Am Montagnachmittag: Gespräch in Burghausen

Der Wirtschaft wegen: "PFOA-belasteter Bodenaushub muss bleiben können"

  • schließen

Burghausen – Die Chemikalie PFOA birgt zwei Gefahren für die Region: eine gesundheitliche und eine für den Wirtschaftsstandort. Dieser Ansicht ist der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch. Er hat den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesumweltministerium Florian Pronold um Hilfe gebeten.

Update am Dienstag, 7. August:

Wohin mit dem mit PFOA belasteten Bodenaushub? Deswegen ist man auf Bestreben des Landtagsabgeordneten Günther Knoblauch (SPD) in Burghausen zusammengekommen. Mit dabei der parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium Florian Pronold (SPD). Leicht ist die ganze Sache nicht.

Da ist guter Rat teuer

Rund 190 Quadratkilometer seien bis zu 50 Meter tief mit PFOA belastet, heißt es. Dagegen steht eine andere Zahl. So müsse Bodenaushub von mehr als 500 Kubikmetern Menge nach derzeitigen Vorgaben deponiert werden. Was aber tun, wenn man just genau da ein Gewerbegebiet ausweisen will? Um die Sache genauer einschätzen zu können, laufe derzeit eine Untersuchung. Mit dem Ergebnis wird im September gerechnet.

Gleich mehrere Kommunen sind betroffen

In derartig großflächig belasteten Gebieten müsse es möglich sein, den Aushub in der Region zu belassen, so Florian Pronold, insbesondere in Industriegebieten. Das ist aber offenbar von Behördenseite her bisher nicht möglich gewesen. Der parlamentarische Staatsekretär im Bundesumweltministerium will sich der nötigenfalls der Sache annehmen: „Wir müssen auf alle Fälle vermeiden, dass der Boden deponiert werden muss." 

Warum der Verbleib von PFOA-belastetem Bodenaushub wichtig ist:

Es geht um den Wirtschaftsstandort, zig tausende Arbeitsplätze und um die Investoren, die neue Arbeitsplätze schaffen. In der Region Burghausen spricht man von einer Investitionssumme von 800 Millionen Euro, die in den kommenden Dekaden anstehen soll. Eine Verzögerung aufgrund von PFOA-belastetem Boden und die daraus folgenden Verzögerungen brächten den ganzen Wirtschaftsstandort in Gefahr, so Knoblauch. Sein Gast Florian Pronold versprach, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass PFOA explizit in die Mantel-Verordnung des Bundesbodenschutzgesetzes aufgenommen wird

Vorbericht:

Neben der Verunreinigung des Trinkwassers in einigen Gemeinden des Landkreises Altötting mit der Chemikalie PFOA sei die Verunreinigung des Bodens in der Region ein großes Thema, so Günther Knoblauch in einer Pressemeldung. So hätten Kommunen wie die Stadt Burghausen große Probleme bei baulichen Maßnahmen auf Boden, der laut Knoblauch bis zu einer Tiefe von 50 Metern belastet sein kann.

Pragmatische Lösungen sind gefragt

Der geforderte Umgang mit Erdaushub (der mit PFOA belastet ist) erschwert die Bebauung erheblich, ohne dass eine Verbesserung der Bodensituation erfolgt“, heißt es in der Pressemeldung weiter. „Wenn keine Lösung gefunden wird, gefährdet das letztendlich den Wirtschaftsstandort.“ Damit das nicht passiert hat Knoblauch Florian Pronold, parlamentarischen Staatssekretär im Bundesumweltministerium um Hilfe gebeten. Am späten Montagnachmittag soll zusammen mit Bürgermeistern und dem Landratsamt nach pragmatischen Lösungen gesucht werden.

Lesen Sie zu diesem Thema auch: 

Die Chronik der Ereignisse zum Thema mit PFOA belastetem Erdreich:

Mit PFOA belasteter Bauschutt: Das kann richtig teuer werden.

PFOA-belasteter Bauschutt: Doch keine teure Entsorgung?

Wichtig für Wirtschaftsstandort Burghausen: Grundstücke am Terminal dürfen doch verkauft werden.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

Zurück zur Übersicht: Stadt Burghausen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser