Kreisverkehr Burghausen: Ein "Riesen-Projekt"

Burghausen - Hohe Kosten, ein großes Vorhaben und eine große Umleitung: Wegen des neuen Kreisverkehrs muss die A94 teilweise umgeleitet, Anschlussstellen müssen gesperrt werden.

Am Montag, 5. August beginnen die Bauarbeiten für den neuen Kreisverkehr an der Anschlussstelle „Burghausen“ am Knotenpunkt der Bundesautobahn A 94 mit der Bundesstraße 20. Der Kreisverkehr wird an der südlichen Anschlussstellenrampe zur A 94 für die Fahrtrichtungen nach Passau beziehungsweise aus München im Zuge der Bundesstraße 20 errichtet.

Kreisverkehr als Teil des Gesamtkonzepts für die Verbesserung der B 20 im Wirtschaftsraum Burghausen

Die Bundesstraße 20 verläuft im Raum Burghausen mitten durch die Stadt Burghausen und südlich der Stadt auf der kurvigen und schmalen Strecke über Raitenhaslach. Die B20 ist im südostbayerischen Raum mit dem Chemiedreieck und dem Wirtschaftsraum Burghausen die wichtigste Verbindungsachse in Nord-Süd-Richtung zu den Bundesautobahnen A 94 und A 8. Zur Verbesserung der B 20 im Bereich Burghausen sind in den nächsten Jahren eine Reihe von Maßnahmen geplant:

Von Süden kommend geht die B 20 bei Hochöster heute in die Staatsstraße 2107 über. Hier ist ein Ausbau der St 2107 zwischen Hochöster und Pirach und geplant, um die Straße mit ihrer unstetigen Linienführung zu verbessern und die Unfallsituation zu entschärfen.

Weiter ist östlich von Pirach die Ortsumgehung Pirach im Zuge der St 2107 geplant. Diese soll nicht nur den Ort Pirach vom Durchgangsverkehr entlasten, sondern insbesondere auch den höhengleichen Bahnübergang in Pirach mit einer Straßenunterführung beseitigen.

Ein weiterer Baustein im Gesamtkonzept ist der bestandsorientierte Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße (GVS) Burgkirchen – Burghausen östlich von Pirach bis Lindach.

Das Herzstück der Neuordnung der B 20 im Raum Burghausen stellt die eigentliche Ortsumgehung Burghausen dar. Sie schwenkt von Süden kommend bei Lindach von der GVS Burgkirchen – Burghausen in Richtung Mehring ab und schließt im Norden an die St 2108 an.

Im Bereich des Wegscheidknotens (B 20 / St 2108) ist die B 20 bereits leistungsfähig ausgebaut. Nördlich davon ist der 3-streifige Ausbau der B 20 von Burghausen Richtung Marktl am Inn auf einer Länge von circa 4,5 Kilometer bis hin zur Anschlussstelle Burghausen (A 94) geplant. In diesem 3-streifigen Abschnitt werden 4 Überholabschnitte realisiert, sodass für jede Fahrtrichtung zweimal ein je circa 1 Kilometer langer Abschnitt zum sicheren und planbaren Überholen zur Verfügung steht. Dies ist im Raum Burghausen insbesondere aufgrund des hohen Schwerverkehrsanteils geboten, um den Überholdruck abzubauen und damit gleichzeitig die Verkehrssicherheit auf dieser Unfallhäufungsstrecke zuerhöhen.

Der Kreisverkehr an der Anschlussstelle Burghausen, dessen Bau nun beginnt, wird die Ein- und Abbiegevorgänge am Verknüpfungspunkt der A 94 mit der B 20 erleichtern und ist nun der erste Teil dieses Gesamtkonzepts.

Nach Fertigstellung aller Maßnahmen soll die B 20 nicht mehr über Raitenhaslach verlau-fen, sondern über die neuen Ortsumgehungen von Pirach und Burghausen.

Notwendigkeit des Kreisverkehrs

An der Anschlussstelle Burghausen ereigneten sich in den letzten Jahren zahlreiche Unfälle. Die Anschlussstelle ist als so genannter Unfallhäufungspunkt ausgewiesen, das heißt es ereigneten sich pro Jahr mehr als drei Unfälle mit schwerverletzten Personen. Zudem kommt es zu den Spitzenverkehrszeiten zu Problemen im Verkehrsablauf mit Rückstauungen. Gerade die Linkseinbieger von der A 94 aus Richtung München kommend haben aufgrund des sehr hohen Verkehrsaufkommens im Zuge der B 20 Probleme, sicher in die Bundesstraße einzufahren.

