"Sicherer Einbau" oder doch Deponie?

Mit PFOA belasteter Bauschutt: Das kann richtig teuer werden

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Burghausen – Auf die Salzachstadt kommen möglicherweise enorme Entsorgungskosten für mit PFOA belasteten Bauschutt zu. Beim Bau des Güterverkehrszentrums ist er angefallen und sollte ursprünglich für den Ausbau der B20 verwendet werden. Das berichtet der Bayerische Rundfunk.

Wie der BR berichtet, geht es um belastete Erde und Kies auf einem Gelände, das die Stadt vom Freistaat kaufte. Das ist offenbar vor der Senkung sogenannter Zuordnungswerte 2016 passiert. Mit ihr und einer seit April dieses Jahres zusätzlich geltenden Vorschrift, wird es offenbar möglicherweise richtig teuer für die Stadt: dann nämlich, wenn ein Gutachter entscheidet, dass der Bauschutt Sondermüll ist.

Den Aushub für den Ausbau der B20 zu verwenden geht schon nicht. Ein sogenannter gesicherter Einbau auf dem Gelände im Zuge der Erweiterung des Güterverkehrszentrums geht dann auch nicht. Dann müsste der belastete Schutt auf eine entsprechend abgesicherte Deponie.

Zuordnungswerte gesenkt

Auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt das Landratsamt Altötting zu den „Leitlinien zur vorläufigen Bewertung von PFC-Verunreinigungen in Boden und Wasser“, dass das Bayerische Landesamt für Umwelt im April 2017 die einzuhaltenden sogenannten Zuordnungswerte auch für die Entsorgung von Bodenmaterial gesenkt hat. Zur Erweiterung des Industriegebietes Vierlindenschlag (Güterverkehrszentrum Burghausen) heißt es:

(Hier) liegt bis auf einen Teilbereich der Fläche überwiegend eine Belastung dergestalt vor, dass eine bautechnische Verwertung des Bodenaushubs auf Basis der Leitlinien grundsätzlich nicht erfolgen kann, sondern das Material in einer abgedichteten DK I-Deponie entsorgt werden müsste.“ Dabei handelt es sich um eine Deponie für nicht gefährliche Abfälle (mit sehr geringem organischem Anteil). Diese müssen über eine mineralische Basisabdichtung verfügen.

Begründete Abweichung möglich

Allerdings geben die Leitlinien als vorläufige Empfehlungen einen Bewertungsrahmen vor und es kann im Rahmen einer Einzelfallbeurteilung zu begründeten Abweichungen hiervon kommen“, schreibt das Landratsamt weiter.

Stadt und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Burghausen wollen das Bodenmaterial auf dem Gelände sicher einbauen und forderten dies. Von behörlicher Seite wurde aufgrunddessen gefordert, „einen Vorschlag zum Umgang mit dem PFOA-belasteten Bodenaushub auf der Industrie-Erweiterungsfläche durch einen Sachverständigen nach § 18 Bundes-Bodenschutzgesetz erarbeiten zu lassen. Dieses Konzept wurde zwischenzeitlich vom Grundstückseigentümer bzw. dem Vorhabenträger beauftragt, liegt jedoch dem Landratsamt noch nicht vor.“

rw

Rubriklistenbild: © picture alliance / Ralf Hirschbe

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