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Burghauser Altstadt-Bewohner warnen

Beim Thema „Parkplatz“ hört der Spaß auf: „Jede Entscheidung muss gut überdacht werden!“

Parkplatz-Management in der Burghauser Altstadt ist eine Herausforderung.
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Die historische Altstadt in Burghausen hat wenig Platz für Autos.

Der Bürgerbeteiligungsprozess in Burghausen brachte Vorschläge auf den Tisch, die nicht jedem gefallen. Am Donnerstag (12. Mai) findet die Schlusspräsentation im Stadtsaal statt.

Burghausen – Autofreie Altstadt, Brücken-Einbahn, Bodenschwellen am Ludwigsberg: Viele Ideen kommen bei dem Bürgerbeteiligungsprozess in Burghausen auf den Tisch. Für die Gestaltung der Altstadt wurden Anwohner angehalten alles einzubringen, was denkbar wäre. Vor allem das Thema „Mobilität“ bewegte die Bürger und der sogenannte ruhende Verkehr brachte emotionale Unruhe, denn es geht dabei um die heiß umkämpften Parkplätze der Anwohner.

837 Parkplätze für 1800 Anwohner und Angestellte

1303 Personen wohnen in der Altstadt Burghausen und täglich arbeiten zwischen etwa 450 bis 550 Menschen hier. Überschlägt man, wieviele Parkplätze in dem engen Raum zwischen Salzach und Burgberg vorhanden sein müssten, dann reichen die vorhandenen 837 Dauerparkplätze kaum aus. Dass es momentan so gut funktioniert, liegt wohl daran, dass viele Läden leer stehen und nach Corona und wegen der Salzländen-Sanierung weniger Publikum in die Altstadt fährt. Ausserdem haben sich die Altstädter sehr gut auf ihren Lebensraum eingestellt und sich damit arrangiert, dass man Verzichte hinnehmen muss. Garten, Terrasse, Parkplatz, ausreichend Platz für Mülltonnen, Fahrräder und Kinderwägen sind keine Selbstverständlichkeit für sie.

Anwohner raus? Touris rein?

Dass die Besucher von Kneipen und Restaurants manchmal laut sind ist keine Ausnahme „Dass es in den Grüben laut ist, stört uns nicht. Sonst zögen wir wo anders hin“, sagt beispielsweise Stephan Barbarino. Dass man Einkäufe, Kinder und Rad nacheinander durch die Grüben, über die Treppe in den dritten Stock bringt? Normal. Aber beim Thema Parkplatz hört der Spaß auf: „In den letzten zehn Jahren haben wir mit Altbürgermeister Steindl das System für Anwohner-Parkplätze sehr gut ausgearbeitet“, sagt Andrea Hecht aus der Spitalvorstadt. „Es war optimal bis auf ein paar Festivitäten. Und jetzt soll wieder alles umgeworfen werden?“

Nikola Richter, Architektin bei Ingevost, sprach sich beim vergangenen Themabend für mehr Kurzzeitparkplätze in der Stadtplatz-Tiefgarage aus. Die Anwohner sollten dann auf den Finanzamt-Parkplatz und die Zaglau ausweichen. „Mit solchen Änderungen sollte man moderat umgehen“, wünscht sich Richter als Betroffene. Tatsache ist, dass allein die Angestellten im Rathaus 75 Personen ausmachen. Bei schlechtem Wetter und im Winter gehören sie zu den Nutzern der 128 Dauerstellplätze in der Tiefgarage. Auch am Finanzamt-Parkplatz sieht es nicht besser aus: Im Finanzamt arbeiten 100 Personen, die einen Teil der 140 Dauerparkplätze dort nutzen. Und in der Zaglau? Dort gibt es 72 Dauerstellplätze. Allerdings parkt dort ein Teil der etwa 100 Angestellten der Schulen.

Wieso funktioniert es momentan?

Eigentlich geht sich die Rechnung nicht auf, was unweigerlich zu der Frage führt: Wieso funktioniert es eigentlich momentan? Johanna Mitterer vom Hotel Post am Stadtplatz führt Gespräche mit vielen Menschen. Beim Themenabend am 3. Mai sagte sie, dass es Skepsis bezüglich großer Eingriffe in Park- und Verkehrsleitsystem gebe. „Wir Gastronomen haben zwei sehr schwere Jahre hinter uns. Aktuell ist die Situation erleichternd, denn es kommen Menschen in die Altstadt. Und: wir haben immer noch kein Parkplatzproblem. So schlecht ist es also gar nicht. Ich bitte bei den Maßnahmen um Vorsicht!“ Andrea Hecht ist jedenfalls der Meinung, man müsse herausfinden, wofür die Mehrheit ist. „Jede Entscheidung muss gut überdacht werden“, fügt sie hinzu. Auch zusätzliche Kosten für Anwohnerparkplätze sind ihrer Meinung nach ein Schritt in die falsche Richtung.

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