Nach dem nun absehbaren Lückenschluss der A 94 in Richtung München wird dieser Verkehrsbeziehung noch mehr Bedeutung zukommen.

Für die Rechtseinbieger aus Richtung Niederbayern wird die Situation durch die Anlage einer Beschleunigungsspur an der nördlichen Anschlussstellenrampe im Zuge der B 20 ebenfalls verbessert und somit das Einbiegen wesentlich erleichtert.

Durch den neuen Kreisverkehr und die bauliche Umgestaltung der Anschlussstelle Burghausen wird die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs an diesem Knotenpunkt wesentlich verbessert.

Kosten

Die Gesamtkosten für den Kreisverkehr betragen circa 600.000 Euro. Die Kosten zur Herstellung des Kreisverkehrs verteilen sich nach dem Kreuzungsrecht auf die Straßenbaulastträger der beteiligten Straßenäste.

Demnach entfallen, auf die Autobahndirektion Südbayern rund 56 Prozent, circa 336.000 Euro, auf den Landkreis Altötting rund 22 Prozent circa 132.000 Euro, auf das Staatliche Bauamt rund 22 Prozent, circa 132.000 Euro.

Der Landkreis Altötting erhält für die Maßnahme eine Förderung des Freistaates Bayern von circa 50 prozent.

Für die Errichtung des Kreisverkehrs sind im Wesentlichen zwei Bauphasen geplant.

Bauphasen

In der Bauphase I vom 5. August bis voraussichtlich zum 10. September wird die westliche Hälfte des Kreisverkehrs mit Fahrbahn und Fahrbahnteilern sowie die Anbindung der Kreisstraße AÖ 24 mit dem neuen Geh- und Radweg gebaut.

Während dieser Zeit wird der Verkehr zweispurig und in beiden Fahrtrichtungen an der Baustelle vorbeigeleitet. Gesperrt werden muss in dieser Zeit die Kreisstraße AÖ 24. Der Verkehr von der AÖ 24 muss in dieser Zeit über Altötting nach Burghausen umgeleitet werden.

Anbindung KV-Terminal an die B 20 (Baumaßnahme der Stadt Burghausen)

Mitte August laufen gleichzeitig noch die Arbeiten zur Anbindung des KV-Terminals an die Bundesstraße 20. Hier muss die Bundesstraße 20 über die neue Brücke für die Eisenbahnanbindung des KV-Terminals höher gelegt werden.

In der Zeit vom 12. August bis zum 30. August muss die Bundesstraße 20 zur Anbindung des KV-Terminals nördlich des Alzkanals beim Knotenpunkt Haiming für den Verkehr voll gesperrt werden. Der Verkehr wird in dieser Zeit beim Knoten Wegscheid über die Staatsstraße 2108 über Emmerting nach Altötting und von dort über die Autobahn A 94 nach Marktl am Inn umgeleitet.

Die Anbindung der Industriebetriebe kann in dieser Zeit über die B 20 aus Richtung Norden beziehungsweise über die Kreisstraße AÖ 24 bei Haiming erfolgen.

In der Bauphase II des Kreisverkehrs vom 11. September bis voraussichtlich zum18. Oktober wird dann der östliche Teil des Kreisverkehrs gebaut. Hierbei kann der Verkehr aus Platzgründen nur noch einspurig in Fahrtrichtung Burghausen an der Baustelle vorbeigeleitet werden. In der Gegenrichtung von Burghausen nach Marktl am Inn muss der Verkehr umgeleitet werden.

Die Anschlussstelle Burghausen muss für die Fahrtrichtung Passau beziehungsweise für Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung München kommen, in dieser Zeit komplett gesperrt werden.

Der Verkehr von der Autobahn A 94 aus Richtung München mit Zielrichtung Burghausen wird in dieser Zeit bereits bei der Anschlussstelle Altötting umgeleitet. Der Verkehr wird weiträumig über die B 299 Richtung Neuötting, von dort über die Staatsstraße 2550 Richtung Altötting und über die Staatsstraße 2108 über Emmerting nach Burghausen geleitet. Zudem besteht die Möglichkeit, über Stammham und Marktl am Inn Richtung Burghausenzu fahren.

Für Verkehrsteilnehmer aus dem Raum Burghausen mit den Fahrzielen Passau beziehungsweise München wird die Umleitung vom Knoten Wegscheid in Burghausen über die Staatsstraße 2108 nach Emmerting und Altötting und von dort entweder über die Staatsstraße 2550 zur Anschlussstelle Neuötting – Ost oder über die B 299 nach Altötting zur Anschlussstelle Altötting geführt.

Pressemeldung Bauamt Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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