenig Verpackung auszukommen. Doch das ist extrem schwierig“, erzählt die Altöttingerin.


„Letztes Jahr im September habe sie einen Vortrag im Burghauser Ankerkino über ein Pärchen gesehen, die Zero Waste perfektioniert haben. Das hat mich wirklich inspiriert“, schildert Stankowiak den Startschuss ihrer Idee. Bei dieser Veranstaltung habe sie zudem gesehen, dass auch im ländlichen Bereich Interesse daran besteht. Die Leute würden schon gerne bewusst einkaufen, aber es ging bis dato nicht.


Breites Sortiment an plastikfreier und regionaler Produkte

Das soll zukünftig am Berliner Platz in Burghausen möglich sein. „Ich sagelieber plastikfreier Laden, unverpackt trifft ja nicht ganz zu, da manche Ware immer irgendwie verpackt sind“, sagt die 30-Jährige. Ihre Ware bekommt sie über den Öko-Ring, ein großer Bio-Handel, der aus der Region bezieht. Aber auch mit kleinen Bauern sei sie im Gespräch über saisonale Angebote.

Der Fokus des Sortiments liegt auf Lebensmitteln. In den Spendern wird Trockenware angeboten: Nudeln, Reis, Linsen, Getreide, Mehl, Tee und Gewürze. Zusätzlich verkauft sie Obst und Gemüse, aber auch frischen Käse aus der Theke. „Milchprodukte werden im Glaspfandsystem angeboten. Es wird aber auch alternative Pflegeprodukte geben wie Zahnpasta aus dem Glas oder Klopapier in Papierverpackung.“ In Ruhpolding hat vorheriges Jahr ein Supermarkt eine Unverpackt-Abteilung eingeführt.

Mit den großen Supermärkten will sie gar nicht konkurrieren: „Ich bin froh, wenn die Leute kommen und Interesse zeigen.“ Es gehe ihr nicht darum, die Leute zu missionieren. Sie sollen sich einfach trauen, auch wenn es nur ein Produkt ist. „Meine Hoffnung ist natürlich, dass die Leute merken, es ist gut ohne Plastik einzukaufen. Meinen Kunden soll es Spaß machen, wenn sie meinen Laden betreten“, so die 30-Jährige.

Der Laden am Berliner Platz in Burghausen wird gerade noch umgebaut. 

Corona-Krise "Fluch und Segen"

Doch das es bald möglich sein wird, war lange ungewiss. „Selbstständigkeit ist ein großer Schritt, vor allem wenn man fachfremd ist. Ich habe ja auch keine kaufmännische Erfahrung. Da dachte ich mir schon, das ist mir zu heiß“, so die gelernte Ergotherapeutin. Den finalen Entschluss habe letztendlich die passende Räumlichkeit ausgemacht. Für Stankowiak hat die Ladenfläche am Berliner Platz die ideale Größe.

Die Unterstützung ihres Freundes und ihrer Familie hat sie dann zusätzlich bestärkt. Besonders während der Corona-Krise sei es nicht abzusehen, wie der Start läuft. „Andererseits kommt die Regionalität während der aktuellen Zeit auch wieder mehr. Es ist Fluch und Segen in einem“, so Stankowiak über die Chancen und Risiken.

Anfangs wird sie zwei Mitarbeiterinnen anstellen. „Beide kenne ich schon länger. Sie haben von meinen Plan erfahren und haben sofort ihre Hilfe angeboten“, freut sich Stankowiak. Im Juli soll der Laden dann seine Pforten öffnen. Wann genau, hängt noch an den derzeitigen Umbaumaßnahmen.

jz

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