Stadt Burghausen informiert zur "Neuen Mitte"

Steindl: "Aktueller Status ist furchtbar, aber wir können nicht zaubern"

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Für Bürgermeister Steindl derzeit der größte Problembereich der Stadt Burghausen: das Salzachforum
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Burghausen – Bürgermeister Hans Steindl (SPD) hat die rund 250 Interessierten beim Bürgerdialog am Donnerstag, 27. Juni, im Bürgerhaus zur „Neuen Stadtmitte“ über die aktuellen Entwicklungen und Zukunftspläne informiert.

„Alle Bürger sollen informiert sein. Das ist uns wichtig. Es ist ein sehr offenes Verfahren“, berichtet Burghausens Bürgermeister Hans Steindl zu Beginn der Veranstaltung zu der rund 250 Bürger kamen. Das Salzachforum, an dem die Shopping-Mall geplant war, sei nur eines von sechs Sanierungsgebieten in der „Neuen Stadtmitte“. Das ganze Projekt werde laut dem Stadtoberhaupt aber sicherlich noch mindestens fünf bis sechs Jahre dauern, bis alles umgestaltet ist.

Rund 250 Bürger lauschten den Worten von Stadtoberhaupt Hans Steindl

Im Juli sind Workshops angesetzt, an denen drei Planungsbüros neue Konzepte entwickeln sollen. „Es war uns wichtig, dass auswärtige Experten unsere aktuelle Lage einschätzen werden“, so Steindl. Die Ergebnisse sollen dann im Stadtrat weiter diskutiert werden und sollen nur mögliche Optionen darstellen. Die Ergebnisse sollen bei einer weiteren Informationsveranstaltung für die Bürger vorgestellt werden.

Sechs Sanierungsgebiete - Verdichtung die Zukunft

Die sechs Sanierungsbereiche beinhalten vor allem das Gebiet vom Bahnhof bis zum Glöcklhofer, also entlang der Marktler Straße. Aber auch die Robert-Koch-Straße vom Müllerbräu bis zum Lindacher Hof sind davon betroffen. Neben diesen Straßen gehören zum geplanten Sanierungsbereich das frühere Kammergruber-Grundstück (an der Einmündung der Berchtesgadener Straße in die Marktler Straße), das Salzachforum, die Hochschule und die Parkplätze an der BayWa und Aldi.

Das ehemlige Kammergruber-Grundstück soll zeitnah bebaut werden

„Verdichtung ist die Zukunft einer Stadt“, ist sich das Stadtoberhaupt sicher. Man hätte keinen Platz mehr in der Breite, folglich geht es nur noch nach oben. Deshalb wünscht sich die Stadt Burghausen für die Marktler Straße neben neuen Tiefgarageneingänge neue Hausfassaden, wie es teilweise schon umgesetzt ist. Dies sei aber Sache der Eigentümer und die Stadt könne diese nicht subventionieren.

Alte Dächer runter und höher bauen - das isnd für Steindl gelungene Beispiele in der Marktler Straße

Parkplätze sollen besser genutzt werden - Hochschule muss ausgebaut werden

Ebenso sollen die Parkplätze an der BayWa und Aldi genutzt werden, um zusätzliches Mischgebiet zu erschließen. „Die Fläche eines Parkplatzes ist sehr riesig, darum sollte man überlegen auch hier nach oben zu bauen“, so Steindl. Ideal wäre es über dem Parkplatz Wohnungen und andere Flächen zu bauen, wie es beispielsweise schon in München der Fall ist. Auch die Möglichkeit, die Robert-Koch-Straße in eine Einbahnstraße zu ändern, sollte laut dem Bürgermeister in den Planungen eine Rolle spielen, um den Verkehrsfluss zu sichern.

Ein Gebäude für die Hochschule (Marktler Straße) wird gerade für acht Millionen Euro umgebaut. Doch in naher Zukunft müsste noch ein Laborgebäude entstehen. Möglichkeiten wären hier entweder neben dem Berufsbildungswerk oder das Salzachforum.

Reiner Einkaufsbereich unrealistisch

Letzteres sei ohnehin der größte Problembereich für den Bürgermeister: „Der Aktuelle Status ist furchtbar, aber wir können nicht zaubern“. Ein reiner Einkaufsbereich sei für dieses Gebiet nicht mehr realistisch. Man hätte die Entwicklung im Online-Handel unterschätzt.

Auch nach der Kündigung mit dem Investor und Eigentümer Hanseatische Betreuungs und Beteiligungs GmbH (HBB) sei diese noch nicht komplett außen vor. Die HBB dürfe bauen, wenn es dem Bebauungsplan entspricht - aber dann eben ohne städtische Beteiligung (20 Millionen Euro).

Planungen laufen auf Hochtouren

Viele Optionen sind derzeit denkbar, doch diese müssten erst erarbeitet werden. „Die Entscheidung darüber wird aber mit Sicherheit der nächste Stadtrat fällen, aber wir wollen schon mal eine Vorleistung erbringen", so Steindl.

Einer der großen Verlierer dabei ist ein Drogerkonzern und dessen Kunden. Aufgrund des gescheiterten Salzachzentrums, musste die Firma in einer kleinere Ladenfläche umziehen. Jetzt warten sie gespannt auf die neuen Pläne.

jz

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