Kranke Bäume werden entnommen

Seit 12. Januar: Baumfällarbeiten am Burghauser Wöhrsee

Burghausen - Jedes Jahr im Winter findet gemeinsam mit dem Förster eine Begehung der städtischen Waldflächen statt, bei der zusammen mit dem Umweltamt der Stadt Burghausen der Zustand im Wald, also die Gesundheit und Entwicklung der Bäume, begutachtet werden. Dabei werden dann auch nötige Maßnahmen festgelegt.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


In den letzten Jahren stand vor allem die Entnahme von Eschen aufgrund des Eschentriebsterbens im Vordergrund. Seit drei Jahres zeichnen sich allerdings auch immer stärkere Schäden an Buchen ab. So lässt sich vor allem in Hanglagen erkennen, dass einige der große Buchen wipfeldürr geworden sind. Schuld daran waren die Trockensommer 2018 und 2019, auch der diesjährige vergleichsweise nasse Sommer konnte nicht mehr helfen. Viele der alten Buchen haben in den letzten Monaten stark an Vitalität abgenommen und müssen daher aus dem Bestand entnommen werden. „Wir haben die Bäume seit einiger Zeit genau unter Beobachtung und mussten feststellen, dass vor allem in diesem Sommer die Vitalität einiger Buchen erschreckend stark abgenommen hat“. Besonders trifft es dabei den Bereich Wöhrseevorsee und die Hangkante oberhalb des alten Bahndamms. Denn am Hang haben die Bäume im Vergleich zu ebenen Standorten eine noch schlechtere Wasserversorgung. Das Absterben der Buchen ist deutschlandweit zu beobachten, und wird unter Forstleuten mit großer Sorge betrachtet. Meist sind ältere Buchen betroffen, bei denen die Krone abstirbt und im unteren Bereich des Baumes erst wieder Äste mit grünen Blättern kommen. Das Absterben der Krone hat oft zur Folge, dass in Pilze nachfolgend in den Baum eindringen, und diesen zusätzlich schädigen.

Wo möglich versucht das Umweltamt erst mit Pflegemaßnahmen, das heißt Totholzentfernung mit Hubsteiger, zu arbeiten. Aber in manchen Fällen reicht dies allein nicht mehr, dann müssen die Bäume aus dem Bestand entnommen werden, auch zur Sicherung der Passanten auf den vielbegangenen Wegen im Stadtgebiet. „Dort wo es nicht mehr anders geht und die Bäume entnommen werden müssen, versuchen wir trotzdem noch etwas für den Wald zu tun.“ Wo es die Arbeiten zulassen, können so genannte Biotopbäume verbleiben. Dabei werden zwischen zwei und fünf Meter hohe Baumstümpfe stehen gelassen und können so als Lebensraum für zahlreiche Pflanzen-, Tier- und Pilzarten dienen.


Auch wenn es schmerzt so alte Bäume zu fällen, rund um den Wöhrsee ist genügend Jungwuchs vorhanden, der somit Platz hat, sich zu entfalten. Denn nicht nur wegen der Verkehrssicherung sind Waldbaumaßnahmen nötig, auch zur Gesunderhaltung des Waldes. „Würden die Bäume noch zwei Jahre stehen gelassen, würden sie bei Fällung den bis dahin verholzten Jungwuchs zerstören, so ist der Unterwuchs noch biegsam und kann danach mit mehr Licht wachsen.“, so Sarah Freudlsperger. Dort wo möglich, bewirtschaftet die Stadt Burghausen ihre Wälder möglichst naturnah. Der große Freizeitdruck, vor allem in den letzten Wochen und Monaten, auf Wegen und Wälder führt allerdings auch zu einer vermehrten Sicherungspflicht der Stadt. Daher ist die Entnahme von kranken oder nicht standsicheren Bäumen ein notwendiges Übel.

Pressemeldung der Stadt Burghausen

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