Am Samstagmittag in der Herzogstadt

"Die Salzach gehört uns!": Aktionsgemeinschaft gegen Ausbaupläne

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"Die Salzach gehört uns!": Aktionsgemeinschaft gegen Ausbaupläne
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Burghausen – Der „Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach“ geht es um nichts Geringeres als die Zukunft der Unteren Salzach. Schlimme Befürchtungen lassen Redner scharfe Worte gegen die Bayerische Staatsregierung finden.

Es dreht sich um einen Kabinettsbeschluss aus dem Jahr 2016, wonach die Salzach auf den letzten Kilometern weiter verbaut werden darf. Zwischen Freilassing und Burghausen sollen Wasserkraftwerke entstehen. Das bringt Naturfreunde aus verschiedenen Verbänden nicht zum ersten Mal auf die Palme.

Schon Franz Josef Strauß sagte „Nein“

Schon einmal waren Kraftwerkspläne und der damit verbundene Ausbau der Salzach in aller Munde gewesen. Das war 1964. Schon damals hatte der Bayerische Kanu-Verband mit einer Protestfahrt auf der Salzach öffentlichkeitswirksam darauf aufmerksam gemacht. Schließlich hat sich der damalige Landesvater Franz Josef Strauß  persönlich dafür eingesetzt, dass diese Ausbaupläne nicht weiter verfolgt werden. Die Jahre gingen ins Land. Die Kraftwerkspläne sind offenbar geblieben und stehen aktuell wieder zur Diskussion.

„Wer Flüssen ihren Freiraum raubt, wird Hochwasser ernten". Das wollen sie nicht hinnehmen.

Öffentlichkeitswirksam Zeichen setzen

Seit 30 Jahren fordert die „Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach“, dass der Fluss renaturiert wird und dass hier keine neuen Wasserkaftwerke gebaut werden. Zusammen mit Verbänden wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) oder dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) sollte am Sonntag um ein weiteres Mal ein Zeichen gesetzt werden. Ob mit Kanu, Plätte oder Schlauchboot – Dutzende machten sich von Freilassing aus auf der Salzach auf den Weg Richtung Burghausen.

"Die Salzach gehört uns!": Aktion gegen Kabinettsbeschluss 1

„Wer Flüssen ihren Freiraum raubt, wird Hochwasser ernten!“

Es sind dies die letzten Kilometer auf denen der Fluss bis zur Mündung noch frei fließen kann. Was damit passiert, wenn die Kraftwerkspläne Realität werden, sehen Planer freilich anders als Naturfreunde. Die machen sich nicht nur Sorgen um die Verhältnismäßigkeit. Dieser Strom werde in ihren Augen nicht gebraucht. Von daher sei das Vorhaben, die Salzach auf den letzten 60 Kilometern bis zur Mündung zu verbauen sowieso zum scheitern verurteilt. Man macht sich bei der „Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach“ auch Gedanken um die Folgen einer solchen Verbauung. „Wer Flüssen ihren Freiraum raubt, wird Hochwasser ernten.“

Paddelspaß auf der Salzach: Dutzende haben beim Aktionstag am Sonntag mitgmeacht.

Besser nicht daran denken

Etwa eineinhalb Stunden dauere die Fahrt von Freilassing nach Burghausen, so ein junger Mann, der gerade eben mit seinem Kanu kurz hinter der Brücke der „Alten Grenze“ auf Burghauser Seite anlegt. Schön sei die Fahrt gewesen. Darüber nachgedacht, wie es auf der Salzach aussehen könnte, würden die Kraftwerkspläne Realität werden, habe er „besser nicht“.

„Hier sind Fehler gemacht worden!“

Auf dem Stadtplatz gab es schließlich eine Kundgebung. Verbandssprecher und auch Burghausens Erster Bürgermeister Hans Steindl traten der Reihe nach an das Mikrofon. 

"Die Salzach gehört uns!": Aktion gegen Kabinettsbeschluss 2

Im Wesentlichen ging es allen darum, der Mensch eigentlich aus der Vergangenheit sehr leicht würde lernen können. „Hier (also mit der Salzach) sind Fehler gemacht worden“, hieß es so oder ähnlich mehrfach. „Jetzt besteht die Chance, es besser zu machen“. Soll unterm Strich heißen: „Die Salzach gehört uns!“.

Burghausens Erster Bürgermeister Hans Steindl auf der Kundgebung für eine unverbaute Salzach am Sonntagmittag in Burghausen

„Die Pläne von 2016 müssen vom Tisch!“

Diese letzten Kilometer frei fließender Salzach müssten zum Modell werden, hieß es. Ein Modell dafür, dass der Mensch aus Fehlern lernen kann. Hochwasserkatastrophen vs. Niedrigwasser – Diese letzten 60 Kilometer soll die Salzach weiter frei fließen können.

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