Diskussion über Lärmschutzwand in Burghausen

Bürgermeister: "Das ist unfassbar, darüber könnte ich mich so ärgern"

Die Anlieger haben einen Rechtsanspruch auf Lärmschutz. Daher habe die Stadt die knapp vier Meter hohe Wand an der Burgkirchener Straße errichtet. 
+
Die Anlieger haben einen Rechtsanspruch auf Lärmschutz. Daher habe die Stadt die knapp vier Meter hohe Wand an der Burgkirchener Straße errichtet. 

Burghausen - Bürgermeister Hans Steindl ist entsetzt über die Diskussionen in der Bevölkerung über den Lärmschutz an der Burgkirchener Straße. Besonders die derzeitige Debatte an der A94 sei für ihn ein warnendes Beispiel.

In der Burghauser Stadtratssitzung hat Bürgermeister Hans Steindl (SPD) mit Unverständnis auf die Beschwerden der Bevölkerung über die Lärmschutzwand an der Burgkirchener Straße reagiert. „Grundsätzlich haben wir nur Normen eingehalten. Wenn das Lärmgutachten eine vier Meter hohe Wand vorsieht, müssen wir diese auch aufstellen“, so Steindl.


Man müsse berücksichtigen, dass die Burgkirchener Straße eine Bundesstraße ist und auch Lärm durch den Güterverkehr entsteht. Da letzterer auch nachts unterwegs ist, hätte die Stadt dort ganz andere Anforderungen. Das sei eine hohe Belastung für die Anlieger.

„Die Diskussionen sind unfassbar, darüber könnte ich mich so ärgern“, so Steindl. Der einzige Zweck sei doch günstiger Wohnraum für Familien gewesen. Über 800 Familien werden in diesem Neubaugebiet in Zukunft wohnen und das zu einem sehr günstigen Preis. Die Kosten pro Quadratmeter lagen dort bei ungefähr einem Fünftel des Marktwertes.


Voraussetzung für dieses Neubaugebiet wäre eben eine solche Lärmschutzwand gewesen. „Daher investiere ich lieber 600.000 Euro in diese Mauer. Die Umgehungsstraße kostet über 20 Millionen und wird erst in schätzungsweise zwölf Jahren fertig sein“, so Steindl über die fehlenden Alternativen.

Stadt will sich durch Mauer auch absichern

Die Anlieger hätten zudem einen Rechtsanspruch auf Lärmschutz. „Wenn die Belastung zu hoch ist, ärgern sich die Bürger auch darüber und klagen. Das sieht man ja auch gerade an der A94“, rechtfertigt sich der Bürgermeister. Alle, die sich darüber aufregen, wären auch die Ersten, die sich über den Lärm beschweren würden.

Für alle Maßnahmen hätte die Stadt eine klare Position. Unterstützung dafür bekam das Stadtoberhaupt von Peter Schacherbauer (UWB) und Franz Kammhuber (SPD). „Der Stadtrat hat alles gemeinsam entschieden“, so Kammhuber.

Um die Lärmschutzwand optisch aufzuwerten, soll der Bereich davor noch begrünt werden. „Da fahre ich selbst noch hin und pflanze dort Bäume“, verspricht Steindl.

jz

Kommentare