Unternehmen entschuldigt sich bei Bevölkerung

Nach Fackelbetrieb: OMV erwartet Millionenschaden

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Eine meterhohe lange Flamme sorgte in der Region für großes Erstaunen.
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Burghausen – Die OMV hat im Rahmen eines Pressegeprächs zum Abschluss der Reparaturarbeiten den Vorfall Revue passieren lassen und eine erste Bilanz gezogen.

Am Samstag, den 24. August, kam es gegen 21.00 Uhr zu einem Ausfall der Kühlmaschinen in der Ethylen-Anlage der OMV Raffinerie Burghausen. Selbst aus weiter entfernten Orten meldeten viele Leser unserer Redaktion, dass sie ein helles Licht im Nachthimmel erkennen konnten. Seit dem 11. September befindet sich die Raffinerie in Burghausen nach 18 Tage Abfackeln wieder im Normalbetrieb. Besonders für die Anwohner war das Licht, aber auch der damit verbundene Lärm eine Belastung.

„Wir bitten die Anwohnerinnen und Anwohner noch einmal ausdrücklich um Entschuldigung und Verständnis für diese außergewöhnlich lange Beeinträchtigung durch den Fackelbetrieb“, so Geschäftsführer der Raffiniere Burghausen, Dr. Gerhard Wagner. Allerdings könne es in einem Betrieb der Größenordnung der OMV trotz aller Vorkehrungen zu Defekten kommen.

Feuerroter Himmel über Landkreis Altötting

Komplexe Anlage benötigt längere Reparaturzeit

In diesem besonderen Fall sei ein technischer Schaden am Kühlsystem der Ethylen-Anlage gekommen. Das Ersatzteil hätte alleine über eine Woche benötigt, um vor Ort einzutreffen. Die Kälte wird benötigt, um Gase zu trennen, die einen Siedepunkt bei Minus 100 Grad Celsius haben.

Der Fackelbetrieb ist für eine Raffinerie ein wichtiger automatisierter Bestandteil des gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitssystems. „Wenn der Druck zu groß wird, dann wird automatisch abgefackelt. Das wiederum ist ein gutes Zeichen, dass die Sicherheitsdienste funktionieren“, so Wagner. Nach dem derzeitigen Stand der Technik gibt es dazu allerdings keine andere Alternative.

DieAuswirkungen in Form von Ruß, Licht und Lärm versucht das Unternehmen, auf ein Minimum zu halten. Bedauerlicherweise hat es dieses Mal aufgrund verschiedener Faktoren etwas länger gedauert.

Millionenschaden zu erwarten - auch für die Stadt

Geschäfstführer Dr. Gerhard Wagner (links) und sein Stellvertreter Dr. Robert Lackner informierten über die Ursachen und Folgen des Fackelbetriebs.

Solch eine Situation ist auch für das Unternehmen nicht erfreulich. „Es kostet uns eine Menge Geld und bedeutet viel Arbeit für alle Beteiligten. Wir hätten die Produkte lieber verkauft als zu verbrennen“, schildert Wagner. Man habe das teuerste Produkt verbrannt. Die Mitarbeiter hätten Überstunden gemacht, um die Anlagen wieder zum Laufen zu bringen. Das Unternehmen rechne mit einem Schaden im „etlichen Millionenbereich“.

Allgemein sei es für die Region nicht erfreulich gewesen. Das Chemiedreieck sei miteinander vernetzt und bezieht die Rohstoffe voneinander. Die Produktionskette bei anderen Betrieben seien somit auch beeinträchtigt gewesen. Anders als bei Heizöl oder Diesel, könne man Ethylen nicht lagern. „Das ist eine In-Time-Produktion“, erklärt Wagner. Auch die Stadt Burghausen wird mit weniger Einnahmen aus der Gewerbesteuer rechnen müssen.

Neuer Fackelkopf ist lauter

Dass die Fackel dieses Mal besonders hell und laut war, bedauert das Unternehmen. Die Flamme sei zwischenzeitlich circa 30 Meter hoch gewesen. Die Geräusche beim Fackelbetrieb werden durch die Zugabe von Dampf in den Fackelkopf verursacht. Dadurch wird eine optimale Verbrennung gesichert, die nahezu rückstandsfrei arbeitet. Allerdings könne man es sich wie bei einem Flugzeug vorstellen, nur eben andersherum. Für diesen Prozess muss viel Luft angesaugt werden.

Dieses Verfahren wird seit 2014 angewendet, als das Unternehmen durch einen Stromausfall abfackeln musste. Daraufhin wurden drei Millionen Euro für einen neuen Fackelkopf investiert, um eine möglichst rückstandsfreie Verbrennung zu gewährleisten. In die Luft gelangen hauptsächlich Wasserdampf und Kohlendioxid. „Selbst bei starkem Fackelbetrieb kann aufgrund der vorliegenden Auswertungen von einer unkritischen Umweltbelastung ausgegangen werden“, so Wagner

Jeder Unfall wird untersucht, um daraus zu lernen. Und das haben wir auch in diesem Fall“, ist sich Wagner sicher. Das Wichtigste sei, dass sich niemand verletzt hat. Sollte es dennoch wieder zu einem vergleichbaren Vorfall kommen, ist es dem Unternehmen wichtig, dass sich die Bevölkerung auskennt. Unter der Nummer 08677/960-0 oder per Mail info.germany@omv.com können rund um die Uhr Anfragen beim Unternehmen gestellt werden.

jz

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