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Niedrige Schallschutzwände

Spatenstich für ein Pilotprojekt der Bahn

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Informationen aus erster Hand: Beim symbolischen Spatenstich präsentierten Vertreter von Bahn und Stadt schon einmal die Infotafel, die am Bahnhof in den nächsten Wochen über das Pilotprojekt Auskunft geben wird. (Von links: Martin Ludwig, Projektleiter DB Bahnbau, Denis Kollai, Investitionsleiter Südostbayernbahn, Steffen Strobel, Projektleiter Südostbayernbahn, Max Hennersperger von der Stadt Burghausen, Bürgermeister Hans Steindl und Christian Kubasch, Leiter Infrastruktur bei der Südostbayernbahn.)
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Burghausen - Schon wenige Dezibel könnten den Unterschied ausmachen: In Burghausen erhofft man sich von den niedrigen Schallschutzwänden eine große Entlastung der Anwohner.

Sie sind brandneu, sie sind niedrig und schon Mitte Mai werden sie aufgestellt sein: die niedrigen Schallschutzwände. Über eine Länge von 700 Metern sollen sie im Burghauser Stadtgebiet die Lärmbelastung für die Anwohner deutlich verringern. Wie groß der Effekt tatsächlich sein wird, kann im Moment noch niemand sagen - genau das soll nämlich in Burghausen erst erforscht werden. Das Vorhaben ist ein vom Bund gefördertes Pilotprojekt und könnte im Erfolgsfall richtungsweisend für zukünftige Lärmschutzprojekte sein.

"Man kämpft hier um jedes Dezibel"

Bislang gibt es nur Prognosen. Wie groß die Schallschutzwirkung tatsächlich ist, werde man in Burghausen "kontinuierlich messen", erläuterte Denis Kollai, Investitionsleiter bei der Südostbayernbahn, im Rahmen des symbolischen Spatenstichs am Dienstagvormittag. Der Vorteil der niedrigen Schallschutzwände ist, dass man sie sehr nahe an der Schiene aufstellen kann. "Sie nimmt den Schall gleich dort, wo er auftaucht, nämlich im Rad-Schiene-System", so Kollai.

Denkbar ist eine Lärmminderung um zehn Dezibel, möglich ist aber auch, dass der Effekt gleich null ist. Burghausens Bürgermeister Hans Steindl rechnet persönlich mit drei bis fünf Dezibel Verringerung. "Man kämpft hier um jedes Dezibel", sagte Steindl, der betonte, dass auch schon eine Lärmminderung im Bereich von wenigen Dezibel zu einer subjektiven Verbesserung führe. Um möglichst zuverlässige Messergebnisse zu erzielen, wurde das Gleis entlang der Strecke zusätzlich abgeschliffen. Damit ist das Gleis im Moment ein besonders leiser Oberkörper.

Bund finanziert Projekt zu 90 Prozent

Das Pilotprojekt ist eine freiwillige Leistung der Südostbayernbahn. Gesetzlich wäre das Unternehmen in Burghausen zu keinen Lärmschutzmaßnahmen verpflichtet. "Wir sind sehr froh, dass wir in den Probeversuch reingekommen sind", sagte Bürgermeister Steindl, immerhin hatten mehrere Städte Interesse an dem Pilotprojekt. "Wir sind der Südostbayernbahn sehr dankbar, dass sie die Gelder akquiriert hat", so Steindl.

Das Projekt wird im Rahmen des Sonderprogramms "Lärmschutz Schiene" zu über 90 Prozent vom Bund finanziert, 816.000 Euro wurden bereits überwiesen. Damit die Arbeiten noch schneller bewältigt werden können, hat die Südostbayernbahn, die selbst rund 100.000 Euro in das Projekt investiert, weitere Mittel beantragt. Für Burghausen ist das Projekt in Sachen Lärmschutz eine große Chance. Im regulären Lärmsanierungsprogramm des Bundes hätte die Stadt wohl kaum eine Chance auf eine baldige Förderung. Satte 300 Kommunen stünden dort weiter oben auf der Liste, erläuterte Kollai.

Kampfmittelsondierung entlang der kompletten Trasse

Die niedrigen Schallschutzwände werden im Burghauser Stadtgebiet auf beiden Seiten der Bahnlinie zwischen den Streckenkilometern 31,0 (Hans Carossa-Weg) und 31,7 (Klausenstraße/Hechenbergstraße) errichtet. Zunächst muss abgeklärt werden, ob im Boden Kampfmittel liegen. In jedem einzelnen Bohrloch findet eine entsprechende Sondierung statt. "Das kostet uns die ersten 14 Tage", erklärt Kollai. Eine Luftbildauswertung hat zwar ergeben, dass der Boden unbedenklich ist, doch die Südostbayernbahn möchte alle Eventualitäten ausschließen.

Außerdem findet vor dem eigentlichen Baubeginn eine Beweismittelsicherung in den Häusern der Anwohner statt. Dabei wird überprüft, ob es an den Häusern Risse gibt. Mögliche (wenn auch höchst unwahrscheinliche) Schäden im Zuge des Bauprojekts können so gegebenenfalls zweifelsfrei den Bauarbeiten zugeordnet werden. Insgesamt 49 Gebäude sind entlang der Trasse sind direkt von dem Projekt betroffen. Die Bewohner wurden bereits mittels Postwurfsendung über das weitere Vorgehen informiert.

Hier entstehen bald die neuen Schallschutzwände

Die Wände stehen innerhalb von 42 Stunden

Die Bauarbeiten werden immer nachts und am Wochenende stattfinden, zur Entlastung der Anwohner kommen mobile Lärmschutzwände zum Einsatz. Zwischen Kastl und Burghausen wird dann zeitweilig ein Schienenersatzverkehr mit Bussen notwendig, die Stadt Burghausen beteiligt sich daran finanziell.

Das Gros der Arbeiten werden die Bohrungen ausmachen, erforderlich sind insgesamt 213 Rohrgründungen. Weil noch nicht klar ist, wie hoch der Gesteinsanteil im Boden ist, steht noch nicht fest, wie viel Lärm die Bohrarbeiten machen werden. Innerhalb von nur 42 Stunden werden abschließend die Lärmschutzmodule über einen Schienenkran eingesetzt. Die einzelnen Module sind sechs Meter lang und werden mit einer kleinen Treppe ausgestattet, damit Zugpersonal und Passagiere im Falle einer Zugpanne schnell das Gleis verlassen können. Die Bauarbeiten übernimmt die "DB Bahnbau Gruppe" gemeinsam mit dem Lärmschutzmodullieferant Betonwerk Rieder.

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