„Verständlich jetzt zu Agieren“

Stellenabbau bei Wacker: Gewerkschaft optimistisch

Burghausen – 1.000 Jobs will die Wacker Chemie streichen, davon 800 in Deutschland. Jörg Kammermann, IG-BCE-Bezirksleiter Altötting, sieht das Unternehmen für die Zukunft dennoch gut aufgestellt und ist überzeugt, dass betriebsbedingte Kündigungen ausbleiben.

„Das Unternehmen hat unserer Meinung nach keine existenziellen Probleme. Nur in der Polysilizium-Sparte im Solarbereich hat Wacker durch den anhaltenden Preisverfall Handlungsbedarf, in den anderen Bereichen läuft es gut“, so Kammermann gegenüber innsalzach24.de.


In vielen Bereichen spiele Wacker ganz vorne mit und die innovativen Produkte werden auch in Zukunft für ein stabiles Umfeld sorgen, glaubt Kammermann. Dennoch verkündete das Unternehmen im Januar einen Verlust von 690 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr.

Zeitpunkt verständlich

250 Millionen Euro jährlich will das Unternehmen mit den verkündeten Maßnahmen, darunter den Stellenabbau, sparen. Das gab der Konzern vergangenen Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt. „Verständlich ist, jetzt - und nicht später aus der Not heraus - zu Agieren. Wir als IG BCE begleiten den Prozess konstruktiv und stehen beratend zur Seite“, so der Bezirksleiter. 


Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) und Landrat Erwin Schneider (CSU) reagierten geschockt auf diese Meldung. Burghausens Bürgermeister Hans Steindl (SPD) dagegen hat diese Entwicklung kommen sehen und befürchtet keine rosige Zukunft, sollte die Politik nicht aktiv werden: „Das ist erst die erste Welle, die auf uns zurollt. Keiner weiß, wie sich das auf den Standort Burghausen auswirken wird.“

Sozialverträgliche Lösungen oberste Priorität

Welche Stellen sowie welche Standorten von dieser Maßnahmen betroffen sind, steht derzeit noch nicht fest. Allerdings wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, dass die Produktion außen vor bleiben soll. Der Konzern kündigte zudem an, für den Stellenabbau ein Paket von sozialverträglichen Maßnahmen zu erarbeiten.

Kammermann erwartet, dass alle Beschäftigten an Bord bleiben und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden: „Sozialverträgliche Lösungen zu finden, muss jetzt das oberste Ziel sein. Das muss auch in einer Betriebsvereinbarung festgehalten werden.“ Denkbare Instrumente sind laut Konzern Verrentung, Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge.

jz

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